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Etablierte Unternehmen scheitern an der Digitalisierung

Etablierte Unternehmen Scheitern An Der Digitalisierung

Etablierte Unternehmen haben Erfahrung, Kapital und zahlreiche Mitarbeiter. Innovative und revolutionäre Ideen haben jedoch meist nur unbekannte Startups. So hat zum Beispiel Kodak bereits 1975 die digitale Kamera entwickelt, aber nicht auf diese Technologie gesetzt und 2012 Insolvenz beantragt. Und das ist nur ein Beispiel. Woran liegt es, dass etablierte Unternehmen an der Digitalisierung scheitern und immer häufiger von Startups verdrängt werden?

Warum fällt etablierten Konzernen Innovation so schwer?

Wir haben bereits darüber berichtet, dass neun von zehn Startups innerhalb der ersten 20 Monate scheitern. Doch oft gehen die neuen Unternehmen gestärkt aus dieser Situation heraus und entwickeln neue Ideen, die dann zu einem großen, weltweiten Erfolg führen. Auch etablierte Unternehmen sind nicht vor Misserfolgen sicher. Doch gerade diese tun sich vor allem mit dem Thema der digitalen Transformation oft schwer.

Wer neue und innovative Produkte entwickeln will, der muss auch Risiken eingehen. Während Startups bei der Entwicklung nur gewinnen können, befinden sich erfolgreiche Unternehmen immer in der Gefahr, ihren Ruf zu zerstören oder die Position ihrer eigenen Produkte zu schwächen. So hatte Blackberry bereits vor Apple ein Smartphone und HP einen E-Reader vor dem Amazon Kindle entwickelt, jedoch nicht auf diese Erfindungen gesetzt, da der damalige Markt nicht genug Gewinn versprach. Zudem macht Erfolg meist träge, selbstzufrieden und arrogant. Kaum jemand rechnet damit von einem kleinen Unternehmen mit nur einer Handvoll Mitarbeitern vom Markt vertrieben zu werden. Dabei passiert das immer häufiger. Keine Branche ist vor der digitalen Transformation mehr sicher.

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Amazon verdrängt das einst größte Versandhaus Europas

1957 hat Quelle seinen Misserfolg durch eine Innovation verhindert: Das Unternehmen ließ eine leistungsfähigere Versandanlage bauen und hatte damit die modernste Paketfabrik der Welt, in der die Versanddaten erstmalig elektronisch verarbeitet wurden. Damit konnte das Unternehmen von Gustav Schickedanz 100.000 Pakete pro Tag verschicken. Selbst als 1994 das Startup Amazon begann, seine Waren über das Internet zu verkaufen, war Quelle nicht wirklich besorgt. Und das obwohl das amerikanische Unternehmen deutlich billigere Preise anbieten konnte, da die Waren über Zwischenhändler vertrieben und so die Lieferkosten gespart werden konnten. Das Fürther Warenhaus Quelle versuchte zwar in späteren Jahren den Online Anstieg, musste sich 2009 aber geschlagen geben. Das etablierte Unternehmen scheitert an der Digitalisierung.

Der Untergang des weltweit dominierenden Handy-Herstellers

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den markanten Nokia Klingelton, der vor einigen Jahren überall zu hören war. Viele wagten den Einstieg in die Welt des Mobilfunks mit den Handys des finnischen Herstellers. 1998 verdrängte Nokia sogar den Mobiltelefon-Erfinder Motorola vom Markt. Vor zehn Jahren, im Jahr 2006, beherrschte der finnische Konzern sogar noch den Smartphone-Markt mit über 50 Prozent. Doch nur ein Jahr später erschien das iPhone und der Erfolg von Nokia ließ immer weiter nach, bis die Smartphone-Sparte an Microsoft verkauft wurde und sich das Unternehmen 2013 sogar verpflichtete, keine Smartphones mehr herzustellen. Somit war auch Nokia an der Digitalisierung gescheitert.

Kodak Kamera

Eine Kamerawelt ohne Kodak

Und nun kommen wir zu dem Beispiel vom Anfang: Kodak. 131 Jahre hielt sich das Unternehmen auf dem weltweiten Markt. 1888 kam die erste Kodak Kamera auf den Markt und nur zwei Jahre später wurde das Fotografieren massentauglich. Für nur einen US-Dollar konnte sich jeder Hobbyfotograf eine Kamera von Kodak zulegen. Auch den ersten Farbfilm für Hobbyfotografen brachte Kodak auf den Markt. Kodak-Angestellter Steven Sasson erfand 1975 sogar die erste digitale Kamera der Geschichte, setzt jedoch nicht weiter auf diese Technologie.

1986 verlor Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Polaroid und damit wurde der Untergang – oder zumindest der Wendepunkt – in der Erfolgsgeschichte eingeläutet. Der Rechtstreit führte zu einem Imageverlust und zu einer Geldstrafe in Milliardenhöhe. 2011 schrieb der einstige Pionier einen Verlust von mehr als 230 Millionen US-Dollar und meldete nur ein Jahr später Insolvenz an. Verschwunden waren die Kodak-Filme, die immer vorne an der Kasse auslagen – ausgetauscht durch SD Karten für digitale Kameras. Und selbst diese verschwinden aus den Regalen, da nunmehr fast jeder mit seinem Smartphone fotografiert.

Stehen alle etablierten Unternehmen vor dem Aus?

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Experte für E-Business und E-Entrepreneurship, ist der Meinung, dass „jeder, der sich nicht mit dem Thema Digitalisierung befasst, untergehen wird. Wer in Zukunft nicht digital mitspielt, wird eben gar nicht mehr mitspielen.“ Dennoch können Unternehmen ihr Überleben sichern, indem sie mit jungen Unternehmen zusammenarbeiten, denn davon profitieren beide Seiten. Ein positives Beispiel bildet die Otto Group, die seit 2008 mit der Tochterfirma eVenture Capital Partners in Startups investiert.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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