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Digitalisierung als Motor für ein schlankes Produktionssystem

Digitalisierung Als Motor Für Ein Schlankes Produktionssystem

Bei der BMW Group ist die Digitalisierung ein unverzichtbarer Treiber des Fortschritts und des Wandels, wie uns der Leiter Montagestrategie Torsten Krzywania im Interview verraten hat. Er hat hier einen Einblick gegeben, wie sich Digitalisierungsprojekte mit Mehrwert entwickeln und wie sich diese auf die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine auswirken. Erfahren Sie außerdem, wie man Smart Watches ganz unkompliziert nutzt, um die Produktion effizient zu halten.

Torsten Krzywania hat seine Karriere bei BMW im Jahr 2001 als Struktur- und Logistikplaner in der Technologie-Montage begonnen und war unter anderem auch als Fertigungstechnikspezialist, Produktionsfachmann und Lean Management Experte in der Technologie Montage tätig. Für MINI Oxford/UK war er in leitender Funktion für F1, Prüfstandslinien, Finish, Fahrdynamische Prüfung, Kurzprüfstrecke und Anlauf verantwortlich. Seit Oktober 2018 ist Herr Krzywania nun in der Zentrale in München für die Montagestrategie, den zukünftigen Blueprint, die Greenfields, die Digitalisierung und die Standardisierung verantwortlich.

Der Prozess ist der Chef

Welche Auswirkungen sehen Sie durch die Digitalisierung insbesondere im Produktionsbereich?

AutoDie Digitalisierung ist ein wichtiger Beitragsleister, um zukünftig unsere Prozesse in der Produktion schneller, effizienter und transparenter zu gestalten und gleichzeitig den Arbeitsalltag unserer Mitarbeiter zu erleichtern. Wichtig bei den Gestaltungsprinzipien ist hierbei immer der Grundsatz „Der Prozess ist der Chef“. Das bedeutet, der Prozess gibt genau die richtigen Ansatzpunkte für die Digitalisierung. Alle Digitalisierungsprojekte müssen sich an den Prozessen und damit auch an den Kunden orientieren. Genau dann machen Digitalisierungsprojekte auch Sinn. Schließlich wollen wir nicht digitalisieren, um des „Digitalisierens-Willen“, sondern vielmehr um einen deutlichen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Unsere Vision ist es, irgendwann alle unsere Prozesse und Mitarbeiter bestens miteinander vernetzen zu können.

Lean wird an Geschwindigkeit gewinnen

Hat Lean ausgedient? Und wie muss sich ein Unternehmen verändern, um digital und lean zu sein?

Ganz im Gegenteil. Lean und Digitalisierung gehen hierbei Hand in Hand und ergänzen sich gegenseitig. Im Lean Management-Umfeld lag der Fokus schon immer auf den Prozessen mit dem Ziel diese schlank zu gestalten und permanent zu optimieren. Genau hier setzt auch die Digitalisierung an. Das Grundprinzip bleibt unverändert: Wo können unsere Prozesse noch effizienter werden? Nur die Methoden, die uns heute die moderne digitale Welt bietet, werden sich weiterentwickeln.

Verschwendung minimieren in Echtzeit

Digitale FabrikGerade im Shopfloor Management bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten mithilfe von Apps und Künstlicher Intelligenz, um die Top-Themen der Verschwendung in Echtzeit noch schneller erkennen und optimieren zu können. Die Kommunikation und Kooperation von Mensch und Maschine nimmt hierbei einen großen Stellenwert ein.

Shopfloor, Produktion und Instandhaltung: Alle profitieren

Können Sie uns das ein oder andere Beispiel aus der Praxis geben, wie Digitalisierung in ihrem Unternehmen vorangetrieben wird?

Wir konzentrieren uns im Sinne der Wirksamkeit auf Schwerpunkfelder, für die Produktion sind dies Smart Data Analytics, Innovative Automatisierung & Assistenzsysteme, Smart Logistics und Additive Fertigung. Konkrete Beispiele aus der Praxis lassen sich zum einen in Smart Solutions, im Sinne eines Digitalen Shopfloor Managements für die Produktion oder der Arbeitsorganisation, aber auch zum anderen in Lösungen für eine digitale Instandhaltung unterscheiden. Auch smarte Automatisierung hat einen großen Stellenwert in unserem Unternehmen. Hierbei unterstützt die Maschine immer den Menschen. Kollaborierende Roboter kommen ebenso zum Einsatz wie Exoskelette, 3D-Drucker sowie Sensoren aller Art.

Wir konzentrieren uns im Sinne der Wirksamkeit auf Schwerpunkfelder, für die Produktion sind dies Smart Data Analytics, Innovative Automatisierung & Assistenzsysteme, Smart Logistics und Additive Fertigung. Konkrete Beispiele aus der Praxis gibt es in allen Feldern. Ich greife nur einige heraus, wichtig ist der Grundsatz:  Die Maschine unterstützt immer den Menschen. Smarte Automatisierung hat einen großen Stellenwert in unserem Unternehmen. Ein Beispiel für die smarte Automatisierung ist die Wandlerverschraubung bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe, konkret beim Anbau an das Fahrzeug. Hierbei arbeiten unsere Mitarbeiter Hand in Hand mit Robotern. Der Roboter  übernimmt das ergonomisch belastende Verschrauben mit hohen Drehmomenten, die Mitarbeiter selbst erledigen mit schnellen, fixen Handgriffen die Positionierung des Roboters auf die Schraubstellen. Möglich macht dies eine intelligente Sensorik, die auch für eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sorgt.

