Überspringen zu Hauptinhalt

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Entscheidungsfindung in Projekten (Teil 1)

Wer Die Wahl Hat, Hat Die Qual: Entscheidungsfindung In Projekten (Teil 1)

Sie kennen das sicher auch. Zwei Beispiele aus dem Alltag:

Kaffee-Blockade

Sie stehen zur Mittagszeit an der Kasse im Starbucks Ihrer Wahl an und die Dame (nennen wir sie Petra) vor Ihnen überlegt ewig, was sie nehmen soll. Die Auswahl ist ja so groß und man kann sich einfach nicht entscheiden. Sie selbst wussten schon am Eingang, was Sie möchten, denn darauf haben Sie sich schon auf dem Weg zum Barista Gedanken gemacht. Ihnen war klar, dass Sie eine Entscheidung treffen müssen und haben diesen Prozess beschleunigt, indem Sie schon auf dem Weg online in die Getränke-Auswahl geschaut haben. Ohnehin hatten Sie bereits eine gewisse Tendenz, die sich in der Online-Recherche lediglich bestätigt hat. Und selbst, wenn Sie das nicht getan hätten: Petra und Sie mussten mehr als fünf Minuten anstehen, bis Sie an der Kasse waren. Genug Zeit, die Auswahl zu studieren. Der Umstand, dass Ihnen jemand gerade wertvolle Lebenszeit aufgrund von Entscheidungsfindungsproblemen raubt, sorgt nicht gerade für die Erhaltung Ihrer bis dahin guten Laune. Auch das Personal und der Rest, der ansteht, ist irgendwann genervt, denn mittlerweile geht die Schlange bis vor die Tür und die Baristas stehen untätig rum. Das wird langsam auch Petra klar und sorgt für Druck und noch mehr Probleme, sich zu entscheiden. Am Ende empfiehlt eine Barrista den neuen Chocko-Choice-Decision-Express mit extra Sahne. Petra stimmt dieser Empfehlung notgedrungen zu und kauft das entsprechende Getränk. Beim Herausgehen aus dem Café sehen Sie noch aus dem Augenwinkel das wenig begeisterte Gesicht von Petra, als sie den ersten Schluck nimmt und feststellt, dass sie gerade sechs Euro für etwas bezahlt hat, dass sie gar nicht mag.

Petra hat eine schlechte Entscheidung getroffen, weil sie erstmal keine Entscheidung getroffen und dann den gesamten Prozess blockiert hat. Am Ende hat sie die Entscheidung aufgrund des externen Drucks quasi abgegeben, damit der Prozess weitergehen kann und ist mit dem Ergebnis mehr als unzufrieden.

Fahrradfahrer in der Bahn

Wenn Sie mit der Bahn zur Arbeit pendeln, wird Ihnen zwangsläufig eine Sache unter Umständen immer wieder begegnen: Die Bahntüren öffnen sich, die Menschenmenge strömt auf die Treppe und dann kommen Pendler mit Fahrrad. Anstatt zu warten, bis die Menschenmenge an ihnen vorbeigegangen ist (was eigentlich sehr schnell geht), quetschen sich die bereiften Pendler gerne mit dem geschulterten Fahrrad in die Menge. Konsequenz daraus ist, dass der Pendlerfluss nachhaltig stockt, denn immer wieder muss der Fahrradfahrer ruckartig stoppen, ansonsten rennt er mit dem Fahrrad in Menschen vor ihm oder ist drauf und dran, die Balance zu verlieren. Hinter ihm kämpft die Menschenmenge stetig darum, nicht sein Hinterrad ins Gesicht zu bekommen.

Diese fahrradfahrenden Pendler haben eine schlechte Entscheidung getroffen, weil sie sich selbst eines schnellen Vorankommens beraubt haben, indem sie nicht warten konnten. Auch hier ist der Prozess gestört.

Was haben beide Beispiele gemeinsam?

  • Es fehlt bei beiden der Blick für den Prozess und das große Ganze
  • Die Entscheidungen haben negative Auswirkungen auf alle andern und die Verursacher selbst

Wenn wir schon bei Alltagsproblemen reichlich Konflikte haben, in denen Entscheidungen und ihre negativen Konsequenzen eine Rolle spielen, wie ist das dann erst in wirklich wichtigen Umfeldern, wie zum Beispiel der Projektarbeit?

Führungstechniken für Projektleiter

Welche Rollen nehmen Sie als Projektleiter ein? Und was müssen Sie bei der Führung und Kommunikation beachten? Antworten gibt's im Whitepaper!
Jetzt herunterladen!

Die Qual der Wahl

Als Projektleiter müssen Sie ständig Entscheidungen treffen oder Entscheidungen einholen. Je nach Unternehmen und Ihrem eigenen Status beziehungsweise Ihrer Befugnis kann das mehr in die eine oder andere Richtung gewichten. Daraus entstehen auch viele Probleme. In einer perfekten Welt wären Entscheidungen immer leicht, doch häufig sind sie das nicht. Wer entscheidet, muss auch die Konsequenzen tragen und das führt gerade in Projekten immer wieder zum Stillstand.

Warum Entscheidungen nicht getroffen werden:

  • Niemand möchte die Verantwortung tragen
  • Es stehen nicht genug Informationen für eine schlüssige Entscheidung zur Verfügung
  • Keiner der Anwesenden ist befugt, diese Entscheidungen zu treffen
  • Niemand weiß, wer eigentlich befugt ist, so etwas zu entscheiden, denn das wurde nie besprochen
  • Man hofft, das Problem erledigt sich von selbst
  • Machtspiele: Jeder will die Entscheidung treffen, also wird erstmal keine getroffen

Warum schlechte Entscheidungen getroffen werden:

  • Es wurde vorschnell entschieden, obwohl kein umfassendes Bild der Situation zur Verfügung stand
  • Jemand mit disziplinarischer Macht hat etwas aus eigennützigen Interessen entschieden (vorrangig, um als „Macher“ zu gelten) ohne die Konsequenzen für andere miteinzubeziehen
  • Informationen wurden bewusst zurückgehalten, um einem Kollegen „eins auszuwischen“ und ihn so ins offene Messer laufen zu lassen
  • Die Situation hat sich geändert und die getroffene Entscheidung passt nicht mehr zu den Rahmenbedingungen
  • Man konnte sich zuerst nicht entscheiden und musste sich dann aufgrund des Zeitdrucks „für irgendeine“ Lösung entscheiden, weil die guten Optionen nicht mehr verfügbar waren

Natürlich kann man bei beiden Themen noch zahlreiche Unterpunkte aufführen, aber die Message sollte auch so klar sein. Schlechte Entscheidungen haben in Projekten meist mit mangelnden Informationen oder fehlendem Verständnis für die Prozesse, Machtgerangel und ungeklärten Befugnissen zu tun.

Wie Sie als Projektleiter mit diesen Stolpersteinen souverän umgehen, erfahren Sie in Teil Zwei der Serie Entscheidungsfindung in Projekten.

Projekterfolg leicht gemacht!

Verfeinern Sie Ihre Projektmanagement-Fähigkeiten mit unserem Seminar Projektplanung- steuerung und -kontrolle in der Praxis  und bringen Sie Ihre Projekte damit auf Erfolgskurs!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Wie führen Sie internationale Projektteams zum Erfolg?

Welche Vorteile versprechen internationale Projektteams? Und was müssen Sie bei der Kommunikation beachten? Antworten gibt’s in unserem Whitepaper!