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Digitalisierung in der Montage: Audi macht vor, wie KI und Co. eingesetzt werden

Digitalisierung In Der Montage: Audi Macht Vor, Wie KI Und Co. Eingesetzt Werden

Digitalisierung ist eines der Themen, die aktuell für die Montage besonders relevant sind. Im Interview hat uns der Leiter Technologiemanagement von Audi nun berichtet, wie man trotz Fortschritt und neuen Strategien den Puls zur Fertigung nicht verliert. Außerdem verrät er, wie er Mitarbeiter zu Multiplikatoren für die digitale Montage machen konnte.

Rüdiger Eck studierte Maschinenbau an der Universität Erlangen-Nürnberg und begann seine berufliche Karriere 2001 als Trainee bei der DaimlerChrysler AG im Bereich der Planung von Fördertechnik für den Karosseriebau und die Montage. 2006 wechselte er zu MB HighPerformanceEngines nach England, wo er bis 2009 als Leiter der Entwicklung Motorenprüfstände für die Formel 1 arbeitete. Von 2010 bis 2015 war er dann bei Mercedes-Benz Leiter des Kompetenzfelds PKW-Hochzeit in der Anlagenplanung. 2015 wechselte er nach Ingolstadt zu Audi und übernahm die Leitung der 3-schichtigen Instandhaltung der PKW-Endmontage im B-Segment. Seit 2017 verantwortet er nun das Technologiemanagement und die Digitalisierung der drei Montagen am Standort.

Digitalisierung von der Montage für die Montage

Wie geht man bei Audi mit der Digitalisierung um?

LPWA Low Power Wide AreaAls Betreiber der Montage Ingolstadt haben wir bereits Anfang 2017 die Abteilung „Technologiemanagement und digitale Montage“ gegründet. Das Besondere an dieser Organisation ist die Zusammenführung von Erfahrungsträgern aus allen Bereichen der Montage und ausgewählten Experten. Damit die nötige „Bodenhaftung“ erhalten bleibt, übernimmt der Bereich planerische und operative Funktionen gleichermaßen. So prägen wir zum einen Strategie, Zielbild und Roadmap bezüglich Digitalisierung, treiben aber auch beschlossene Projekte voran. Im Tagesgeschäft übernehmen wir dann zentrale operative Aufgaben, wie beispielsweise das Daten- und Gerätemanagement oder Reporting-Lösungen, und bleiben so unmittelbar am Puls der Fertigung. Kurz: Wir machen Digitalisierung von der Montage für die Montage. Nah und unkompliziert.

Gibt es das ein oder andere Beispiel, über das Sie schon sprechen können?

Wir beschäftigen uns derzeit verstärkt mit Möglichkeiten zur effizienteren Steuerung der Fabrik durch digitale Methoden. Im Zentrum des Interesses stehen beispielsweise die Themenfelder Instandhaltung, Personalsteuerung, Business Intelligence und Data Analytics aber auch die Automatisierung von Workflows im indirekten Bereich.

Die Mitarbeiter als Multiplikatoren

Wie vermeiden Sie, dass Mitarbeiter in der Montage Angst vor den digitalen Helfern haben und ihre Jobs in Gefahr sehen?

DigitalisierungDurch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen eines Innovationsteams werden Brücken gebaut, Vernetzung sichergestellt und Klein- beziehungsweise Kleinstprojekte schnell und unbürokratisch umgesetzt. Ideengeber sind dabei die Mitarbeiter, die unmittelbar den Erfolg ihrer eigenen Ideen sehen und erleben können. Außerdem fördern wir gezielt Montage-Mitarbeiter, die Interesse haben, sich an Digitalisierungsthemen zu beteiligen. In kleinen Mini-Ausschreibungen suchen wir gezielt nach eigenen Mitarbeitern aus der Montage, die eine gewisse Affinität zu IT- oder anderen innovativen Themen haben. Diese bekommen dann zum Beispiel die Möglichkeit in wenigen Wochen gezielt Tätigkeiten bei uns in der Abteilung zu erledigen. Die Mitarbeiter, die dann in die Montagelinie zurückkehren, profitieren von den gesammelten Erfahrungen und wirken auch als Multiplikator in die Mannschaft.

Wissensmanagement und Struktur in der Arbeit

Welche Schritte sind die größte Herausforderung? Haben Sie ein paar Tipps für die Herangehensweise?

Roboter mit virtuellem Interface vor grauem HintergrundWir haben seit unserer Gründung festgestellt, dass ein so großes Vorhaben wie die Digitalisierung einer Montage mit sehr viel Überzeugungsarbeit verbunden ist. Inkrementelle, aber klar strukturierte Schritte und agile Arbeitsweisen sind unbedingt erforderlich. Kleine, schnelle Erfolge sind wichtig. Der direkte Austausch über alle Hierarchieebenen und das Wissensmanagement sind ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Wir überprüfen unsere Formate aber auch weiterhin noch, um immer wieder Ideen zu finden wie die vielen Mitarbeiter ständig in den notwendigen Austausch zu bringen.

KI in der Montage

In welcher Form nutzen Sie bereits KI?

KI ist im Unternehmen bereits bei einer Vielzahl von Anwendungsfällen im Einsatz. Die Montage bildet hier keine Ausnahme. Konkrete Lösungen sind vor allem in Bereichen wie Predictive Maintenance und Computer-Vision im Einsatz.

Montage im Umbruch

Was sind die Trends, die aus Ihrer Sicht die nächsten Jahre prägen werden?

Die klassische Instandhaltung steht vor ihrem größten Umbruch der vergangenen Jahre.

Der Wandel von zyklisch gesteuerten Wartungsintervallen hin zu prädiktiven Vorhersagemodellen stellt die Organisation vor große Herausforderungen, sowohl technisch als auch personell.

Rüdiger Eck | Leiter Technologiemanagement| Audi AG

 

Lean und Industrie 4.0Der klassische Instandhalter wird immer mehr zum Risk Manager, der auf Basis von Datenmodellen Entscheidungen trifft.

Aber auch die Produktprüfer stehen vor großen Veränderungen. Viele der visuellen Prüfungen, welche heute noch von Mitarbeitern subjektiv durchgeführt werden, können in Zukunft durch Kamerasysteme und Deep Learning Algorithmen verbessert und objektiviert werden. Hier gibt es aber neben den offensichtlichen technischen Herausforderungen auch noch große Herausforderungen in der Zuverlässigkeit der Systeme.

Ein Gebiet, in dem der Einsatz gerade erforscht wird, ist das Klassifizieren von Montagevorgängen am Band, hinsichtlich Ergonomie und Korrektheit. Dies birgt große Potentiale in den Punkten Gesundheitsmanagement und Mitarbeiterzufriedenheit.

Das große Ziel ist eine sich selbst optimierende Produktionssteuerung, welche die Daten aus sämtlichen Produktions- und Peripheriesystemen mit einbezieht und dementsprechende Handlungsempfehlungen ausgibt. Ein erster Schritt dabei ist es, nicht nur auf Ereignisse zu reagieren, sondern diese wenn möglich schon vorherzusehen, um im Vorfeld reagieren zu können.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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