Überspringen zu Hauptinhalt

Wie entwickelt sich der Einzelhandel? – Neue Trends und Konzepte

Wie Entwickelt Sich Der Einzelhandel? – Neue Trends Und Konzepte

Der deutsche Einzelhandel zeigt seit rund zwanzig Jahren kein reales Wachstum. Um auf diesem Markt Umsatzsteigerung zu erzielen, muss der Fokus auf das individuelle Wachstum gerichtet werden. Der Handel muss neue Konzepte, neue Vertriebsformen und neue Standorte entwickeln. Investoren sollten sich fortan nicht nur auf Standortanalysen konzentrieren, sondern auch die Konzepte der Betreiber prüfen, vor allem mit Blick auf deren Fähigkeit, auf die dynamischen Entwicklungen im Handel zu reagieren.

Joachim Stumpf ist seit 1994 Geschäftsführer und Gesellschafter der IPH Handelsimmobilien sowie seit 2007 auch Geschäftsführer der IPH-Muttergesellschaft BBE Handelsberatung, für die er bereits seit 1987 tätig ist. Die BBE ist seit 60 Jahren eine der führenden Standort- und Unternehmensberatungsgesellschaften im Bereich Handel und Konsumgüter. Die IPH ist Spezialist für die Entwicklung, Vermietung und das Management von Handelsimmobilien. Zudem fungiert Herr Stumpf seit 2010 als Geschäftsführer der elaboratum GmbH, deren Tätigkeiten unter anderem die Konzeption und Umsetzung von Multichannel-Verkaufssystemen sowie E-Commerce- und Mobil-Commerce-Aktivitäten umfassen.

Joachim Stumpf

Joachim Stumpf

Online-Shop und stationärer Handel schließen sich nicht aus

Zugpferd der aktuellen Entwicklungen sind die neuen Technologien. Sie beeinflussen das Käuferverhalten wie auch das Handelsmanagement maßgeblich. Verbraucher nutzen zunehmend mobile Apps oder das Internet, um einzukaufen. Electronic und Mobile Commerce stehen dennoch nicht zwangsläufig in Konkurrenz zum stationären Handel. Sie müssen aber im Rahmen eines Multichannel-Ansatzes beachtet werden. Die zunehmende Verschmelzung und Überlagerung beider Kanäle macht eine strikte Trennung zwischen online und offline nicht mehr möglich. So bieten auf der einen Seite viele stationäre Einzelhändler ihre Produkte im Internet an, auf der anderen Seite forcieren immer mehr Händler aus dem E-Commerce und Versandhandel den Sprung in den stationären Handel.

Die Digitalisierung des Handels

mobile-financeOb Smartphone, Tablet, PC oder stationäres Ladengeschäft: Konsumenten nutzen längst verschiedene Mittel und Wege für den Kauf neuer Produkte. Der Wettbewerb findet auf allen Kanälen statt. Für den stationären Handel ist es deshalb wichtig, seine Aktivität auf all diese Bereiche auszuweiten. Die Herausforderung dabei ist die sinnvolle, produktive Integration aller Kanäle, vor allem im Hinblick auf den richtigen Anteil der Online- und Offline-Aktivitäten. Welche Technologien in Zukunft tatsächlich einen Nutzen für den Handel hervorbringen, müssen die Händler in der Praxis noch herausfinden.

Der Multichannel-Ansatz verändert das Informationsverhalten der Kunden und weckt neue Erwartungen in Bezug auf Beratung, Service und Verkauf. Handelsunternehmen entwickeln sich stärker zu Technologieunternehmen mit neuen Geschäftsmodellen und Marketingstrategien. Der Trend geht insbesondere zur Digitalisierung der Verkaufsfläche. Neue digital unterstützte Services wie mobiles Bezahlen, mobile Kundenkarten oder Home Delivery erhalten Einzug in den Markt. Manche Unternehmen setzen außerdem auf Augmented oder Virtual Reality, eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Trotz E-Commerce weiterhin attraktiv: Fachmärkte und Shopping Center

