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Wer die Wahl hat, hat die Qual: Entscheidungsfindung in Projekten (Teil 2)

Wer Die Wahl Hat, Hat Die Qual: Entscheidungsfindung In Projekten (Teil 2)

Nachhaltig positive Entscheidungen treffen, ist harte Arbeit!

Gute Entscheidungen müssten doch eigentlich offensichtlich sein. So denkt man. Allerdings ergeben sich gerade in der Projektarbeit viele Situationen, in denen „gut“ ein relativer Begriff ist. Was für die eine Interessengruppe positiv ist, verärgert vielleicht die andere. Am Ende stehen Sie als Projektleiter zwischen den Stühlen. Ideal ist etwas anderes. Damit umgehen zu können, muss man erst einmal lernen.

Bevor wir auf die Arten der Entscheidungsfindung eingehen, machen Sie sich am besten eine Wahrheit klar und verinnerlichen Sie diese: Die perfekte Entscheidung gibt es nur sehr selten. Häufig bringt jede Wahl auch Nachteile mit sich, das gehört einfach dazu. Das liegt in größeren Projekten vor allem an den gegeneinander laufenden Interessen der verschiedenen Gruppen.

Je nach Projekt und Unternehmen kann der Entscheidungsfindungsprozess eine sehr umfangreiche Größe mit festen Strukturen und der Beteiligung etlicher Personen haben. Aber nicht immer muss es kompliziert sein. Nachfolgend geben wir Ihnen einige hilfreiche Tipps zum Thema Entscheidungsfindung, die sich gerade in kleinen, bis mittelgroßen Projektgruppen sehr bewährt haben.

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Das Bauchgefühl

Es mag Ihnen vielleicht esoterisch vorkommen, aber das eigene Bauchgefühl ist gerade bei erfahrenen Projektleitern immer noch ein wichtiger Indikator. Lange, bevor Sie eine Entscheidung „zerdacht“ haben, gibt Ihnen Ihr Körper Signale. Bekommen Sie bei einem Vorschlag ein Ziehen im Magen, ist das ein wichtiges Zeichen für: Vorsicht, hier stimmt etwas nicht! Oft wissen Sie noch gar nicht, was Sie an dem Vorschlag stört, aber Sie wissen, dass Sie genauer nachhaken müssen und das ist Gold wert!

Nutzen Sie diese Reaktionen für sich und Ihre Entscheidungsfindung. Man sagt nicht umsonst, diese Entscheidung bereitet mir Magenschmerzen. Es steckt häufig viel mehr dahinter, als wir denken!

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Pro- und Contra-Liste

Die Pro- und Contra-Liste ist neben dem Bauchgefühl sicherlich eines der ältesten Werkzeuge der Entscheidungsfindung. Dafür existieren unzählige Vorlagen im Internet. Man kann sie sehr simpel oder sehr fein aufgelöst verfassen. Der Vorteil liegt in ihrer schnellen Umsetzbarkeit. Sie lässt sich zudem auch gut in Teammeetings als Gruppenarbeit erstellen, so erhält man einen viel breiteren Blick über die Vor- und Nachteile diverser Lösungen.

3

Nur „eine“ Option ist keine Otpion

Im Entscheidungsprozess ist es wichtig, dass man Optionen entwickelt. Wenn Sie nur eine Option haben, treffen Sie ja eigentlich keine Entscheidung. Sie könnten dann höchstens noch zwischen Ja oder Nein wählen. Das ist eine eher schlechte Ausgangslage. Gute Entscheidungen entstehen aber meist aus einem Umfeld an Möglichkeiten. Zum Beispiel, wenn es um die Wahl einer Software geht.

Denn gerade die Optionen erweitern den Blick auf die Sache ungemein und decken so häufig Punkte auf, an die Sie vorher gar nicht gedacht haben.

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Umfeld beachten!

