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Digitalisierung vordenken – Infrastruktur in der Kommune gezielt befähigen

Digitalisierung Vordenken – Infrastruktur In Der Kommune Gezielt Befähigen

Für kleinere Städte und Kommunen stellt die digitale Revolution eine besondere Veränderung dar, der viele nur schwer gewachsen sind. Welche Herausforderungen das sind und wie Sie die Chancen der Digitalisierung erfolgreich meistern, hat der Experte Korbinian Kraus nun im Gastbeitrag erläutert.

Korbinian Kraus ist Manager im Bereich Public Sector und arbeitet seit 2013 für PwC. Seine fachliche Expertise liegt im Bereich der strategischen Ausrichtung der Kommunal- und Versorgungswirtschaft, mit den Schwerpunkten Telekommunikationsnetze und Digitalisierung. Herr Kraus berät Mandanten in (investitions-) strategischen Fragestellungen und unterstützt diese durch die Erhebung von situationsgerechten Markt- und Versorgungsanalysen, Erstellung von integrierten Business Cases und Szenario-Modellierungen sowie der Ableitung passgenauer Geschäftsmodelle und Ausbau-/ Digitalisierungsstrategien.

Korbinian Kraus

Korbinian Kraus

Jan Niklas Ries

Jan Niklas Ries

Jan Niklas Ries berät, als Koordinator des Kompetenzteams „Smart Cities“ von PwC, Akteure des öffentlichen Sektors, darunter Kommunen, kommunale Unternehmen, Ministerien, Verbände oder Verkehrsbetriebe, rund um die Fragestellungen der digitalen Transformation. Seine fachliche Expertise umfasst dabei unter anderem intelligente Anwendungen im öffentlichen Raum, Mobility as a Service, Digitale Infrastrukturen, Bürgerpartizipation sowie vernetzte City-Logistik. In diesen Themenfeldern unterstützt Herr Ries Mandanten bei der Strategie- und Geschäftsmodellentwicklung sowie bei der Ableitung von Zukunftsszenarien im Kontext neuer Innovationen.

Auswirkungen der Digitalisierung für Kommunen und Landkreise

Westendstraße 1Städte, Kommunen und Landkreise stehen weltweit vor enormen Herausforderungen. Die Urbanisierung hält an, große Städte wachsen, während kleinere Städte und der ländliche Raum Einwohner verlieren. Die Bevölkerung wird immer älter mit entsprechenden Auswirkungen auf die Sozialsysteme und Arbeitsmärkte. Mit der Energiewende versuchen wir unter anderem Ressourcenknappheit und Klimawandel zu begegnen. Zu all dem wird an Kommunen und Städte der Anspruch gestellt, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und den Bürger als Kunden in den Fokus zu stellen. Die Digitalisierung ist jedoch nicht nur zusätzliche Herausforderung, sondern vielmehr auch Teil der Lösung in allen Lebensbereichen:

Mehr Konnektivität

Mit aktuell mehr als 2,3 Milliarden Smartphones im Umlauf, besitzt rechnerisch jeder dritte Mensch auf dieser Welt ein solches Gerät. Die damit verbundene „Always-on-Mentalität “ eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Von der Pizza-Lieferung über die nächste Bahn bis zu den eigenen Freunden, kann nahezu alles in Echtzeit getrackt werden.

Neue Mobilität

Mobilität ist in besonderem Maße von der Digitalisierung betroffen. Sie ermöglicht bereits heute neue Sharing-Konzepte, vernetzte Verkehre und multimodale Wegeketten sowie perspektivisch autonome Fahrzeuge und Logistiklösungen.

Bessere Nahversorgung

Digitalisierung ändert die Art wie wir einkaufen. Wo vor einigen Jahren mal ein Buch online bestellt wurde, wird jetzt von dem kleinsten Ersatzteil für die Waschmaschine bis hin zum Gerät selbst immer mehr online bestellt – und teilweise noch am gleichen Tag kostenlos geliefert.

Neue Arbeit

Der klassische „9-to-5-Job“ wird immer seltener. Vielmehr ermöglicht die Digitalisierung flexible und ortsunabhängige Arbeitsmodelle mit der Bereitstellung entsprechender digitaler Infrastrukturen und Kollaborationsmodelle.

Neue Standortfaktoren

Einhergehend mit diesen Entwicklungen, verändern sich die Standortfaktoren für Kommunen und Landkreise. Weiche Faktoren treten in den Vordergrund: Statt ICE-Anschluss, der Ansiedlung großer Unternehmen oder Messen, sind kurze Wege, Lebensqualität und Angebotsvielfalt wichtige Elemente bei der Standortwahl.

Digitale Infrastrukturen bilden das Fundament, um die Möglichkeiten, welche diese Veränderungen mit sich bringen, zu nutzen. Ob auch immer eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Glasfaser bis in alle Wohnungen, öffentliches WLAN und 5G Mobilifunk gewährleistet sein muss? Das ist auch abhängig von den Anwendungsfällen, die zur Verbesserung der Situation realisiert werden sollen.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie sich als Kommune die folgenden Fragen stellen:

  • Wie ist die individuelle Ausgangslage in der Kommune oder im Landkreis in puncto Digitalisierung?
  • Durch welche konkreten Anwendungen können Verbesserungen beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Tourismus, Bildung oder Bürgerservice erreicht werden?
  • Welche digitalen Infrastrukturen (Breitband, Mobilfunk, WLAN) werden für die identifizierten Anwendungen benötigt?
  • Wo gibt es Versorgungslücken und welche Maßnahmen sind zur Schließung dieser Lücken notwendig?

