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Energy Leaders 2017: Finden wir die große Linie?

Energy Leaders 2017: Finden Wir Die Große Linie?

„Gestern wurde die große Linie besprochen, das war gut.“ sagte ein Teilnehmer am Frühstücksbuffet des Energy Leaders Innovationsforums 2017. Und das war auch Sinn der Veranstaltung, bei der über zwei Tage Stück für Stück die großen Zukunftsthemen der Energiewirtschaft auf dem Programm standen. In einer vertraulichen Atmosphäre konnten im Berliner Amano Grand Central unweit des Regierungsviertels die wichtigen Diskussionen auch in der Tiefe geführt werden. So fanden die Denkanstöße aus den Impulsvorträgen und Keynotes ihren Weg in zahlreiche Podiumsdiskussionen und zogen sich auch durch das abendliche Networking. Wir blicken heute nochmal auf die wichtigsten Themen der Veranstaltung zurück.

Die Energiewirtschaft der Zukunft

Wettbewerb, Netze, Energiewende… Der erste Teil der Konferenz stand ganz unter der Maxime, die Zukunft der Energiewirtschaft in Deutschland abzustecken. Das begann mit einer Bestandsaufnahme von Andreas Mundt, dem Präsidenten des Bundeskartellamts, der den Status des Wettbewerbs auf dem Energiemarkt unter die Lupe nahm. Insgesamt viel sein Urteil ganz positiv aus und er betonte, für einen gesamteuropäischen Energiemarkt sei Wettbewerb die einzige denkbare gemeinsame Klammer. Eine gemeinsame Regulierung sei fast unmöglich.

Verhindert zu starke Regulierung die Energiewende?

Der Verlauf der Energiewende wurde unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Ein häufig auftauchender Punkt: Wir müssen uns wieder klarmachen, welche Ziele das Projekt eigentlich hat. Es gebe derzeit davon zu viele und das Wesentliche, nämlich die Minderung der CO2-Emissionen, würde aus den Augen verloren. Eine Energiewende sei zudem nur mit der Wirtschaft möglich und nicht gegen sie. Es gebe leider keinen konkreten Plan für eine Energiewirtschaft der Zukunft – und da müsse vor allen Dingen die Politik nachbessern.

Aufgeworfen wurde auch die Frage, ob die Energiewende denn nun top-down oder bottom-up verlaufen soll. Ist es sinnvoll von der Politik alles durch zu regulieren, während der eigentliche Treiber der Energiewende die Innovation ist? Die vorgegeben Energiewende der Politik, die darauf basiere, möglichst viele erneuerbare Erzeugung nachzubauen, sei mit den in Gesellschaft, Startups und Konzernen dezentral entstehenden Innovationen gegebenenfalls gar nicht kompatibel. Das betonte auch Herr Mundt, als er auf das EEG zu sprechen kam, dass das Wettbewerbsprinzip teilweise durch Regulierung ersetzt und damit zu Fehlallokationen geführt habe.

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Zum Thema Regulierung und zur Energie „nach der Wahl“ kam auch die Politik zu Wort: In einem Streitgespräch zwischen Dr. Simone Peter, der Bundesvorsitzenden der Grünen, und Dr. Joachim Pfeiffer, dem wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wurden die Wahlversprechen für 2017 abgesteckt. Die beiden stellten sich in der langen Session einigen ziemlich kritischen Fragen der Teilnehmer. Ihre Antworten boten reichlich Diskussionsstoff für das anschließende Dinner.

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Eine Zukunft ohne Gas. Möglich? Überhaupt sinnvoll?

