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Brexit! Welche Stadt wird das neue London? Teil 3: Luxemburg

Brexit! Welche Stadt Wird Das Neue London? Teil 3: Luxemburg
Beitragsserien: Brexit! Welche Stadt wird das neue London?

In Frankfurt wird der Brexit unter der Immobilien- und Finanzbranche bereits heiß diskutiert. Was würden Standortverlagerungen in die Stadt am Main bedeuten? Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es im Ausland auch Konkurrenten gibt. Die wichtigsten heißen Dublin, Paris, Luxemburg und Amsterdam. In unserer Artikelreihe möchten wir die Konkurrenten einzeln unter die Lupe nehmen und nach und nach einen Vergleich anstellen. In Teil 3: Luxemburg!

Luxemburg

Nachdem wir mit Paris den größten Konkurrent Frankfurts begutachteten, kommen wir nun zum kleinsten Anwärter auf Londons Banken: Luxemburg. Das Großherzogtum im Herzen Westeuropas ist nicht nur eines der kleinsten Länder der EU – sondern auch das Reichste! Entsprechend präsentiert es sich auch nach außen: mit schönen Landschaften, wirtschaftlicher Stabilität und hoher Lebensqualität. Zudem bietet das Land eine überraschend internationale Gesellschaft, einen der weltweit wichtigsten Finanzplätze und einen wachsenden, wettbewerbsfähigen Standort. Einziges Manko: Nach dem Leben in der Metropole könnten die verträumten Berge etwas langweilig werden. Ist Luxemburg eine gute Alternative für die Banken?

Luxemburg

Einwohner:
Global Financial Centres Index:
Mercer Quality of Living Reports:

 

576.249 (Stand 2016); davon 46,7 Prozent Ausländer
Rang 14
Rang 19

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Finanzplatz
Steuern und Regulierung

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Image


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Infrastruktur

Finanzplatz

Der Finanzsektor dürfte der Kern der Luxemburger Wirtschaft sein. Der internationale Knotenpunkt beherbergte Ende 2014 insgesamt 148 Banken aus 26 Ländern (Stand 2014). Zudem ist er der zweitgrößte Investmentfonds-Standort der Welt, mit über 3.500 Fondsgesellschaften, die Anlagegelder in Höhe von über 2,5 Billionen Euro verwalten. Durch die guten Gehälter, die in Luxemburg gezahlt werden, strömen viele internationale Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt und das Know-how ist vor allem in der Finanzbranche extrem hoch. Der Luxembourg Stock Exchange arbeitet zudem seit November 2000 mit dem Euronext in Paris zusammen. Nicht zuletzt bemüht sich das Großherzogtum um den Sitz der Europäischen Finanzaufsicht (EBA), der bisher in London war, aber in einem EU-Land angesiedelt sein muss.

Steuern und Regulierung

Luxemburg hat traditionell eine für die Finanzbranche sehr vorteilhafte Gesetzgebung. Beispielsweise sind Investmentfonds in dem Land von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer befreit. Kein Wunder also, dass diese dort so stark vertreten sind. Seit 2006 gibt es außerdem keine Vermögenssteuer für natürliche Personen mehr. Und lange war auch das Bankgeheimnis ein Faktor für die Beliebtheit der luxemburgischen Banken. Das wurde allerdings 2016 aufgeweicht. Auch bei der Unternehmenssteuer ist Luxemburg eher im Mittelfeld der EU. Jedoch wurde durch die LuxLeaks bekannt, dass die Luxemburger Behörden häufig auch Abkommen mit Unternehmen schließen, die deren Steuersätze teilweise auf unter ein Prozent drücken. Auch die Bankenaufsicht in Luxemburg ist eher liberal –viele Argumente sprechen also für das Großherzogtum.

Infrastruktur

Großes Plus von Luxemburg ist sein internationaler Status: Es ist Gründungsmitglied der EU, gehört allen wichtigen internationalen Organisationen an und viele Institutionen der EU sitzen hier. Das Großherzogtum ist mit den drei Amtssprachen Deutsch, Französisch, Luxemburgisch und dem weit verbreiteten Englisch weltoffen und international. Es setzt auf eine stabile Konsenspolitik, hat unternehmerfreundliche Behörden und zieht durch seine attraktiven Gehälter gut qualifizierte Fachkräfte aus allen umliegenden Nationen an. Genau das ist allerdings auch ein Problem: denn das hohe Verkehrsaufkommen der Leute, die zwar in Luxemburg arbeiten, aber im Ausland wohnen, stellen das Straßennetz vor Herausforderungen. Der Bahnhof der Stadt Luxemburg ist eher schlecht angebunden und sie hat nur einen internationalen Flughafen, der aber immerhin nah am Zentrum ist. Problem jedoch: genau da sind Büroflächen knapp und teuer. Meistens sind neue Flächen bereits verkauft, noch bevor sie gebaut wurden. Nicht zuletzt sind auch die Lebenshaltungskosten in Luxemburg vergleichsweise hoch.

Fazit

Luxemburg ist zwar ein hervorragender Finanzplatz, der in der Vergangenheit ausländischen Unternehmen teilweise Steuervorteile bot, die zu einem internationalen Aufschrei führten. Jedoch ist die Stadt Luxemburg nicht gerade eine Metropole und die Infrastruktur in dem Land definitiv ein Nachteil.

 

In Teil vier folgt Amsterdam!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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