Künstliche Intelligenz

Darüberhinaus finden immer mehr Apps und Künstliche Intelligenz Ihren Weg in die täglichen Produktions-und Instandhaltungsprozesse. Mithilfe von Smart Data Analytics wird eine große Menge an Daten in Echtzeit analysiert und im Rahmen von maschinellen Lernen in notwendige Automatismen überführt. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz verschiedener Sensoren in der Überwachung unserer Schwerlast-Elektrohängebahnen, so dass Störungen  frühzeitig vorhersehbar sind. Die Gerätegehäuse für die Sensorik wurden hierbei übrigens von uns selbst entwickelt und mit eigenen 3D-Druckern gefertigt.

Gerade die Smart Watch wird uns in Zukunft noch viele Möglichkeiten bieten.“

Torsten Krzywania | Leiter Montagestrategie | BMW Group

 

Ein weiteres Beispiel ist aber auch der Einsatz von Smart Watches im täglichen Arbeitsalltag. Visuell und akustisch werden hierbei unsere Vorarbeiter auf besondere und spezifische Komponenten am Fahrzeug  wie zum Beispiel Sonderausstattungen und/oder  Ländervarianten in Echtzeit hingewiesen. Die Programmierung des sogenannten Exotenalarms kann individuell und einfach vom Vorarbeiter selbst vorgenommen werden. Gerade die Smartwatch wird uns in Zukunft noch viele Möglichkeiten bieten.

Nutzung der Smart Watch: Mitarbeiter liefern gute Ideen selbst

Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter auf diese Veränderungen vor und wie gehen diese damit um?

Smart WatchZunächst mal muss man sagen, dass viele der Digitalisierungsideen aus den Verbesserungsvorschlägen unserer Mitarbeiter kommen und in konkrete Lösungen umgesetzt werden. Das Beispiel der BMW Smart Watch ist hierbei eines davon. Bei uns werden die Mitarbeiter von Beginn an in unsere Digitalisierungsideen mit eingebunden, was wichtig ist für die Akzeptanz der Themen. Aber natürlich legen wir auch einen großen Stellenwert darauf unsere Mitarbeiter mit den notwendigen Schulungen, Informationen und mit der richtigen Kommunikation auf die digitale Welt vorzubereiten. Eigene Erlebnisflächen in den Werken zum Thema Digitalisierung helfen uns dabei.

Eigeninitiative ist mit Voraussetzung

Es gibt immer noch viele Menschen in der Produktion, die sich vor den Auswirkungen der Digitalisierung fürchten. Sind diese Ängste unberechtigt?

Wichtig ist, Veränderungen immer mit den Mitarbeitern zusammen anzugehen, sie aktiv in die Weiterentwicklung ihrer Arbeitsplätze einzubeziehen. Wichtige Impulse kommen von den Mitarbeitern. Auf diese Expertise stützen wir uns gern. Die Technik unterstützt den Menschen, es geht also um Verbesserungen, noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Die Arbeit wird uns nicht ausgehen! Natürlich müssen wir alle Veränderungsbereitschaft zeigen, uns über notwendige Qualifizierungsmaßnahmen das notwendige Knowhow für die Zukunft aneignen. Dies gilt für Führungskräfte, Mitarbeiter der Planung und Fertigungsmitarbeiter gleichermaßen. Die Digitalisierung hilft, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten – und damit auch sicherer. Schnelligkeit in der Umsetzung, ganz im Sinne unserer Kunden, ist heute wichtiger denn je. Die Digitalisierung ist dabei eine große Chance. Auch deswegen gestalten wir sie immer mit unseren Mitarbeitern.

KI, Digitalisierung und KATA: Automotive-Branche als einer der Vorreiter

Erfahren Sie bei der Konferenz Production Systems  in den Vorträgen der BMW Group, welche weiteren Beispiele es für Digitalisierung im Automotive-Bereich gibt, wie man Kaskadiertes Coaching jeden Tag auf jeder Ebene dort lebt und wie Künstliche Intelligenzen in der Automobilproduktion bereits eingesetzt werden. Mit vertreten sind in diesem Jahr unter anderem auch Vertreter von Siemens AG, Agfa HealthCare GmbH und Boehringer Ingelheim microParts GmbH.
Rückblick Production Systems 2018

Rückblick Production Systems 2018

Nutzen Sie den Rückblick zur Production Systems 2018 um sich auf die Herausforderung von Industrie 4.0 erfolgreich vorzubereiten und um sich und Ihren Mitarbeitern die Unsicherheit vor der Digitalisierung zu nehmen.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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