Schon am ersten Tag sprach Dr. Ingo Luge, Vorsitzender der Geschäftsführung von E.ON Deutschland, über die Potenziale der Sektorkopplung. Die klingen in der Theorie gut: Den Strom aus erneuerbaren Energien könnte man im Verkehrsbereich „parken“ und nutzen, zum Beispiel in Elektroautos, falls diese jemals Verbreitung finden. Außerdem könnte man ihn in Gas umwandeln und die vorhandene Infrastruktur unseres Gasnetzes ausnutzen, um ihn auch im Wärmebereich einzusetzen. Technologien für eine Kopplung der Sektoren Wärme, Strom und Mobilität seien jeweils vorhanden. Allerdings betonte Herr Dr. Luge auch, die Sektorkopplung sei kein Selbstzweck. Wenn Strom so teuer bleibe wie derzeit, werde er es sehr schwer haben, auf diese Weise genutzt zu werden. Die Sektorkopplung müsse außerdem der Dekarbonisierung dienen – und die habe in den letzten Jahren stagniert, trotz eines Ausbaus der erneuerbaren Energien.

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Energiewirtschaft 2020: Gas und Sektorkopplung

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Das Thema Gas zog sich durch die ganze Veranstaltung und wurde eingehend debattiert. Besonders für Aufsehen sorgte eine jüngere Forderung, Deutschland solle sich vom Erdgas verabschieden sowie die Tatsache, dass der Anteil von Erdgas am deutschen Energiemix in den letzten Jahren abnahm. Erdgas habe enormes Potenzial, eine starke Übergangslösung bei der Energiewende zu sein. Die Modernisierung im Heizungskeller war einer der Punkte, die hier angesprochen wurde, aber es wurden auch zahlreiche spannende Innovationsmöglichkeiten zu anderen Nutzungsarten durch den Endverbraucher vorgestellt. Zum Beispiel eine einfach installierbare Gaszapfsäure für zu Hause oder auf dem Firmenparkplatz. Doch auch hier müsse beachtet werden, dass vieles mit der Regulierung nicht möglich ist.

 

Deutschland ist in der Welt alleine

Deutschland sei eine „Insel der Glückseligen“ sagte Dr. Uwe Franke, der Präsident des Weltenergierat Deutschland. Er zeigte anhand internationaler Entwicklungen auf, dass die fossilen Energieträger bis auf weiteres weltweit eine große Rolle spielen werden. Die Energiewende sei, wenn man die Zahlen betrachte, im Endeffekt kein deutscher Exportschlager.

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Bis 2035 nehmen sie weiterhin 75 Prozent des globalen Energiemix ein, auch Gas spiele dabei eine Rolle – vor allem das stark aufkommende LNG. Die einzige Lösung, das zu verhindern, sei ein globales Verbot. Deshalb müsse Gas als Partner auf dem Weg zu Klimazielen verstanden werden. Deutschland sei mit seiner Konzentration auf erneuerbare Energien in der Welt ziemlich alleine. Günter Bauer, der Geschäftsführer von Bayerngas, schlug diesbezüglich in eine ähnliche Bresche und verlangte von der Politik, einen gesamtwirtschaftlichen Energieplan zu entwickeln, der eine Sektorkopplung und das Erdgas mit im Auge behält.

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Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung

Das seien die 3 Megatrends, die das Wachstum der Energiewirtschaft treiben, sagte Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung der 50Hertz Transmission GmbH. Damit hatte er Recht, denn diese drei Themen zogen sich auch durch alle weiteren Blöcke der Veranstaltung. In Bezug auf die Digitalisierung sprachen die Teilnehmer über Geschäftsmodelle und Technologien, aber auch über die interne Organisation moderner Unternehmen. Ein wichtiges Thema waren außerdem die Kommunen und die Beiträge, den sie zur Energiewende leisten können, sollen und müssen.

Zu den wichtigsten Themen der Veranstaltung werden wir in den kommenden Wochen eine Reihe von White Papers veröffentlichen, in denen wir die Erkenntnisse der Veranstaltung redaktionell aufbereiten. Diese können Sie dann auch auf unserer Website herunterladen. Alles in allem war das Energy Leaders Innovationsforum eine spannende Veranstaltung, auf der im kompakten Format und in einer sehr sachlichen Atmosphäre einmal alle wichtigen Zukunftsthemen der Branche auf den Tisch kamen. Wir hoffen, falls Sie dabei waren, dass Sie eine gute Zeit hatten, und wir bedanken uns für die tollen Diskussionen und Denkanstöße!

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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