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Neue Technologien von Early Adoptern: Fünf Lektionen für einen zukunftsorientierten Umgang

Neue Technologien Von Early Adoptern: Fünf Lektionen Für Einen Zukunftsorientierten Umgang

Wer kennt es nicht, Sie sind gerade im Urlaub in einem schönen Hotel angekommen. Nach dem Frühstück gehen Sie entspannt zum Pool. Allerdings sind schon seit sechs Uhr morgens die besten Plätze per Handtuch reserviert. Was im Urlaub nerven kann, lohnt sich bei neuen Technologien.

Early Adopter, der frühe Nutzer, der sein Handtuch als erster platziert, ist eines der Schlagwörter der Digitalisierung. Firmen positionieren sich gerne als Early Adopter, ohne notwendigerweise die Implikationen zu verstehen. Dabei gibt es einiges zu lernen von Unternehmen, die früh auf neue Technologien setzen. Was genau, berichtet Holger Grüneberg in diesem Beitrag.

Holger Grüneberg ist seit September 2016 Project Manager bei RITTERWALD und verantwortet die Aktivitäten im Bereich Digitalisierung. In dieser Rolle konnte er viele Immobilienunternehmen in den ersten Schritten der Digitalisierung unterstützen – vom ganzheitlichen strategischen Ansatz bis zu sehr konkreten prozessualen Verbesserungen.

Er hat über sieben Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Unternehmensberatung, Digitalisierung und Startups sowie Investment Banking.

Holger Grüneberg

Holger Grüneberg

Early Adopter – Oder wie neue Technologien im Markt angenommen werden

Die weite Verbreitung, die der Begriff Early Adopter in Startup- und Technologie-Kreisen hat, verdankt er dem Buch „Crossing the Chasm“ von Geoffrey A. Moore.

Erinnern Sie sich, wann Sie ihr erstes Smartphone gekauft haben? Waren Sie einer der Menschen, die im Jahr 2007, als Apple das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, vor dem Apple-Store campierten? Die Antwort auf diese Frage verrät Ihnen einiges darüber, wie Sie neue Technologien annehmen. Wenn Sie tatsächlich einer der Camper vor dem Apple-Store waren, dann sind Sie wahrscheinlich kein Early Adopter, sondern Innovator. Technologie-Enthusiasten (Innovatoren) sind diejenigen, die ein neues Gerät aus Liebe zu Neuheiten, zu Innovationen und zu technischen Geräten generell kaufen. Sie sind das erste Glied des sogenannten „Technology Adoption Lifecycle“ (Abb. 1) und machen circa 2,5 Prozent der Bevölkerung aus. Das nächste Glied sind die Early Adopter mit circa 13,5 Prozent. Die frühe Mehrheit mit circa 34 Prozent pflegt einen pragmatischen Umgang mit neuen Technologien. Das Produkt muss funktionieren, bevor sie es annehmen. Im Gegenzug erwarten sie allerdings auch keine revolutionären Produktivitätszuwächse. Die späte Mehrheit macht circa 34 Prozent aus, ist konservativ geprägt und nutzt das Produkt dann, wenn es die meisten bereits machen. Nachzügler mit circa 16 Prozent werden das Produkt erst dann nutzen, wenn es anders nicht geht. Vielleicht kennen auch Sie jemanden im Bekanntenkreis, der sich bis heute gegen Smartphones sträubt?

 

theChasm

5 Lektionen von Early Adoptern – Was Unternehmen lernen können

Was kann nun von Early Adoptern gelernt werden? Early Adopter sind nicht per se besser oder schlechter als andere Marktteilnehmer, sie gehen einfach mit anderen Prämissen an Änderungen heran. In einer Zeit, in der technische Neuerungen immer schneller auf den Markt kommen, stellen sich auch Unternehmen die Frage, wie sie sich zukunftsorientiert positionieren und den Anschluss an neue Technologien nicht verpassen.

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Early Adopter hoffen auf große Sprünge

Ein anderes Wort, mit dem man Early Adopter beschreiben kann, ist „Visionär“. Early Adopter sind Visionäre, die eine entsprechende Zielrichtung mit der frühen Nutzung neuer Technologien verfolgen. Sie wollen eine neue Technologie, mit der sie die Konkurrenz weit hinter sich lassen. Keine inkrementelle Verbesserung, sondern der große Wurf ist das erklärte Ziel.

