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Diese Vorteile hat die moderne Klebetechnik

Diese Vorteile Hat Die Moderne Klebetechnik

Vielen Neulingen fallen im Zusammenhang mit „Kleben“ oft kleinere Werkteile ein. Nun ist Kleber aber viel weiter verbreitet, als Sie denken. Beispielsweise wird die Technik auch im Bereich der Schienenfahrzeuge sehr erfolgreich verwendet. Unser Experte Nico Bohms kennt die Vorteile. In diesem Interview hat er uns Rede und Antwort gestanden und verraten, welche Innovationen es gibt.

Nico Bohms ist nach mehreren Stationen in leitender Position in einem französischen Konzern der Schienenfahrzeugbranche seit 2013 als beratender Ingenieur im Bereich Klebtechnik tätig. Er beschäftigt sich von Beginn seines Werdeganges an mit neuen Technologien und Fügetechniken. Seit 2003 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Klebtechnik im Schienenfahrzeugbau und Mitersteller der aktuell entstehenden europäischen Norm in diesem Sektor. Von der Beratung bis zur Erstellung von Gutachten umfasst sein heutiges Tätigkeitfeld als Geschäftsführer der tec-n GmbH.

Was ist die Herausforderung beim Verkleben großer Bauteile und wie setzen Sie die Fügetechnik ein?

KlebstoffTatsächlich gibt es beim Einsatz der Klebtechnik zum Verbinden großer Bauteile einige Besonderheiten. Meist sind die vorhandenen Toleranzen der einzelnen Fügeteile fertigungsbedingt größer und können einige Millimeter bis Zentimeter erreichen. Um diese Toleranzen in Form und Lage ausgleichen zu können, setzt man gern Klebstoff ein, der Lücken und Abstände überbrücken kann. Große Bauteile müssen oft auch große Kräfte und Momente ertragen. Das bedeutet die Beanspruchungen auf die Klebung sind meist sehr groß. Um solche Strukturen sicher verkleben zu können, braucht man nicht nur den richtigen Klebstoff, sondern auch die richtige Technik, um den Klebstoff in ausreichender Menge und Präzision applizieren zu können.

Neue Werkstoffe und Anwendungstechniken

Wie hat sich der Stand der Technik entwickelt, was gibt es für Innovationen?

Erhöhte Anforderungen an die Produkte hinsichtlich Masse, Optik, Komfort und nicht zuletzt der Kosteneffizienz verlangen von allen Beteiligten den Einsatz neuer Werkstoffe und Anwendungstechniken. Zum Beispiel können in ausgereiften Produkten messbare Gewichtseinsparungen nur noch erzielt werden, wenn unterschiedliche Materialen mit teilweise grundsätzlich verschiedenen Eigenschaften miteinander verbunden werden. Wenn diese Produkte dann Temperaturschwankungen unterliegen, erfahren insbesondere große Bauteile nicht zu unterschätzende Verformungsänderungen. Diese Verformungsänderungen kann ein korrekt dimensionierter Klebstoff mit den richtigen Eigenschaften hervorragend ausgleichen.

Inzwischen gibt es für fast alle Materialien und Oberflächen angepasste Klebstoffsysteme, die bei richtiger Anwendung auch ein Produktleben lang ohne Einschränkungen die Anforderungen erfüllen. Die rechtzeitige Qualifizierung der Oberflächen, der Anwendungstechnik und nicht zuletzt der Mitarbeiter ist Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz der Klebtechnik.

Der Schienenfahrzeugbau als Vorreiter

Welche DIN-Normen müssen erfüllt werden und in wieweit ist das für den Klebenden wichtig?

KlebenDer Schienenfahrzeugbau darf sich mit etwas Stolz als der Vorreiter der Normung des gesamten Klebprozesses bezeichnen. Mit über 25 Jahren Erfahrung industriell geklebter Bauteile hat die Branche einen Leitfaden über die gesamte Prozesskette von der ersten Idee bis hin zum Lebensende eines Produktes entwickelt. Dieser Leitfaden sollte, wie jede Norm, als Mindeststandard immer dann berücksichtigt werden, wenn es um die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit eines Produktes geht. Dieser Standard ist bis heute noch eine nationale Norm (DIN). Der Anteil der Firmen außerhalb Deutschlands, die danach arbeiten, wächst stetig. Im Moment sind weltweit über 640 zertifizierte Firmen im Online-Register 6701 gelistet.

Mit der DIN 2304 haben seit circa zwei Jahren auch Firmen außerhalb des Schienenfahrzeugbaus die Möglichkeit, sich an einem anerkannten Stand der Technik auszurichten und bei Bedarf zertifizieren zu lassen. Der nächste Schritt ist die Überführung der DIN 6701 in ein europäisches abgestimmtes Regelwerk. Hier darf man schon bald mit der Veröffentlichung eines Entwurfes einer Europäischen Norm (EN) rechnen.

Warum braucht es eine Norm?

KlebenAll diese Normen dienen dem Anwender, aber auch dem Kunden als gemeinsame Grundlage, um das Vertrauen in diese noch junge Fügetechnik weiter zu vergrößern. Im Vergleich zu anderen Fügetechniken wie beispielsweise dem Schweißen oder Schrauben, gibt es im Bereich Standardisierung einige Jahrzehnte aufzuholen. Mit diesen Normen ist man dem Ziel ein großes Stück näher gekommen.

Kleben: Alles zum Stand der Technik und den Herausforderungen

Bei unserem Seminar Kleben geben Ihnen unsere Experten einen aktuellen Überblick zu Vorbehandlung, innovativen Möglichkeiten und DIN Normen. Lernen Sie die Schlüsseltechnologie besser zu nutzen und erfahren Sie, wie Sie die Vorteile für sich nutzen.
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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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