Die neuen technologischen Entwicklungen wirken sich auf jedes Einzelhandels-Segment unterschiedlich aus. Die größten Umsatzverschiebungen in den E-Commerce werden im Non-Food-Bereich erwartet. Dennoch wird es auch hier zukünftig stationäre Handelsformate mit vielversprechenden Entwicklungsmöglichkeiten geben. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist folglich wichtig. Auch Shopping Center werden weiterhin attraktive Einkaufsstätten bleiben, haben aber angesichts der aktuellen Trends mit ihrer Positionierung zu kämpfen, vor allem außerhalb der Top-Standorte. Showrooming, bei dem Konsumenten Waren vor Ort im Geschäft praktisch prüfen, um diese anschließend zu einem günstigeren Preis im Internet zu beziehen, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Händler aus dem E-Commerce machen sich das nach wie vor beliebte Touch&Feel-Erlebnis zunutze. Schon jetzt geht rund einem Drittel der Online-Käufe ein Besuch in einem stationären Laden voraus.

Handelsmarken

Supermärkte bleiben zukunftsfähig

Die Zuwächse im Bereich Lebensmittel sind zwar ebenfalls hoch, allerdings auf insgesamt niedrigem Niveau. Viele Verbraucher wünschen sich frische und regionale Nahrungsmittel aus nachhaltigem Anbau. Der Online-Handel erscheint hier nicht transparent genug und ist daher nach wie vor eher unbeliebt. Die Lebensmittelhändler zeichnen sich zudem durch ein engmaschiges Filialnetz und ansprechende Präsentation ihrer Ware aus und zeigen außer beschränkten Öffnungszeiten keine Schwächen, die der Online-Handel zu seinen Gunsten nutzen könnte. Darüber hinaus gibt es für Kunden auch finanziell wenig Anreiz, Lebensmittel im Internet zu kaufen, da der Preisdruck in diesem Bereich ohnehin hoch ist und Margen für die Betreiber gering sind. Hier wird der E-Commerce wohl ein Nischenprodukt bleiben. Jedoch entwickeln immer mehr Supermärkte E-Commerce-kompatible Konzepte, darunter Services wie Click & Collect, bei denen eine Online-Bestellung direkt in eine Einzelhandelsfiliale geliefert wird. Für Investoren ist es also doch durchaus lohnenswert, weiterhin in Supermärkte zu investieren.

Die große Mehrheit der Betreiber im Lebensmittelbereich passt ihre Flächenstrategien derzeit vor allem an städtische Räume an. Grund dafür ist der wachsende Trend zur Reurbanisierung: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte – die Händler folgen ihnen. Neben klassischen Supermärkten wie Rewe und Edeka eröffnen auch Ketten wie Kaufland, die standardgemäß eher großflächige Läden führen, und Discounter wie Aldi und Penny immer mehr Filialen in den Stadtzentren. Demzufolge zeichnen sich die neuen Konzepte im Lebensmitteleinzelhandel insgesamt durch kleinere Verkaufsflächen aus als bisher üblich.

Die Zukunft des E-Commerce

Rückblick E-Commerce Executive Circle

Was bringt die Zukunft des E-Commerce? In unserem White Paper erfahren Sie alles zu aktuellen Entwicklungen und lassen sich von Projekten aus der Praxis inspirieren.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Künstliche Intelligenz: Mythen, Daten & Fakten

Welche KI-Mythen sind wahr? Lernen Sie beim Lesen oder Filmeschauen die neusten Debatten zur Künstlichen Intelligenz kennen und erweitern Sie Ihren Horizont!

Jetzt mehr erfahren!

Download: KI kann auch unterhaltsam sein!

Wie sehen nachhaltige Lösungen & digitale Strategien für den Handel aus?

Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse des 5. Handelsmarken Forums 2020 für Sie zusammengefasst - mit wertvollen Tipps für Ihr Business!

Jetzt herunterladen!

Zukunftsaussichten für den Immobilienstandort München

Zwischen Riesenpotenzial und Regulierung: Informieren Sie sich in diesem Whitepaper über die Chancen und Herausforderungen des Immobilienstandorts München.

Jetzt herunterladen!

Bleiben Sie up-to-date in Sachen Bau- und Immobilien-Recht