Von dieser Herangehensweise lässt sich einiges lernen. Wer versucht, neue Technologien und Innovationen als eine Möglichkeit zu sehen, mit der die Konkurrenz nicht nur auf Abstand gehalten, sondern überholt und überrundet werden kann, der denkt anders über Technologien nach. Freuen Sie sich, wenn ein Startup anruft und um einen Termin bittet – vielleicht ist genau diese Lösung der große Wurf, nach dem Sie suchen. Indem wir uns für diese Möglichkeit öffnen, öffnen wir uns auch für innovative Lösungsansätze.

Sprung

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Early Adopter haben ein Ohr am Markt

Early Adopter suchen aktiv nach Lösungen. Wer den großen Wurf erzielen will, der wartet nicht, bis ihm der entsprechende Anbieter zufällig im Meeting-Raum gegenübersitzt. Daher besuchen Early Adopter Veranstaltungen, auf denen sich Startups tummeln. Also gehen auch Sie dorthin und lassen Sie sich inspirieren.

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Early Adopter haben Ressourcen

Wer neue Technologien nutzen will, der muss auch bereit sein, dafür Geld auszugeben. Die meisten Startups haben keine teuren Lösungen. Häufig begegnen uns sogar Startups, deren Produkte derart günstig sind, dass wir an der Seriosität des Angebots zweifeln. Aber auch Startups müssen ihre Kosten decken und gerade diejenigen, die eine gute Lösung haben, werden den Business Case aus Kundensicht kennen. Es ist wohl kaum ein Einkauf eines größeren Konzerns jemals von einem Startup ausgehebelt worden. Aber die Bereitschaft, Geld für die Lösung auszugeben, muss vorhanden sein.

Fidor Bank Disruption

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Early Adopter haben die internen Weichen gestellt

Ist die Lösung gekauft, fängt die Aufgabe des Managements erst an. Prozesse müssen angepasst, Mitarbeiter geschult, Abstimmungsrunden durchgeführt und Auswertungen erstellt werden.

All dies ist deutlich einfacher, wenn es Rückenwind aus der eigenen Organisation gibt. Dieser kann unterschiedliche Formen annehmen. Von Top-Management Unterstützung, Digitalisierungsteams, die sich mit den Lösungen befassen und die Mitarbeiter entsprechend vorbereiten, bis hin zu dem bekannten Kreis Gleichgesinnter, die Lösungen gerne ausprobieren, reichen die Möglichkeiten. Wichtig ist nur: Kennen Sie Ihre Unterstützer und nutzen Sie sie! Kommunizieren Sie klar und verständlich und lassen Sie sich von gelegentlichem Gegenwind nicht entmutigen.

Bestenfalls sind die Digitalisierung, das Ausprobieren digitaler Lösungen und eine gewisse Innovationsfreude Bestandteil der Unternehmenskultur. Eine sinnvolle Verankerung in der Strategie des Unternehmens schafft eine sehr gute Grundlage für das erfolgreiche Umschwenken Richtung Early Adopter.

Falle, Sturz, Überrollen

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Early Adopter haben keine Angst vorm Scheitern

Nicht alle neuen Lösungen werden zum durchschlagenden Erfolg. Und selbst wenn eine Lösung gut ist und funktioniert, kann es sein, dass der Anbieter dieses Produktes irgendwann aufgibt. Early Adopter wissen das und lassen sich nicht entmutigen. Dieser recht einfache Sachverhalt hat allerdings vielfältige Implikationen, insbesondere im Kontext von Unternehmenskultur und Strategie. Ein bewusstes Hinarbeiten auf eine höhere Akzeptanz von möglichen Fehlschlägen ist ein wichtiger, häufig sogar der entscheidende Faktor hin zu mehr technologischer Offenheit.

Technologische Neuerungen und die Bereitschaft zu beständigem Wandel sind heute mehr denn je entscheidende Faktoren unternehmerischen Erfolgs. Early Adopter zeigen neue Wege und innovative Lösungen auf, die möglicherweise auch einen Wettbewerbsvorteil liefern können. Wenn Unternehmen die fünf Lektionen der Early Adopter beherzigen und sich für technische Innovationen öffnen, bildet dies die Ausgangsbasis für eine zukunftsorientierte Ausrichtung des gesamten Unternehmens.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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