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Energiewende ohne die USA?

Energiewende Ohne Die USA?

Energiewende, Elektroautos, Weg von Kohle und Atomkraft… Wofür machen wir das eigentlich? Natürlich auch, weil es vom Gesetzgeber angeorndet wird. Und wegen energie- bzw. wirtschaftspolitischer Ziele: Es geht um Energieautarkie, um die Entwicklung neuer, international wettbewerbsfähiger Wirtschaftszweige, ums Prestige. Aber am Ende vom Lied geht es ja eigentlich um eines: Den Klimawandel. Es geht darum dafür zu sorgen, dass unser Planet für Säugetiere wie den Menschen bewohnbar bleibt. Und das ist eine Herausforderung, der nur international begegnet werden kann.

Schon deshalb richten sich mindestens alle vier Jahre die Blicke auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die haben noch immer eine wirtschaftliche Vorreiterrolle im Westen. Was wird die neue Trump-Regierung für die internationale Energiepolitik bedeuten?

Energiepolitik der USA: Status quo und Geschichte

Musterschüler waren die Vereinigten Staaten wohl nie, wenn es um ihre Energiepolitik geht. Lange waren sie das Land mit dem weltweit höchsten Primärenergieverbrauch, bevor China sie in dieser Kategorie überholte. Sie sind bekannt für ihre hohen CO2-Emissionen und auch dafür, dass sie als einziges Industrieland nie das Kyoto-Protokoll ratifizierten.

Dennoch war in den letzten Jahrzehnten vor allem unter der Obama-Regierung so etwas wie ein Bekenntnis zu einer sauberen Klimapolitik erkennbar. Das fing aber schon unter George W. Bush an, wenn auch unter Bemühung einer speziellen Rhetorik: Damals ging es nämlich um die Abhängigkeit der USA von Öl aus den Staaten des Nahen Ostens, die die Bush-Regierung durch alternative Energiequellen auflösen wollte. Mit dem Energy Independence and Security Act von 2007 sollte im nationalen Maßstab eine Verbesserung der Energieeffizienz und eine Erhöhung der Energieförderung aus erneuerbaren Quellen erreicht werden. Ein Meilenstein in der amerikanischen Klimapolitik.

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https://www.youtube.com/watch?v=uYXyYFzP4Lc

This gives us the best possible shot to save the one planet we got.

Barack Obama zum Pariser Klimaabkommen

Der Nachfolger Bushs und nun ausgeschiedene Barack Obama trat dann in seinem ersten Wahlkampf unter anderem als Klima-Kandidat an. Er versprach Investitionen in saubere Energie, massive Einsparungen beim CO2-Ausstoß, erhebliche Steigerungen bei der Energieeffizienz und, dass die USA eine internationale Führungsrolle bei der Energiepolitik einnehmen würden. Im American Recovery and Reinvestment Act, dem Konjunkturprogramm, das die Regierung nach der internationalen Finanzkrise startete, sowie im Rahmen einiger weiterer Maßnahmen zu Beginn seiner ersten Amtszeit investierte er über 80 Milliarden Dollar in grüne Jobs, Infrastruktur, erneuerbare Energien und mehr. 2015 wurde zudem der Clean Power Plan der Environmental Protection Agency (EPA) vorgestellt, der zum ersten Mal in der Geschichte des Landes die Emissionen von Kraftwerken einem nationalen Limit unterwarf. Außerdem verhinderte die Regierung den Bau der Keystone XL Pipeline von Kanada in die USA und einigte sich mit Kanada auf ein Verbot der Ölförderung in Arktis und Atlantik. Gegen Ende seiner Amtszeit ratifizierten die USA zuletzt das Pariser Klimaabkommen.

2017: Rückkehr zum Öl und Abkehr von der Energiewende

Was viele republikanische Präsidentschaftskandidaten in ihren Wahlkämpfen ankündigten, setzt Präsident Trump nach seinem Wahlsieg nun in die Tat um: Die Klimapolitik der demokratischen Regierung wird unter der Maxime, möglichst viele Jobs zu schaffen, wieder zurückgedreht. So muss sich wohl auch Europa darauf einstellen, dass erstmal die Energiewende ohne die USA stattfindet. Als eine der ersten Amtshandlungen genehmigte Trump nun doch die Keystone XL Pipeline sowie ebenfalls die Dakota Access Oil Pipeline. Auch den Clean Power Plan möchte er komplett abschaffen, da er der Wirtschaft schade. Und sein Energieplan sieht eine verstärkte Rückkehr zu fossilen Energieträgern vor. Nicht zuletzt verschwanden am ersten Tag seiner Amtszeit alle Erwähnungen des Klimawandels von der Website des Weißen Hauses. Die Seiten der EPA zu dem Thema sollten ebenfalls gelöscht werden.

Bild: Trump Tower

Energiewende ohne die USA?

Das geht wohl kaum, auch wenn man sagen könnte, dass nun wieder alles beim Alten ist. Schließlich haben die USA schon immer recht zögerlich bei der Klimapolitik mitgewirkt. Andererseits wurde genau das jahrzehntelang international moniert. Und die neue, offen ausgesprochene Abkehr von einer klimafreundlichen Energiepolitik ist wohl ein diplomatisches Novum. So müssen wir uns nun fragen, wie es weitergeht. Können wir auf die freie Wirtschaft hoffen, dass die die Sache selbst in die Hand nimmt? Immerhin haben in den USA die wichtigsten Technologie-Milliardäre – unter anderem Bill Gates, Mark Zuckerberg und Jeff Bezos – einen Energy Fund gegründet, mit dem die Forschung in dem Bereich vorangetrieben werden soll.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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