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Energiedrachen, künstliche Intelligenzen und Großinvestitionen

Energiedrachen, Künstliche Intelligenzen Und Großinvestitionen

Das Thema Energie ist für die Technologieriesen unserer Zeit eine Herausforderung. Und Google ist da keine Ausnahme. Denn der Energieverbrauch beim Betrieb von Rechenzentren ist hoch, die entstehende Hitze in diesen Betrieben nur mit Aufwand zu kühlen. Zum Glück sind Konzerne wie Apple, Facebook und Google nicht erst durch diese Not erfinderisch und machen sich Gedanken über Energieeffizienz und eigene Erzeugung. Während Facebook beispielsweise extra ein Rechenzentrum am Rande des nördlichen Polarkreises errichtet hat, sucht Google die Lösung in großen Investitionen und unkonventionellen Forschungsprojekten.

Großinvestitionen in Erneuerbare Energien

Bis 2025 will Google 100 Prozent seines Energiebedarfs über erneuerbare Energien abdecken. Über 2,5 Gigawatt habe man schon gekauft, heißt es auf der firmeneigenen deutschen Website. Der Konzern, der einst das Firmenmotto „Don’t be evil“ ins Feld führte, kauft dabei hauptsächlich aus Quellen in der Nähe der eigenen Rechenzentren, um seine umfangreichen Angebote in Sachen Search, Cloud und Advertising zu unterhalten. Da Google lange auf die Energie angewiesen sein wird und Planungssicherheit benötigt, ist das zweifellos mehr als bloße Imagepflege.

Bild von Windrädern auf einer grünen Wiese

Aber auch abseits der eigenen Standorte wurden Investitionen getätigt, aus denen Energie erzeugt wird, die Google nicht selber nutzt. Damit möchte man die Verbreitung sauberen Stroms in den USA fördern. Google ging sogar so weit, vor der Ostküste der USA ein 350 Meilen langes Unterseekabel zu verlegen, das Strom aus Windkraftanlagen der Küstenstaaten zum Festland transportieren soll. Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 6.000 Megawatt sollen verknüpft werden. Die Investitionen sollen wahrscheinlich nicht ausschließlich dem guten Zweck dienen, denn bei Google erhofft man sich auf das eingesetzte Geld eine gute Rendite in Form zukünftiger Erträge aus der neuen Infrastruktur.

Aber nicht alle Projekte von Google sind so konventionell…

Makani, der kleine Energiedrache

Google führt an vielen seiner Standorte Forschungsprojekte zur Entwicklung neuer Technologien durch. Dabei entstehen auch Ideen wie der Flugdrache Makani. Makani ist Hawaiianisch und bedeutet „Wind“. Genau den soll Makani sammeln, in 450 Metern Höhe.

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https://www.youtube.com/watch?v=UauZ9XEra98

Das Ganze funktioniert so: ein Fluggerät mit großen Gleitflügeln und vier Elektromotoren wird von Propellern in die Luft befördert. Oben angekommen sollen die Motoren abgeschaltet werden. Stattdessen treibt nun der Wind den Drachen an, der fortan in der Luft kreisen soll. Die Propeller fangen die Windenergie auf, die über Generatoren in Strom umgewandelt werden und über ein Kabel zur Erde zurückfließen.

Die Vorteile: in der großen Höhe weht stärkerer Wind als dort, wo normalerweise die Windräder ihre Kreise ziehen. (Das sind in der Regel 100 bis 250 Meter.) Außerdem ist der Drache nicht an einen Standort gebunden und kann eigentlich überall eingesetzt werden. Ähnlich wie bei Project Loon, bei dem Google mit Hilfe von Heißluftballons abgelegene Gebiete mit WLAN versorgen möchte, könnte man so auch Strom in schwierige Gebiete bringen.

DeepMind: Eine künstliche Intelligenz steuert Rechenzentren

Neben der Erzeugung ist die Energieeffizienz ein zweiter großer Hebel, an dem Unternehmen in ihrem Energiemanagement ansetzen können. Bei Google kaufte man dafür – wie könnte es anders sein – eine künstliche Intelligenz, indem man die Firma DeepMind übernahm. Das britische Start-up entwickelte einen Algorithmus, der in der Lage ist, komplexe Interaktionsnetzwerke zu verstehen, zu manipulieren und durch ständiges Lernen immer weiter zu optimieren.

Zunächst wurde die künstliche Intelligenz medienwirksam beim Go-Spielen getestet: Ein Programm mit dem Namen Alphago besiegte in den vergangenen Jahren mehrere Profis. Darunter waren auch der weltbeste Spieler Lee Sedol sowie der mehrfache Europameister Fan Hui. Ob Go komplizierter ist als Jeopardy, das IBMs Konkurrenz-KI Watson so erfolgreich spielte, darüber kann man nun streiten.

Nach ersten Versuchen setzte Google den Algorithmus schließlich dafür ein, seine Rechenzentren zu steuern. Er wurde in deren Kontrollinstanzen installiert, um über das Steuern von ungefähr 120 Variablen deren Energieverbrauch zu senken. Unter diesen waren nicht nur Kühlvorrichtungen, sondern auch so banale Anlagen wie Fenster. In nur kurzer Zeit konnte in den Rechenzentren der Energieverbrauch um 15 Prozent gesenkt werden, was Google einige hundert Millionen Dollar einsparte. In Zukunft möchte Google weitere Anwendungen daraus ableiten, um diese schließlich marktfähig zu machen.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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