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Elektromobilität: Regionalkonzepte am Beispiel von Iserlohn

Elektromobilität: Regionalkonzepte Am Beispiel Von Iserlohn

Bevor sich die Elektromobilität flächendeckend verbreitet, müssen noch ein paar Probleme gelöst werden. Und dabei geht es nicht nur um die Reichweite der Fahrzeuge, sondern auch um die Ladeinfrastruktur. Zwar gibt es in Deutschland mittlerweile knapp 6.500 Ladestationen für die Autos, doch das ist weit entfernt von der Dichte und auch der absoluten Zahl an Säulen in anderen europäischen Ländern. Hinzu kommt noch das Problem, dass die Säulen von unterschiedlichen Anbietern betrieben werden. Autofahrer müssen bei diesen registriert sein, um sie nutzen zu können. Bei „fremden“ Anbietern zu laden funktioniert entweder überhaupt nicht oder es ist eine saftige Gebühr dafür fällig. (Stellen Sie sich mal vor, normale Tankstellen würden so funktionieren; „Ach, Sie sind bei der Konkurrenz registriert? Dann kostet der Liter Super aber bei uns für Sie 2,50 Euro!“)

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass der Verkauf der Elektroautos bisher nur schleppend verläuft. Um dem Abhilfe zu schaffen, versuchen nun vor allem Städte und Kommunen für die Elektromobilität Regionalkonzepte umzusetzen. Wir werfen einen Blick auf eines davon und diskutieren die zugrunde liegenden Ziele.

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Regionalkonzepte für Elektromobilität: Ziele und Beweggründe

Zunächst sollten wir uns die Frage stellen, warum die Städte überhaupt so etwas machen. Schließlich lesen wir allenthalben, die Kommunen seien pleite. Warum also versuchen mittlerweile doch recht viele davon, ein eigenes Konzept auf die Beine zu stellen?

Insgesamt gibt es dafür vier Gründe, die nicht alle ganz uneigennützig sind:

1

Imagegewinn

Natürlich macht ein Projekt etwas her, bei dem sowohl Innovation, als auch Wirtschaftsförderung und Umweltschutz vorangetrieben werden. Mit solchen Projekten lässt sich gut nach Außen werben, aber auch nach Innen. Zum Beispiel, um Investoren anzulocken oder bei Wahlkämpfen.

2

Umweltschutz

Neben dem allgemeinen Ziel „Umweltschutz“, klagen vor allem Städte und Metropolregionen häufig über ein hohes Verkehrsaufkommen. Das erzeugt Lärm, verschmutzt die Luft und senkt so die Lebensqualität der Einwohner. Elektrofahrzeuge lösen diese Probleme. Wer es mit dem Umweltschutz ernst meint, muss allerdings auch den Strom für die Fahrzeuge aus erneuerbaren Energien gewinnen.

3

Verkehrsinfrastruktur

Elektromobilität ist auch eine Chance, die Verkehrsinfrastruktur einer Stadt oder Region zu modernisieren. Durch die Entwicklung neuer Mobilitätssysteme abseits des klassischen PKW kann zum Beispiel das Verkehrsaufkommen gesenkt werden. In ländlichen Regionen wiederum, die durch eine dünne Besiedlungsdichte den ÖPNV herausfordern, kann mit der Anschaffung neuer Fahrzeuge auch dessen Fuhrpark diversifiziert und auf die Bevölkerungsstruktur angepasst werden.

4

Wirtschaftsförderung

Ein frühes Engagement im Bereich der Elektromobilität kann Städten in Zukunft einen Standortvorteil verschaffen. Denn in diesem Bereich wird derzeit viel geforscht und entwickelt. Gerade für Automobilhersteller kann in Zukunft eine solche Infrastruktur ein gutes Argument für die Produktion in einer Region darstellen. Damit schaffen Kommunen nicht zuletzt zukunftsfähige Arbeitsplätze.

So macht man’s in Hamburg: Der Hamburger Masterplan zur E-Mobilität.

Elektromobilität in Iserlohn

Iserlohn ist keine Metropole: Die nordrhein-westfälische Stadt, die zum Märkischen Kreis im Sauerland gehört, beheimatet ungefähr 93.000 Einwohner. Die Stadt ist geprägt von großen Waldflächen und bekennt sich mit einer ganzen Reihe an Initiativen zum Klimaschutz. Mittlerweile stehen in dem vergleichsweise kleinen Mittelzentrum 17 Schnellladesäulen. Die erste wurde bereits 2009 in Betrieb genommen. Iserlohn ist in dem Bereich also verdammt gut aufgestellt. Mittlerweile nimmt die Stadt am EU-Projekt E-Mobility Works teil und setzt einen ambitionierten Aktionsplan um. Das Thema Mobilität sei sowohl für den Klimaschutz, als auch in puncto Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung, heißt es darin.

Die Handlungsfelder des Plans im Einzelnen

Ausbau der Kommunalen Fahrzeugflotte: Im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität wird die gesamte Fahrzeugflotte der Stadt modernisiert. Das sind immerhin 39 PKW, 13 Kleinbusse und 97 LKW. Das Ersetzen der Fahrzeuge soll neben der Stärkung oben genannter Umweltschutzziele auch  Akzeptanz der Elektromobilität in der Bevölkerung erhöhen. Der Strom dafür kommt ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.

Infrastrukturoffensive: Iserlohn möchte eine Ladeinfrastruktur einführen, die nicht nur ein dichtes Netz an Säulen gewährleistet, sondern auch eine intelligente Lösung für das Laden bietet: Mit dem sogenannten „SmartCable“ sollen Autofahrer unabhängig von ihrem Stromvertrag jeden Ladepunkt nutzen können. Dafür wird mit dem Berliner Startup ubitricity kooperiert. Außerdem wird die Kooperation mit weiteren Unternehmen der Region angestrebt und als Anreiz dürfen Elektrofahrzeuge in Iserlohn derzeit kostenlos parken.

Kooperationen: Um das Thema populärer zu machen kooperiert die Stadt mit zahlreichen Unternehmen. So sollen Autohäuser und Fahrradhändler Informationsveranstaltungen organisieren, Unternehmen werden bei der Integration von Elektroautos in ihr Geschäft unterstützt. Dabei werden auch lokale Wirtschaftsinitiativen, Flottenbetreiber und weitere Multiplikatoren angesprochen. Auch Kooperationen mit der FH Südwestfalen sowie benachbarten Städten und dem Kreis werden ins Auge gefasst.

Begleitet werden diese Handlungsfelder von ausführlichen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem sollen Synergien mit bestehenden Umweltmaßnahmen wie dem Klimaschutzkonzept und dem Verkehrsentwicklungsplan geschaffen werden. Eine wesentliche Schlüsselrolle bei alldem spielen auch die Stadtwerke, die nicht nur den Strom für das Unterfangen liefern, sondern gerade beim Infrastrukturausbau, bei der Vernetzung mit den Kooperationspartnern und bei der Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind.

Nicht zuletzt deshalb freuen wir uns, dass wir Dr. Klaus Weimer, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Iserlohn, auf unserem Energy Leaders Forum am 21. und 22. Februar in Berlin begrüßen dürfen. Wir sind gespannt, was er über das Projekt berichten wird! Informieren Sie sich am besten auf unserer Website, welche weiteren Highlights Sie auf der zukunftsweisenden Veranstaltung erwarten werden.

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Bild: blue_island | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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