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Digital, vernetzt, virtuell: Darum hat sich das Lernen verändert

Digital, Vernetzt, Virtuell: Darum Hat Sich Das Lernen Verändert

Das Lernen in Unternehmen wird zunehmend digital. Und das hat einige Vorteile, insbesondere für große Konzerne. Welche sind das und welche neuen Lernformate gibt es? Das erklärt unser Experte Dr. Matthias Reuter.

Dr. Matthias Reuter ist maßgeblich dafür verantwortlich, Siemens in eine lernende Organisation zu verwandeln und die dafür benötigten Kompetenzen auszubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einer digitalen Welt zu sichern. Er verfügt insgesamt über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen aus den Bereichen Corporate Learning, Personal- und Organisationsentwicklung, Performance Management und der Führungskräfteentwicklung.

Matthias Reuter

Dr. Matthias Reuter

Herr Dr. Reuter, für den Wandel hin zu einer lernenden Organisation sind Sie bei Siemens mitverantwortlich. Welche Vorteile sehen Sie durch das digitale Lernen?

Digitales Lernen ermöglicht selbstgesteuerte Lernprozesse unabhängig von Raum und Zeit, individualisiert, d.h. zugeschnitten auf die spezifische Bedürfnisse des Lernenden. Technologie spielt hier eine zunehmend wichtige Rolle. Intelligente Lernplattformen ermöglichen personalisierte Empfehlungen auf Basis künstlicher Intelligenz, mobiler Zugang auf Basis hoher Bandbreiten und virtuelle Lernumgebungen auf Basis von Virtual bzw. Augmented Reality.

Lean ManagementSomit können wir auch Zielgruppen ansprechen, die bisher schwer für uns zu erreichen waren. Beispielsweise in der Produktion haben nun die meisten Mitarbeiter ein Smartphone, die in der Vergangenheit nur eingeschränkten Zugang zu Laptops hatten. Diese Kollegen können nun über Web App auf unsere Plattformen zugreifen und können on demand Lerninhalte abrufen. Außerdem können wir über digitale Trainings Kollegen zusammenbringen, die auf der Welt verteilt sind, jedoch den gleichen Job machen. In der Vergangenheit war dies immer mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden.

Ein weiterer Vorteil könnte sein: Kollegen können problemlos in Themen/Kompetenzen hineinschnuppern, die nicht unmittelbar ihrer eigenen Jobgruppe zugeordnet sind, für die sie sich jedoch interessieren.

Die Bandbreite an Lernformaten wächst

Welche Lernformate nutzen Sie bereits und wie gelingt das Zusammenspiel?

Web-based Trainings, virtuelle Kurse, “Knowledge Challenges”, Videos, Quiz, Podcasts etc. – die ganze Bandbreite an elektronischen Lernformaten und auch herkömmliche Formate wie Präsenztrainings sind im Einsatz. Wichtig dabei ist, dass die Formate auf die Bedürfnisse der Zielgruppe und die spezifischen Lernziele zugeschnitten sind – kurze elektronische Lernmodule mit spielerischen Elementen, intensives Üben und Experimentieren im Klassenzimmer Zukunftsmotor Ausbildungmit Feedback von erfahrenen Coaches und natürlich Kollegen und Kolleginnen. Zunehmend wichtiger für eine erfolgreiche Umsetzung sind begleitende Elemente wie „Social Learning“ also der Austausch in Communities mit anderen Experten sowie Zertifizierungen als Auszeichnung und Karrierehebel.

Wir bieten verstärkt digitale Programme an, die diese unterschiedlichen Formate verknüpfen und den Kollegen somit ein umfassendes, digitales Lernerlebnis ermöglichen. Hierbei steht die „Learner Experience“ besonders im Fokus und wir arbeiten intensiv an der einfachen Nutzung unserer Plattformen, sowie am intuitiven Aufbau der Lerninhalte. Dabei ist es besonders wichtig das richtige Format für den jeweiligen Inhalt zu wählen.

Die Lernkultur ist sehr individuell

Werden diese alle gleich gut angenommen von Ihren Mitarbeitern? Gibt es Unterschiede in der Lernkultur, beispielsweise zwischen dem Produktionsmitarbeiter und dem Büromenschen?

Grundsätzlich ist die Präferenz zu lernen hochgradig individuell – während der Eine aus Büchern oder per App lernt, lernt der andere besser durch eigenes Üben und Beobachten. Daher wird die Individualisierung von Lernpfaden zunehmend wichtiger – der Lernende bekommt Empfehlungen und kann sich dann selbst Lernmodule zusammenstellen. Natürlich orientieren wir uns an der Arbeitsrealität der jeweiligen Zielgruppen, so sind die Präferenzen im Vertrieb oft anders als beispielsweise in der Entwicklung.

Wie findet man die richtige Lernstrategie für das eigene Unternehmen, d.h. welche Fragen sollte man sich stellen?

Umfrage ImmobilienGrundsätzlich folgt die Lernstrategie der Unternehmens- bzw. Geschäftsstrategie. So beispielsweise die Frage „Wie entwickeln sich Geschäftsmodelle und komplette „Ökosysteme“ und welche Technologien werden diese Entwicklungen maßgeblich beeinflussen?“ und „Was heißt das für Kompetenz- und Lernbedarfe?“

Der Fokus richtet sich auf den Aufbau von Kompetenzen, die die Zukunftsfähigkeit sichern. Hierzu zählen Führungskompetenzen, Kreativität, kritisches Denkvermögen etc. In Zeiten radikalen Wandels gilt es weiterhin Basiskompetenz z. B. zu Digitalen Technologien aufzubauen, um Entwicklungen und deren Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell als Geschäftsverantwortlicher und Mitarbeiter beurteilen zu können. Bedarfe entstehen dabei zunehmend „bottom-up“, d. h. Lern- und Strategieprozess verschmelzen. Agile Lernmethoden wie „Hackathons“ verbinden kontinuierliches Lernen mit aktuellen operativen Aufgaben und der kontinuierlichen Fortentwicklung von Strategien. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und kontinuierliches Lernen im Sinne von „Build-Test-Learn“ stehen dabei im Vordergrund.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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