Die Smart City macht Städte zukunftsfähig

Smart City

Was unter einer Smart City zu verstehen ist und wie verschiedene deutsche Metropolen sich zu dieser transformieren möchten, haben wir bereits erläutert. Heute geht Dr. André Scharmanski in seinem Beitrag auf die Auswirkungen der smarten Stadt auf die Immobilienmärkte ein und zeigt, warum eine Metropole nur mithilfe von neuen Technologien zukunftsfähig bleiben kann.

Dr. André Scharmanski ist seit 2011 Leiter der Research Unit bei der Quantum Immobilien AG. Seine Funktion beinhaltet sämtliche Research-Tätigkeiten in Bezug auf Transaktionen, der Investmentplanung und des Fundraisings. Seine zahlreichen Publikationen und Vorträge konzentrieren sich generell auf das Spannungsfeld Immobilienwirtschaft, Raum und Megatrends.

Städte stehen im 21. Jahrhundert vor großen Herausforderungen, denn die Digitalisierung aller urbanen Lebensbereiche schreitet rasch voran. Aus diesem Grund entstand bei vielen Akteuren die Vision einer smarten Stadt. Das Schlagwort „Smart City“ bedeutet hierbei, dass smarte Technologien eingesetzt werden, um die Stadtentwicklung wirtschaftlich, sozial und ökologisch ausgewogen zu gestalten. Die intelligente Stadt von morgen bietet also auch ein großes Potenzial für die Immobilienwirtschaft.

Das Stichwort heißt Vernetzung

Das Stadtmanagement soll durch Informations- und Kommunikationstechnik intelligenter und somit auch effizienter gestaltet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die wichtigsten Bereiche der Stadt wie

Energie

Gebäude

Mobilität

Verwaltung

Sicherheit

Gesundheit

intelligent und systemübergreifend vernetzt werden. Für diese Vernetzung werden jedoch Daten benötigt. Diese werden mithilfe von zahlreichen Sensoren in Echtzeit erhoben, seien es Sensoren in Fassaden, in Haushaltsgeräten oder Bürgersteigen. Auf einer Plattform werden diese Daten miteinander verknüpft, sodass alle Abläufe einer Smart City sichtbar werden. So kann die Lebensqualität erhöht und eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen garantiert werden.

Zwei Smart City-Umsetzungsstrategien

Greenfield Smart City

Momentan wird zwischen zwei Typen der Umsetzungsstrategien von smarten Städten unterschieden. Zum einen gibt es die Greenfield Smart Cities, bei denen auf der „grünen Wiese“ experimentiert wird, also völlig neue Planstädte entstehen. Hierbei wird versucht, eine idealtypische und ganzheitliche intelligente Stadt zu entwerfen, in der alle Prozesse und Dienstleistungen einbezogen werden, um diese später in die Realität umzusetzen. Verfolgt werden dabei meist sehr ambitionierte Ziele in den Bereichen Energieverbrauch, Verkehr und Lebensqualität. Dieses Versuchslabor ist häufig auch als Marketingprojekt oder gar Showroom zu verstehen, bei denen große Technologiekonzerne einen entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung und Funktionsfähigkeit der Smart City ausüben. Planstädte wie Masdar City in Abu Dhabi oder Songdo City in Südkorea sind solche Greenfield Smart Cities. Deren großer Vorteil ist, dass sich Städtebau und Architektur der Gebäude von vornherein an der Smart City-Infrastruktur anpassen, und diese nicht umgekehrt nachträglich mit Einschränkungen in ein vorgegebenes Korsett eingepasst werden muss.

Retrofitting

Zum anderen gibt es das sogenannte Retrofitting, bei dem bereits bestehende Städte sich mithilfe neuer Technologien nach und nach zu einer Smart City transformieren. Diese Art der Smart City-Umsetzung ist viel komplexer als die Planstadt-Methode, da sich die neue Infrastruktur an die gebaute Umwelt anpassen muss. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Realisierung ist dabei eine langfristige Strategie und Vision. Vergleichsweise detailliert ausgearbeitet ist das Retrofitting-Konzept in Hamburg, insbesondere durch die 2014 mit Cisco getroffene Vereinbarung über den Ausbau Hamburgs zur Smart City.

Auswirkungen auf die Immobilienmärkte

Auch die Immobilienmärkte werden von der Smart City betroffen sein. Die zunehmende Digitalisierung der Stadt wird sich auf die Gebäudestrukturen und -funktionen sowie die Lagebewertungen und auch auf die räumliche Entwicklung der Städte auswirken. Vor allem im Bereich Smart Home rechnet man mit einem hohen Wachstumspotenzial. Durch neue Technologien können im smarten Zuhause Betriebskosten gesenkt und die präventive Instandhaltung verbessert werden.

Aber auch im Smart Building – dem smarten Office – gibt es zahlreiche Optimierungspotenziale. Nicht nur Gesundheit, Kommunikation und Kreativität kann durch ein solches smartes Office verbessert werden, auch das Image eines Unternehmens kann gefördert werden. Konnektivität von Büroimmobilien wird in Zukunft ein sehr wichtiger Faktor bei der Vermietung neuer Büroflächen.

Funktionierende Infrastruktur ist das A & O

Die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer und damit einhergehend die intelligente Verkehrsplanung ist essentiell für die Erhöhung der Lebensqualität einer Stadt. Denn vor allem in der Stadt sind die Bewohner von fehlenden Parkplätzen, Staus, überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln sowie verschmutzter Luft betroffen. Wichtige Lösungsansätze für diese Probleme könnten hierbei

Shared Mobility

Smart Parking

liefern. Durch die Optimierung der städtischen Verkehrssituation können auch Randbezirke als Wohnstandort profitieren, da so der Arbeitsweg erleichtert wird.

Die Zukunftsfähigkeit der Stadt

Im Wettbewerb um Fachkräfte, Investitionen und politische Bedeutung sind diese technologischen Erneuerungen und der Weg zur Smart City entscheidend. Diese Entwicklung könnte allerdings dazu führen, dass der Spalt zwischen smarten Metropolen und analogen Gebieten vergrößert wird und dass Kleinstädte und Dörfer hierbei auf der Strecke bleiben.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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