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Die neue Rolle der Ausbilder: So erreichen Sie die Generation Z

Die Neue Rolle Der Ausbilder: So Erreichen Sie Die Generation Z

Ausbildungsexpertin Sabine Bleumortier spricht mit uns über die neue Rolle der Ausbilder. Welche Ausbildungskonzepte sind gefragt, um die junge Generation zu erreichen? Und wie motiviert man intern eigentlich deren Betreuer?

Sabine Bleumortier arbeitet seit 2007 als selbständige Trainerin und Beraterin. Ihre Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Training für Ausbilder und Auszubildende sowie Beratung zu allem Fragen rund um die betriebliche Ausbildung. Zuvor war sie acht Jahre bei der Infineon Technologies AG tätig, zuletzt im Tochterunternehmen Qimonda AG. Dort leitete sie die Ausbildung am Standort München und war u.a. für Recruiting und Auswahl der Auszubildenden, Planung der Berufsausbildung, Qualifizierung der Ausbildungsbeauftragten sowie für die Einführung neuer Ausbildungsrichtungen verantwortlich. Sie ist Dipl.-Ökonomin (Univ.), geprüfte Trainerin und Beraterin BaTB/BDVT und ausgebildete Repräsentations-Trainerin. Mehr erfahren Informationen zu Frau Bleumortier finden Sie auf Ihrer Webseite.

Die neue Rolle der Ausbilder

Frau Bleumortier, sie leiten das Management Circle Seminar Managementtraining für Ausbilder. Viele sprechen davon, dass sich die Rolle von Ausbildern gewandelt hat. Welche besonderen Kompetenzen und Eigenschaften muss ein moderner Ausbilder denn mitbringen? Unterscheidet sich das von früher?

Die Rolle der Ausbilder hat sich schon gewandelt. Früher bestand die Haupttätigkeit in der Wissensvermittlung. Wenn ein Ausbilder einem Auszubildenden eine Aufgabe übergeben hat, führte der Auszubildende diese im Anschluss aus. Heute möchten Auszubildende noch das Warum und Wieso, also den Sinn einer Tätigkeit, erklärt bekommen. Und sie stellen den Sinn auch durchaus manchmal in Frage. Zudem wird es aufgrund sehr unterschiedlicher Auszubildender immer wichtiger, individuell auf diese einzugehen. Denken Sie nur an Flüchtlinge, Mütter in Teilzeitausbildung, Schüler, die direkt nach Ihrem Schulabschluss in die Ausbildung starten, oder auch lernschwächere Auszubildende. Hier bedarf es schon weiterer Kompetenzen auf Seiten der Ausbilder. Von der Digitalisierung, die im Moment auch in der betrieblichen Ausbildung Thema ist, mal ganz zu schweigen. Neben allen fachlichen und sozialen Kompetenzen bedarf es beim Ausbilder Freude am Umgang mit den Auszubildenden, Aufgeschlossenheit für neue didaktische Konzepte, die Fähigkeit Vertrauen aufzubauen und Begeisterungsfähigkeit. Hier sind authentische Vorbilder gefragt.

Die Ausbildung soll Spaß machen, herausfordernde Aufgaben bieten und ein gutes Betriebsklima.

Bild: Studenten und junge Erwachsene sitzen mit verschiedenfarbigen Büchern in einer Reihe auf Stühlen
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Erwartungen der Generation Z an die Ausbildung

Welche Erwartungen haben junge Menschen heute an Arbeit?

Die Ausbildung soll Spaß machen, herausfordernde Aufgaben bieten und ein gutes Betriebsklima. Das wünschen sich Auszubildende. Dabei ist den typischen Vertretern der Generation Z (ab etwa 1995 geboren) eine sinnvolle Aufgabe wichtig. Ebenso möchten diese vom ersten Tag der Ausbildung an wertgeschätzt und im Betrieb integriert werden. Für gute Arbeit wird entsprechende Entlohnung erwartet. Und ein Ausbilder sollte als Ansprechpartner für Fragen und zur Unterstützung auf alle Fälle vorhanden sein.

Feste Arbeitszeiten sind übrigens wieder gefragt, da die junge Generation zwischen Beruflichem und Privatem trennt und klare (vorhersehbare) Strukturen bevorzugt. Letztere verschaffen Sicherheit in Zeiten der Unsicherheit.

 

Können Sie unseren Lesern kurz schildern, was ein modernes Ausbildungskonzept ausmacht, das bei den jungen Menschen auch „ankommt“?

Ein modernes Ausbildungskonzept nimmt auf die Bedürfnisse und Erwartungen von jedem einzelnen Auszubildenden Rücksicht. Standard ist out, könnte man fast sagen. Ausbildungsphasen werden individuell an die Auszubildenden angepasst und mit ihnen besprochen. Das kann dann sogar dazu führen, dass Auszubildende ihre Ausbildungsstationen selbstständig planen.

Ich bezeichne die modernen Konzepte gerne als Mitmachausbildung, in denen die Auszubildenden möglichst viel eigenständig gestalten und mitgestalten können, in Projekten und Workshops. Dies kann die betriebliche Ausbildung betreffen oder Projekte in jedem anderen Fachbereich.

Die Generation Z: Alle unsere Beiträge zum Thema auf einen Blick!

So gewinnen Sie Betreuer für Ihre Azubis

Zum Schluss: Wir haben gesehen, dass ein Block in Ihrem Seminar sich speziell mit dem Thema befasst, im Betrieb Betreuer für die Azubis zu gewinnen und zu motivieren. Ist das denn eine besondere Herausforderung? Und könnten Sie unseren Lesern ein paar Tipps geben, wie sie das am geschicktesten angehen können?

Das ist durchaus oft eine Herausforderung. Nicht jeder angesprochene Mitarbeiter schreit sofort „Hurra“, wenn er die Betreuung eines Auszubildenden in seiner Abteilung übernehmen darf. Und das ist auch nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Stellenwert der Funktion des Ausbildungsbeauftragten in manchen Betrieben nicht sehr hoch ist und Vorgesetzte teilweise auch nicht unterstützen. „Den Azubi betreuen Sie doch so nebenbei.“ ist eine Aussage, die viele Mitarbeiter von ihrer Führungskraft hören. Da fehlt es an Wertschätzung für diese sehr verantwortungsvolle Aufgabe der ausbildenden Fachkräfte, ohne die die gesamte betriebliche Ausbildung übrigens überhaupt nicht funktionieren würde.

Im Seminar gehen wir auf mehrere Bereiche mit vielen praktischen Tipps ein, wie die Azubibetreuer motiviert und mehr Wertschätzung bekommen können. Hier ein paar Tipps vorab:

  • Überreichen Sie den (neu) benannten Azubibetreuern eine Ernennungsurkunde auf der nächsten Mitarbeiterversammlung und zeigen damit ganz offiziell Wertschätzung für diese Tätigkeit.
  • Informieren Sie ausbildende Fachkräfte gleich zu Beginn über ihre genauen Aufgaben und Verantwortungsbereiche in der Azubibetreuung und übergeben diese Information zusätzlich schriftlich. Veranstalten Sie regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und ermöglichen Sie den Mitarbeitern die Teilnahme an Seminaren für Azubibetreuer zur persönlichen Weiterentwicklung und -qualifizierung.

 

Vielen Dank für das Interview!

Veranstaltungen rund um die Ausbildung bei Management Circle

Unser Managementtraining für Ausbilder ist eines der Management Circle Seminar rund um das Thema betriebliche Ausbildung. Sie haben Bedarf? Dann informieren Sie sich zu unserem Programm direkt auf unserer Website!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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