Städtisches Umfeld: Mögliche Anwendungsfälle der Digitalisierung

Digitalisierung

Passgenaue digitale Anwendungen: Standort und Zielbild

Smartphone, Handy, Hände, Building, Konstruktion, Konstrukt, VR, AR, Augmented Reality, virtuellDamit Digitalisierung nicht zum Selbstzweck wird, sollten die digitalen Anwendungsfälle auf der individuellen Ausgangssituation der Kommune oder des Landkreises aufbauen. Die Standortbestimmung bildet den Anfang. Hierbei werden neben Strategien sowohl laufende als auch geplante Maßnahmen in allen städtischen Handlungsfeldern aufgenommen und berücksichtigt. Zusätzlich müssen in diesem Schritt insbesondere lokale Akteure aus Wirtschaft, Tourismus, Hochschulen, etc. aktiv eingebunden werden. So kann ein umfassendes Bild zum aktuellen Digitalisierungsstand und möglichen Zielen gezeichnet werden. Im Zuge weiterer Gespräche und Analysen können Handlungsfelder (zum Beispiel Mobilität, Kultur, Freizeit & Tourismus, Verwaltung, Bildung & Forschung, etc.) priorisiert werden.

Als Anregung für die Entwicklung individueller Anwendungsfälle können nationale und internationale Best Practices dienen. Ausgehend von einem autonomen Bus in Paris und einer P2P-Carsharing-Lösung in Berlin können zum Beispiel neue on-Demand Transportlösungen, wie das Sharing kommunaler Flotten außerhalb der Dienstzeiten, abgeleitet werden. Weitere potenzielle Anwendungsfälle können individuelle Augmented Reality-Stadtführungen, die Einrichtung von einem Innovationscampus oder der Aufbau eines digitalen Händlerportals sein. Neben einer Projektskizze, welche unter anderem den Mehrwert für den Bürger und die Kommune, einzubindende Stakeholder oder einen Technologiebedarf spezifiziert, bildet die Ableitung des Bedarfs an digitalen Infrastrukturen ein wichtiges Element.

Digitale Infrastrukturen für die Umsetzung dieser Anwendungen

Insbesondere Anwendungen wie LPWA Low Power Wide AreaLandwirtschaft 4.0, Telemedizin oder intelligente Abfallentsorgung erfordern einen schnellen und zuverlässigen Datenaustausch in Echtzeit. Zur Umsetzung ist daher der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur unerlässlich. Um den Ausbau strategisch und strukturiert anzugehen, müssen aus den jeweiligen Anwendungsfällen Bedarfe für Mobilfunk (5G), WLAN (insbesondere Public WLAN) und nicht zuletzt Breitband (Glasfaser) abgeleitet werden.

Zur Erhebung des Status Quo und zum Aufdecken möglicher Versorgungslücken, muss die Versorgungslage aller Technologien und Anbieter erhoben und transparent dargestellt werden. Damit lassen sich Ausbaubedarfe und mögliche Synergien ableiten. So können beispielsweise bestehende Mobilfunkmasten genutzt werden oder Leitungen im Zuge von geplanten Baumaßnahmen verlegt werden. Ausgehend davon, wo gebaut werden muss, stellt sich die Frage nach den notwendigen Investitionen. Hierzu ist eine detaillierte Übersicht über notwendige Maßnahmen, Synergieeffekte und sich daraus ergebende Kosten notwendig.

Die Versorgungslage muss optimiert werden

Cloud Computing

Um die Versorgungslage mittel- und langfristig zu verbessern und mögliche Versorgungslücken zu schließen, bedarf es vor allem klarer Kommunikation. So müssen insbesondere Gespräche mit Festnetz und Mobilfunkanbietern geführt werden. Die Ergebnisse zur Erhebung der Ausgangslage und der aus den Anwendungsfällen abgeleitete Bedarf versetzen Kommunen und Landkreise hier in eine gute Verhandlungslage. Darüber hinaus sollten auch Interessensvereinigungen wie Buddelvereine oder die Freifunk-Initiative aktiv eingebunden werden. Nicht zuletzt liegt es auch in der Verantwortung der Kommunen und Landkreise, eigene Maßnahmen anzustoßen, zum Beispiel indem Förderungen beantragt oder Leerrohre bereitgestellt werden.

Förderprogramm: Keine Angst vor den Kosten

Im Rahmen eines bestehenden Förderprogramms besteht die Möglichkeit zur Förderung des im Artikel skizzierten Projektes mit bis zu 50.000 Euro (Vollfinanzierung, Förderquote 100 Prozent). Mögliche Zuwendungsempfänger sind Kommunen, Landkreise oder Zweckverbände.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter korbinian.kraus@pwc.com.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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