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Lösen Discounter die Wohnungsnot in deutschen Metropolen?

Lösen Discounter Die Wohnungsnot In Deutschen Metropolen?

Bezahlbares Wohnen ist in deutschen Metropolen quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Das wollen Discounter wie Lidl und Aldi jetzt ändern und ihre Dächer für neue (bezahlbare) Wohnungen zur Verfügung stellen. Warum die Discounter sich für diesen Weg entscheiden und welche Vorteile sowohl die Immobilienbranche als auch die Handelsunternehmen dadurch gewinnen, verraten wir Ihnen im Beitrag.

Mit Kreativität zu mehr Nachverdichtung

Spätestens das Projekt Dantebad in München, bei dem ein Parkplatz überbaut wurde, machte deutlich, wie kreativ deutsche Metropolen werden müssen, um Wohnungen zu realisieren, ohne Grün- und Erholungsflächen aufzugeben. Von dort war der Weg nicht weit zur Überbauung von Supermärkten und Discountern. Schließlich nehmen die einstöckigen Einkaufsriesen sehr viel Platz in den Städten ein. Als sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter offen zeigte, auch Wohnungen über Supermärkten zu realisieren, setzte sich Lidl direkt mit der Stadtverwaltung in Verbindung. Seitdem wird über konkrete Pläne zum Wohnungsbau über Lidl-Filialen gesprochen, bestätigt das Planungsdezernat.

Und auch der Konkurrent Aldi positioniert sich als starker Partner bei der Bekämpfung der Wohnungsnot. In Berlin plant Aldi Nord gemischt genutzte Immobilien mit mehr als 2.000 Wohnungen an 30 Standorten. Neukölln und Lichtenberg sollen hierbei den Anfang machen, weitere 15 Standorte befinden sich nach eigenen Angaben in konkreter Planung.

Aldi Nord Filiale in Berlin Lichtenberg

Sind Discounter Wohnungen wirklich bezahlbar?

Günstige Preise in den Regalen bedeutet das auch günstige Preise in den Wohnungen darüber? Da sich die meisten Projekte von Lidl und Co. noch in der Entwicklung befinden, lässt sich das noch nicht genau sagen. Aldi Nord verspricht jedoch in seinen Objekten in Berlin 30 Prozent Sozialwohnungen zu realisieren, die für 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Reguläre Wohnungen sollen maximal 10 Euro pro Quadratmeter kosten.

Für diese Preise müssen die Einwohner jedoch hinnehmen, dass es rund um die Discounter auch mal laut werden könnte: Waren müssen angeliefert werden und Kunden können bis spät in den Abend Einkäufe erledigen, sodass Kommen und Gehen der Kundschaft eine dauerhafte Geräuschkulisse ergeben.

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Fehlende Ästhetik mit einigem Komfort

Trotz Kritik, dass städtebauliche Aspekte von den Discountern vernachlässigt werden und keine Immobilien geschaffen werden, die von Architekten als ästhetisch bezeichnet werden können, können die Wohnungen mit einigem aufwarten.

Das Leuchtturmprojekt Lidls, welches momentan in Frankfurt realisiert wird, bietet beispielsweise bodentiefe Fenster, ein begrüntes Dach mit integrierter Photovoltaikanlage sowie eine Ladestationen für Elektro-Autos. Um den Lärm für die Einwohner zu reduzieren, werden außerdem die Parkplätze in die Tiefgarage verbannt.

Diese Vorteile haben die Discounter

HandelOnlinehandel und Internetriesen wie Amazon bedrohen den stationären Handel. Treibt das die Discounter in die Immobilienbranche? Nicht ganz. Supermärkte und Discounter wie Lidl haben ganz andere Vorteile durch die gemischt genutzten Immobilien.

Dass mehr Menschen in deutsche Städte strömen hat auch zur Folge, dass mehr Menschen versorgt werden müssen. Es lohnt sich also für Discounter und Supermärkte, in den Innenstädten zu expandieren. Selten sind Einwohner bereit, weite Strecken für ihren Einkauf hinzunehmen. Viel lieber kaufen sie in der Nähe ein. Die Stadt der kurzen Wege wird immer häufiger zum Ziel!

Doch Genehmigungen für Supermärkte sind gerade in Innenstadtlagen nicht mehr gut zu bekommen. Erfunden war die Idee, Supermärkte mit Wohnungen zu kombinieren. So erhalten Städte die stark benötigten Wohnungen zum bezahlbaren Preis und die Händler ihren Laden in guter Lage.

Zudem bedeutet der Wohnungsbau auch einen Imagegewinn für die Unternehmen, Aldi und Lidl können sich so als Retter in goldener Rüstung präsentieren. Natürlich ist auch die Nähe zu einer Vielzahl von Kunden ein großer Vorteil für die Discounter. Wer über einem Lidl oder Aldi wohnt, kauft dort bestimmt auch ein.

Nicht nur Wohnungen werden über Discountern realisiert

HotelsterneDoch Lidl setzt nicht nur auf den Wohnungsbau, in Hamburg wurde beispielsweise ein Hotel über dem Discounter platziert. In 300 Zimmern auf fünf Stöcken können Besucher die Hansestadt erkunden und bei kleinem oder großem Hunger Lidl aufsuchen.

Auch andere Handelsriesen zeigen sich interessiert. So könnte sich auch Ikea vorstellen, Büros und Wohnungen über ihren Dächern zu realisieren. Und Norma hat bereits in Nürnberg eine Kindertagesstätte mit Wasserspielplatz im Obergeschoss errichtet.

Auch im Ausland bauen Supermärkte Wohnungen

Lidl ist auch im Ausland an der Mischnutzung interessiert. Im britischen Twickenham entsteht sogar eine Schule über dem Discounter. In England sind es aber vor allem die Supermärkte wie Tesco, Sainsbury’s und Morrisons, welche den Wohnungsbau vorantreiben.

 

Ob diese Entwicklung die Situation auf dem Wohnungsmarkt entschärfen kann, ist fraglich. Dennoch zeigen solche Konzepte, dass die Immobilienbranche weiß, dass sie kreativ werden muss, um Wohnungsraum zu schaffen. Viel wichtiger ist aber das Zeichen, dass Städte und Immobilienverantwortliche bereit sind, auch auf unkonventionelle Lösungen zu setzen.

Das Metropolkonzept von Lidl auf dem Immobilienforum

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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