Niemand ist eine Insel! Das gilt auch für Entscheidungsprozesse in der Projektarbeit. Wie bereits in der Einleitung schon beschrieben, kann eine vermeintlich gute Entscheidung am Ende vielleicht gar nicht gut sein. Sie sollten stets Ihr unternehmerisches Umfeld miteinbeziehen, wenn es um Entscheidungen geht. Vielleicht hat Ihre Präferenz in anderen Abteilungen nachhaltige Konsequenzen. Sie sparen eventuell 20 Prozent Arbeit ein, aber die Kollegen im Büro nebenan haben durch die neue Lösung auf einmal 80 Prozent Mehrarbeit. Damit würden Sie sich alles andere als beliebt machen. Auch nicht in der Chefetage. Entscheidungen sollten also stets auf firmeninterne Kompatibilität geprüft werden, wenn andere Abteilungen betroffen sein könnten.

Achten Sie auch stets auf mehrere Quellen, wenn es um den Bezug von kritischen Informationen geht. Es kommt immer wieder vor, dass wichtige Dinge einfach nicht weitergegeben werden, um die Entscheidung aus eigenen Interessen in die ein oder andere Richtung zu lenken. Wenn Sie sich das bewusst machen, sind Sie viel schwieriger zu manipulieren!

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Proof Of Bias

Neutralität ist ein schöner Gedanke, aber am Ende haben wir alle emotional geprägte Präferenzen, die sich auch auf unsere Entscheidungsfindung auswirken. Um herauszufinden, ob eine Entscheidung wirklich gut ist, kann es helfen, sie als falsch anzusehen. Nehmen Sie doch einfach mal Ihren Vorschlag auseinander. So als wäre es die Wahl von jemand anders und beweisen Sie, dass es keine gute Entscheidung wäre. Damit decken Sie vielleicht Schwachpunkte auf, die Ihnen durch Ihre emotional eingefärbte Entscheidungsfindung vorher vielleicht nicht bewusst waren. Finden Sie davon wenige oder keine und können die Wahl nicht als falsch klassifizieren, scheint die Entscheidung gut zu sein.

Dieser Prozess ist nicht immer einfach, da er leider auch dazu führen kann, dass man sich eingestehen muss: Ihr Vorschlag war die falsche Wahl.

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Proof Of Concept

Manchmal hilft bei schwierigen Entscheidungen auch eine kleine Testphase. Gerade bei Software-Tools lässt sich das gut umsetzen. Gehen Sie kritische Entscheidungen also auch mal praktisch an. Ein Testlauf kann etwaige Schwächen schnell aufdecken und zu so manchem Aha-Erlebnis führen. Nicht umsonst fahren wir ein Auto häufig erst einmal Probe, bevor wir es kaufen.

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Mut zur Fehlentscheidung

In der Projektarbeit kommt es öfter vor als man denkt, dass sich gute Entscheidungen am Ende als doch nicht optimal herausstellen. Auch hier ist die Einführung eines Software-Tools ein beliebtes Beispiel. Vielleicht haben Sie sich für eine Projektmanagement-Software entschieden, die doch nicht zum Projektteam passt. Das hat sich aber erst nach ein paar Monaten gezeigt. Und nun? Wenn Sie merken, dass eine Lösung mehr Probleme bereitet, als positive Effekte zu generieren, hilft nur: Fehlentscheidung eingestehen und neu angehen!

Das Eingestehen von Fehlentscheidungen bereitet gerade Deutschlands Management immer wieder große Schwierigkeiten, da man nur ungern den Fokus auf die eigene Fehlbarkeit lenkt. Allerdings hat niemand etwas davon, wenn Sie aus Scham den Verlauf eines Projektes gefährden. Folgen Sie dem Prinzip der Ownership. Gestehen Sie die Fehlentscheidung ein und lernen Sie daraus. Schauen Sie, dass Sie eine nachhaltigere Lösung finden und geben Sie dann wieder 100%. Manchmal stehen zum Zeitpunkt einer Entscheidungsphase gar nicht alle wichtigen Informationen zur Verfügung. Fehlentscheidungen gehören zu Projekten einfach dazu.

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