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Die Null-Fehler-Produktion: Utopisches Ziel oder realistischer Ansatz?

Die Null-Fehler-Produktion: Utopisches Ziel Oder Realistischer Ansatz?

Aus dem grundlegenden Wunsch der Lean Philosophie, der stetigen Verbesserung, ist in vielen Fabriken längst die Forderung nach der Null-Fehler-Produktion der Maßstab, an dem man sich ausrichten möchte. Warum Fehlerprävention ein so wichtiges Thema ist und welche Schritte man auf dem Weg zur totalen Vermeidung von Fehlern gehen muss, damit beschäftigen wir uns heute.

Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen.

Henry Ford, Gründer der Ford Motor Company

 

Woher kommt die Philosophie und welche Grundlagen beinhaltet sie?

Erstmals aufgekommen ist die Idee nach einer Produktion ohne Nacharbeit und ohne Mängel zu Beginn der 60er Jahre. Philip B. Crosby war der Vorreiter, der erkannt hat, dass schlechte Qualität Geld kostet und dass es lohnenswert ist, in eine Kultur der Fehlervermeidung zu investieren. Doch totale Perfektion, das ist – heute wie damals – eine Idealvorstellung, die sich niemals umsetzen lassen wird.

Es gibt aber einige Voraussetzungen, die uns dabei helfen, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Diese Schritte auf dem Weg zur Null-Fehler-Produktion können helfen:

  • Verpflichten Sie das Management zur Qualität!
  • Motivieren und schulen Sie Ihre Mitarbeiter!
  • Messen, visualisieren und bewerten Sie die Qualität!
  • Systematisieren Sie die Fehlervermeidung, mit sinnvollen Methoden!
  • Führen Sie einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung ein!

Erst Fehler vermeiden, dann Fehler entdecken

Ein wichtiger Baustein der Null-Fehler-Produktion ist die Prävention. Darauf sollte in jedem Betrieb der primäre Fokus liegen. Beispielsweise müssen Werkzeuge intakt sein oder Arbeitsanweisungen eingehalten werden. Das Auftreten des Fehlers muss im Optimalfall schon vor der Leistungserstellung verhindert werden.

Erst wenn sich in dieser Phase keine Verbesserungen mehr erzielen lassen, die alle Fehler verhindern, sollten Sie sich der Fehlerentdeckung widmen. Sie gehen beispielsweise rückwirkend auf die Suche nach mangelhaften Teilen. Diese Reihenfolge ist sehr wichtig, weil in der zweiten Phase die Leistung schon erbracht wurde und somit schon Kosten verursacht wurden. Sollten Sie also ausgiebig in die Prävention investieren, um hinterher den Schaden zu begrenzen? Nicht immer!

Manchmal sind die Kosten zur Vermeidung des Fehlers unverhältnismäßig hoch

Dann lohnt sich dieser Aufwand nicht. Die moderne Null-Fehler-Produktion versucht vielmehr, diese Entdeckungsdistanz, genau gesagt, die Zeit vom Fehlerauftreten bis zu seiner Entdeckung, wirtschaftlich zu optimieren.

Lean Management

Welche Werkzeuge und Methoden bieten sich für die Fehlervermeidung an?

Zu den Basis-Werkzeugen der Fehleranalyse und -vorbeugung hat die Gesellschaft für Qualität e.V. zahlreiche Qualitätswerkzeuge entwickelt. Mit diesen Tools lassen sich erste Erfolge auf dem Weg zur Null-Fehler-Produktion erzielen.

Fehlersammelliste erstellen

Erfassen Sie die aufgetretenen Fehler, samt ihrer Erscheinungsform und der Art und Häufigkeit. So lassen sich Regelmäßigkeiten erkennen, die als Basis für die Verbesserung dienen.

Histogramm

Dieses aus der Statistik stammende Instrument ermöglicht die Darstellung der Häufigkeitsverteilung. Daraus lassen sich Trends ableiten, die dann näher zu untersuchen sind.

Flussdiagramm

Durch diese Art der Darstellung von Abläufen lassen sich Tätigkeiten und Prozesse abbilden. Die Abbildung ermöglicht ein grundlegendes Verständnis für viele der Abläufe.

Pareto-Analyse

Die am seltensten auftretenden Fehler sind die, die uns die meiste Mühe kosten. Durch die Pareto-Analyse können wichtige, selten vorkommende Ereignisse ausfindig gemacht und gezielt verbessert werden.

Ishikawa-Diagramm

Mit einer solchen Darstellung, auch Fischgrät-Diagramm genannt, gelingt die übersichtliche Darstellung von Ursache und Wirkung. Die Gründe für Fehler können dann im Team analysiert und bewertet werden.

Korrelationsanalyse

Wie stehen Faktoren miteinander in Beziehung? Gibt es Zusammenhänge von einer auf die andere Einflussgröße? Die Erfassung dieser Daten in einem Korrelationsdiagramm kann Wechselwirkungen hervorbringen, die vorher nicht berücksichtigt wurden.

Qualitätsregelkarte

Mit Hilfe von statistischen Verfahren werden Oer- und Untergrenzen für bestimmte Qualitätskennzahlen ermittelt. Befinden sich die Werte der laufende Produktion außerhalb dieser Toleranz, so wird gleich ein Warnmechanismus eingeschaltet und der Maschinenbediener muss reagieren. Durch dieses einfache Instrument können Trends sehr früh erkannt werden. Dadurch lässt sich gegensteuern, bevor ein fehlerhaftes Teil produziert wurde.

Diese so genannten 7Q sind nur ein kleiner Schritt in Richtung Null-Fehler-Produktion. Zusätzlich spielen Management-Fähigkeiten und Kreativitäts-Werkzeuge eine entscheidende Rolle, um die Fehlerprävention und die -analyse zu optimieren.

Managementwissen für die Produktion: Bequem von zu Hause aus erlernen!

Informationen beispielsweise zu diesen Tools auf dem Weg zur Null-Fehler-Produktion erhalten Sie in unserem schriftlichen Lehrgang Managementwissen für die Produktion. Erfahren Sie mit Hilfe dieses Lehrgangs, wie Sie die Null-Fehler-Produktion näher kommen, Ihre Mitarbeiter in der Produktion gezielt auswählen und die Strukturen Ihrer Prozesse vereinfachen.

Die Teilnahme ermöglicht Ihnen einen umfassenden Wissensaufbau, ganz nach Ihrem eigenen Tempo von Ihrem Arbeitsplatz aus. Die Lektionen sind präzise aufeinander abgestimmt und dienen Ihnen auch nach dem Lehrgang als umfassendes Nachschlagewerk.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Sehr geehrte Frau Blum

    Statistisch gesehen, Null Fehler stabil zu erreichen ist, bei der Mehrheit der industriellen Prozessen, mit der heutigen Technologie einfach unmoeglich.

    Sich anzunaehren in Richtung 6σ ist machbar.

    Daher empfehle ich nicht über „Ziel“ zu sprechen sondern „Richtung“. Ist sinnvoller und realistischer.

    Wie Sie eine Organisation unter anderem in „Richtung“ staendige Qualitaetsoptimierung ausrichten können, erfahren Sie unter http://www.hoshinkanriforest.com oder im Buch „The Hoshin Kanri Forest: Lean Strategic Organizational Design (https://www.amazon.com/Hoshin-Kanri-Forest-Strategic-Organizational/dp/1498785506).

    Beste Grüße aus Utah,
    H4

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