Führen ohne Vorgesetzten-Funktion: Disziplinlos ohne Chaos

Nicole Widdekind

Der Mensch ist der Mittelpunkt jeden Unternehmens. Die Mitarbeiterbefähigung und -entwicklung ist daher ein zentraler Grundstein für den unternehmerischen Erfolg. Nicole Widdekind zeigt Ihnen Möglichkeiten, wie Sie trotz fehlender Vorgesetzten-Funktion (disziplinarischer Weisungsbefugnis) Ihre Mitarbeiter erfolgreich führen und motivieren können.

Nicole Widdekind ist seit 16 Jahren bei H&T Presspart GmbH & Co. KG in Marsberg beschäftigt. Nach der Leitung eines Produktionsbereichs ist Sie seit ca. 4 Jahren für den Bereich Personalentwicklung verantwortlich. Unter anderem ist Sie ausgebildete Führungs- und Kommunikationstrainerin, CIP und KATA Managerin! Ihr Fokus liegt auf der Mitarbeiterbefähigung und -entwicklung.

Führungsstrategien ohne Vorgesetzten-Funktion – diese Werkzeuge können helfen:

Führen mit Erwartungen

Wenn Sie etwas erwarten, sagen Sie es. Keiner von uns kann hellsehen. Es wird Ihnen helfen, wenn Sie direkt am Anfang klar sagen, welche Erwartungen Sie haben. Wenn Sie einen Spielraum haben, fragen Sie auch Ihre Teammitglieder nach deren Erwartungen. So vermeiden Sie im Vorfeld Missverständnisse und Sie haben alle dasselbe Ziel im Blick.

Führen mit Respekt und Vertrauen

Vertrauen Sie Ihrem Team – von Beginn an. Seien Sie verbindlich, d. h. halten Sie sich an Ihre Versprechungen. Und das Wichtigste, hören Sie zu, dann erfahren Sie vielleicht etwas Neues.

Führen mit Motivatoren

Fragen Sie Ihr Team, was sie motiviert jeden Tag zur Arbeit zu kommen. Nutzen Sie dann diese Motivatoren zur Führung. Ein Beispiel: als Motivator nennt ein Teammitglied Lob. Das heißt dann für Sie – Lob regelmäßig einzusetzen.

Motivation

Führen mit Einsicht

Erklären Sie immer das WARUM, schaffen Sie Verständnis. In dem Sie Hintergrundinformationen geben, geben Sie den Aufgaben einen Sinn und schaffen Verständnis innerhalb des Teams.

Führen als Vorbild

Erwarten Sie von Ihren Teammitgliedern nur das, was Sie selber bereit sind zu tun. Anders ausgedrückt – leben Sie vor, was Sie erwarten.

Führen mit Konsequenz

Auch bei einer reinen fachlichen Weisungsbefugnis haben Sie die Möglichkeit konsequent zu sein. Eingeschränkt und in anderer Art und Weise – aber Sie haben sie! Wenden Sie zum Beispiel die 1x 2x 3x Regel an.

Was beinhaltet diese Regel? Diese zeigt die Chancen für einen Mitarbeiter, die er erhält, bevor Konsequenzen fällig werden. Hier ein Beispiel zur Erklärung:

0

Sie haben sich mit einem Kollegen auf einen Termin geeinigt, zu dem er eine Aufgabe erledigen sollte. Der Kollege hat den Termin nicht eingehalten.

1x

Sie lassen sich von dem Kollegen einen neuen, realistischen Termin geben. Der Kollege hält erneut den Termin nicht ein.

2x

Zum zweiten Mal lassen Sie sich von ihm einen neuen Termin nennen. Ggf. nennen Sie einen Termin. Sie weisen dieses Mal auf mögliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung hin. Von diesen Konsequenzen müssen Sie natürlich wissen, dass Sie diese auch ausführen können.

3x

Leider hält der Kollege den Termin wieder nicht ein. Ohne erneutes Gespräch, führen Sie die Konsequenz aus. Eine mögliche Konsequenz könnte das Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten sein.

Führen will gelernt sein. Als guter Vorgesetzter reicht es aber nicht aus eine perfekte Führungsstrategie zu kennen, sondern es braucht vor allem Einfühlungsvermögen. Mithilfe von persönlichem Feedback schaffen Sie eine Verbindung zu dem Mitarbeiter, die diese Empathie signalisiert.

Feedback – das Prophylaxewunder

Feedback ist die Rückmeldung einer Wahrnehmung. Das kann Lob oder konstruktive Kritik sein. Loben Sie als Bestätigung des Verhaltens. Geben Sie konstruktive Kritik mit der Intention, das Verhalten zu verbessern. Dies gilt für den Feedbackempfänger, für den Feedbackgeber und meistens – durch die daraus resultierende Verhaltensverbesserung – auch für alle anderen. Feedback ist dadurch ein erstklassiges Instrument für kontinuierliche Verbesserung und beugt möglichen Konflikten vor.

Mit Strategie zum Ziel – Können, Wollen, Dürfen

So können mit Sie Ihrem Team mit viel Motivation und gutem Teamwork Ihre Ziele erreichen: Behalten Sie dabei immer diese Motivationsformel im Auge: Können x Dürfen x Wollen. Ein Mitarbeiter muss es können – d. h., er muss befähigt sein. Er muss es dürfen – d. h., er muss Freiraum und Verantwortung bekommen. Er muss es wollen – d. h., er muss Sinn und Zweck verstehen und motiviert sein.

Auch wenn Sie in Ihrer Hand keine disziplinarische Weisungsbefugnis haben, so haben Sie doch einen umfangreichen Werkzeugkasten, den Sie zum Führen nutzen können. Sie benötigen nicht zwingend keine Vorgesetzten-Funktion, um Ihre Ziele mit Ihrem Team zu erreichen.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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