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Brexit! Welche Stadt wird das neue London? Teil 2: Paris

Brexit! Welche Stadt Wird Das Neue London? Teil 2: Paris
Beitragsserien: Brexit! Welche Stadt wird das neue London?

In Frankfurt wird der Brexit unter der Immobilien- und Finanzbranche bereits heiß diskutiert. Was würden Standortverlagerungen in die Stadt am Main bedeuten? Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es im Ausland auch Konkurrenten gibt. Die wichtigsten heißen Dublin, Paris, Luxemburg und Amsterdam. In unserer Artikelreihe möchten wir die Konkurrenten einzeln unter die Lupe nehmen und nach und nach einen Vergleich anstellen. Im zweiten Teil kümmern wir uns Paris.

Paris

Während die anderen Konkurrenten – inklusive Frankfurt – relativ „kleine Fische“ sind, ist Paris der einzige ernsthafte Kandidat, der mit dem Metropolstatus von London mithalten kann. Die Stadt hat international einen unglaublich guten Ruf, mit zahlreichen Wahrzeichen, Sehenswürdigkeiten, Museen, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomiebetrieben, kulturellen Angeboten… In der Liste der World’s Most Reputable Cities liegt die Stadt an der Seine auf Rang 16. Damit wäre die Stadt für viele Banker aus persönlichen Gründen vielleicht kein schlechter Ort für einen Umzug. Aber wie sehen die übrigen Rahmenbedingungen aus?

Paris

Einwohner:
Einwohner Metropolregion:
Global Financial Centres Index:
Mercer Quality of Living Reports:

 

2.240.621 (Stand 2013)
12.405.426
Rang 32
Rang 37

++


Image

Finanzplatz
Infrastruktur

+

– –


Steuern und Regulierung

Finanzplatz

Paris als Finanzplatz hat einige Pfunde, mit denen es wuchern kann. Denn der Pariser Finanzsektor ist groß: sechs der zwölf größten Unternehmen der Region sind Banken oder Versicherungen. Institute wie BNP Paribas, Société Générale oder Credit Agricole haben dort ihren Sitz. Zudem bietet die französische Finanzindustrie über einer Million Fachkräften eine berufliche Heimat. Und das französische Personal ist sehr gut ausgebildet. In Paris befindet sich das FINANCE INNOVATION research cluster für Finanzdienstleistungen, ein großer Asset-Management-Sektor und die mit der internationalen Euronext die zweitgrößte Börse Europas.

Steuern & Regulierung

Regulierung und Steuersystem sprechen eher gegen Paris als Alternative zu London. Frankreich gilt generell als wirtschafts-„feindlich“, zumal die aktuelle linke Regierung häufiger betonte, dass sie von Hochfinanz und „Superreichen“ wenig halte. In Frankreich zahlen Unternehmen hohe Steuern und das Einstellen von Angestellten ist mit hohen Kosten und scharfen Regulierungen verbunden. Entsprechend hat die Französische Regierung bereits angekündigt, aktiv zu werden: so soll zum Beispiel die Körperschaftssteuer von 33 auf 28 Prozent gesenkt werden und es soll Steuerrabatte und -gutschriften für Unternehmen geben. Damit möchte man das Image bei den Unternehmen im Ausland aufpolieren. Anscheinend ist es den Franzosen ernst mit den Änderungen, denn direkt nach dem Brexit gingen 4.000 Briefe an britische Führungskräfte, die um deren Gunst für Paris warben.

Infrastruktur

Genau wie Dublin ist auch Paris eine Hauptstadt. Allerdings ist der Verweis auf diesen Status bei Weitem nicht genug, um die Metropole zu beschreiben. Paris ist ein Wirtschaftszentrum, in dem sich eine Menge großer Unternehmen konzentrieren. Die Stadt hat den größten europäischen Markt für Büroimmobilien und die angesehensten Bildungsstätten Frankreichs. Verkehrstechnisch ist sie ebenfalls eines der Zentren Europas, mit insgesamt vier Flughäfen (darunter mit Charles-de-Gaulle einer der größten Europas), guten Autobahnanbindungen (inklusive der berühmten achtspurigen Stadtautobahn), dem zweitgrößten Binnenhafen Europas und einem gut funktionierenden ÖPNV. Nur die Luft soll nicht mehr so gut sein. Paris ist weltweit eine der In-Städte und hat einen enorm guten Ruf, auch wenn die tatsächliche Lebensqualität nicht ganz so hoch gemessen wird.

Fazit

Paris ist als Metropole für Standortverlagerungen sehr gut aufgestellt und eine tolle Stadt. Allerdings müssen die Franzosen in Sachen Regulierung noch nachrüsten, um zum letztendliche Favorit zu werden.

 

Im dritten Teil der Reihe: Luxemburg

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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