Die Instandhaltung wird zur Smart Maintenance

Thomas Heller

Die Digitalisierung hält Einzug – daran kommt kein Unternehmen vorbei. Aber wie meistern wir diese Veränderung beispielsweise in der Instandhaltung? Wie bauen wir Ängste und Unsicherheiten ab und inwieweit beeinflusst uns dieser Wandel tatsächlich schon? Unser Experte Dr. Thomas Heller erklärt, wie sich das Image der Instandhaltung bereits verändert hat, und was uns im Zuge der Smart Maintenance erwartet.

Dr. Thomas Heller gehört zu den Vordenkern für das Thema »Smart Maintenance« in der Fraunhofer Gesellschaft. Als promovierter Maschinenbau-Ingenieur leitet er die Abteilung Anlagen- und Servicemanagement am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Seit mehr als 20 Jahren begleitet er Unternehmen bei Fragestellungen rund um die Themen Instandhaltung, Ersatzteilmanagement, After-Sales Services und TPM. Er referiert regelmäßig über seine Praxiserfahrungen und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen.

Bildquelle: @LVT

Sauber und Proaktiv: Instandhaltung steht im neuen Licht

Mann Instandhaltung 4.0Nicht überall, aber bereits an vielen Stellen verabschiedet sich die Instandhaltung aus dem Nischendasein. Das Sinnbild des im verdreckten Blaumann agierenden Menschen ist noch immer vorhanden, aber es wird dem tatsächlichen Tätigkeitsfeld nur noch selten gerecht. Denn Instandhaltung heißt nicht mehr nur „reparieren“ (ein Wort, welches in der entsprechenden DIN-Norm gar nicht vorkommt), sondern zunehmend vorbeugend agieren und verbessern. Und das aus gutem Grund.

Gutes zu erhalten ist wichtiger denn je

Instandhaltung bedeutet Transformation von bestehenden Anlagen, um Schritt halten zu können. Mit den Anforderungen der Kunden. Mit der Konkurrenz vor Ort. Aber vor allem mit den Neuanlagen an anderer Stelle in der Welt. Geben wir uns keiner Illusion hin, wir werden in Westeuropa keine neuen Stahlwerke oder Chemieparks mehr errichten. Wir müssen mit und in dem arbeiten, was wir haben und das erhalten und modernisieren. Dass dies nur die Instandhaltung leisten kann, merken zunehmend auch die Geschäftsführer und Vorstände. Die Politik ist auf dem Weg dahin.

KATA-CoachingAber um die Aufgaben zu leisten bedarf es Netzwerke, denn kein Unternehmen kann es alleine schaffen. Die großen nicht und die kleinen und mittelständischen Unternehmen schon gar nicht. Und daher wandeln sich auch die Tagungen und Seminare. Ein immer größerer Schwerpunkt, auch und gerade bei Fachthemen im technischen Bereich, liegt im Austausch der Teilnehmer untereinander. Diese verfolgen das Ziel, Netzwerke zu etablieren, die auch über die Tagung und über das Seminar hinaus Bestand haben können. Noch gilt es, hier passende (IT-) Strukturen zu schaffen und Hindernisse zu überwinden. Aber die Chancen sind größer als die Risiken. Nutzen wir sie. Nicht nur für unseren Arbeitsbereich oder unser Unternehmen, sondern für unseren (Arbeits-)Standort in Westeuropa.

Beispiele und Anwendungen gibt es genug

Ist Ihre Geschäftsführung nicht vielleicht auch dankbar für konkrete Anwendungsfälle von Industrie 4.0 und der Digitalisierung? Warum nicht mit Ihrer Instandhaltung anfangen?

Eine mobile Lösung, wo könnte sie mehr Sinn ergeben als für Sie und Ihre Kollegen, die unterwegs im Betrieb wichtige und aktuelle Informationen benötigen? Das kann schon ein einfaches Tablet sein, später können Sie immer noch erweiterte (Augmented) oder Virtuelle Realität ergänzen.
Ihr Ersatzteilwesen sollte dringend eine Renovierung erfahren? Starten Sie ein Digitalisierungsprojekt – mit vernünftigen Stammdaten, Matrix-Codes an jedem Artikel und einer (Daten-)Kooperation mit wichtigen Lieferanten.
Wie sieht es mit Ihrem Wissensmanagement in der Instandhaltung aus? Wäre es hier nicht längst Zeit für innovative Lernkonzepte, weil die jungen Kollegen nicht alles wissen können und die alten bald in den wohlverdienten Ruhestand gehen?

Sie sehen, es gibt keinen Grund noch länger zu warten. Aber viele Gründe, so schnell wie möglich anzufangen. Fangen Sie an!

Der Mensch im Fokus von effizienter Produktion und Instandhaltung

Schaffen Sie mit unserem Seminar „TPM – Total Productive Management“ die Voraussetzungen für eine ganzheitliche Zusammenarbeit zwischen
Produktion und Instandhaltung. Erlernen Sie von Dr. Thomas Heller und seinen Referentenkollegen, wie kontinuierliche Verbesserung gelebt werden kann.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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