Überspringen zu Hauptinhalt

Die gängigsten Speichertypen im deutschen Stromnetz. Und eine verrückte Idee.

Die Gängigsten Speichertypen Im Deutschen Stromnetz. Und Eine Verrückte Idee.

Stromspeicher sind schon jetzt ein wichtiger Teil des deutschen Stromnetzes. Ohne Speicher wäre die Energiewende überhaupt nicht denkbar. Denn sie entlasten das Stromnetz und bewahren Überschüsse der volatilen Sonnen- und Windenergie auf, bis sie gebraucht werden. Einige Speichertechnologien sind technisch schon ausgereift und werden in Deutschland eingesetzt. Die gängigsten Speichertypen stellen wir Ihnen vor. Und eine verrückte Idee, mit der wir bald Berge versetzen könnten.

Pumpspeicher

Pumpspeicherkraftwerke sind Speicherbecken, die in hoher Lage errichtet werden. Überschüssige Energie aus Sonne und Wind wird in das Becken gepumpt und kann bei Bedarf wieder freigelassen werden. Das Wasser fließt dann Bergab und erzeugt im Zusammenspiel mit Turbinen und Generatoren Strom. Deutschland ist wegen seiner vielen Mittelgebirge gut geeignet für den Betrieb von Pumpspeichern. Damit sind sie ein wichtiger Teil der Energiewende.

Es sind bereits 36 Kraftwerke in Betrieb, die zusammen eine Leistung von rund 6,56 Gigawatt haben und jeweils für vier bis acht Stunden Dauerbetrieb ausgelegt sind. Allein die beiden größten Kraftwerke (in Goldisthal und Markersbach) haben eine Leistung von über einem Gigawatt. Derzeit werden weitere 18 Pumpspeicherkraftwerke geplant, darunter ein Projekt in Atdorf, das mit 1,4 Gigawatt zum größten Pumpspeicher Europas werden soll. Problematisch beim Bau der Speicher ist der Eingriff in die Ökologie. Da die Rahmenbedingungen derzeit außerdem nicht mehr so lukrativ sind, liegen die Bauprojekte derzeit auf Eis.

Power-to-Heat & Power-to-Gas

Der Wärmespeicher von N-ERGIE ist einer der größten in Europa.
Bildnachweis: Annette Kradisch

Eine gängige Methode der Energiespeicherung ist die Umwandlung von Strom in Wärme. Die kann entweder direkt in die Haushalte geleitet werden, indem Heizungen dafür genutzt werden; oder sie fließt in Wärmespeicher, wie zum Beispiel Heizkraftwerke. Da Strom- und Wärmesektor dazu aneinander gekoppelt werden, hat das den positiven Nebeneffekt, dass im Wärmebereich, am Betrieb fossiler Heizkraftwerke gespart werden kann – das reduziert CO2-Emmissionen.

Mit N-ERGIE, dem Betreiber des größten Wärmespeichers in Europa, haben wir auf unserem Blog auch ein Interview geführt.

Ähnlich bei der Power-to-Heat Methode wird bei Power-to-Gas Ökostrom mittels chemischer Prozesse in Brenngas umgewandelt. Die überschüssige Energie wird damit in das Gasnetz eingespeist. Dessen Kapazitäten sind enorm: seine Speicherfähigkeit liegt bei 200 Terrawattstunden (Zum Vergleich: Das Stromnetz liegt bei 0,04TWh.). Das vorhandene Speicherreservoir kann ein Viertel des deutschen Jahresbedarfs an Erdgas abdecken. Einen guten Überblick über laufende Power-to-Gas-Projekte gibt uns die Deutsche-Energie-Agentur.

Batteriespeicher

Bei Batteriespeichern wird überschüssige Energie in Akkus auf elektrochemischer Basis gespeichert. Sie haben in der Regel weniger Speicherkapazitäten und spielen daher in dezentralen Konzepten eine größere Rolle. Bekanntes Beispiel ist der Bereich der Elektromobilität, in dem die Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos auf unsere Straßen bringen möchte. Die sollen auch als Speicher fungieren, was allerdings Probleme mit sich bringt. Außerdem lassen sich diese Speichertypen gut mit Photovoltaik-Anlagen koppeln und sind daher für den Bereich des Smart Home interessant. Verbraucher können damit selbst erzeugten Strom nutzen oder auf dem Energiemarkt verkaufen. Firmen wie Tesla machen das Speicherkonzept derzeit ziemlich populär und viele sehen den Batteriespeicher schon seit längerem vor dem Durchbruch.

Tesla Motors macht nicht nur schicke Fahrzeuge. Die Amerikaner entwickeln auch ehrgeizig die Batterietechnologie weiter.

Wir könnten auch Berge versetzen! Der Lageenergiespeicher

Der Lageenergiespeicher ist die Idee des Physikers Eduard Heindl. Professor Heindl schlägt vor, riesige Felszylinder mit über 100 Quadratmetern Durchmesser aus der Erde freizulegen. Diese sollen dann mittels elektrisch angetriebener Pumpen durch Wasser unterspült und angehoben werden. Dadurch entsteht ein zylinderförmiger „Berg“, der über einem Wasserspeicher thront, auf den er Druck ausübt. Bei Bedarf kann man das gespeicherte Wasser wieder freilassen. Der Druck spült es durch Turbinen, die Energie erzeugen und der Zylinder senkt sich langsam wieder in die Erde.

In diesem Video erklärt Professor Heindl das Konzept genauer:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=XCfpUguOBAg

Leider ist noch nicht geklärt, wie der Fels eigentlich freigelegt werden soll. Das bespricht Professor Heindl auch selbst auf seinem Blog. Zudem hat sich für ein Pilotprojekt bisher leider kein Investor gefunden.

Energiewirtschaft 2020: Elektromobilität

Energiewirtschaft 2020: Zukunft der Elektromobilität

Wird sich die Elektromobilität in Deutschland mittelfristig durchsetzen oder ist sie zum Scheitern verurteilt?
Jetzt kostenlos herunterladen!
Energiewirtschaft 2020: Elektromobilität

Energiewirtschaft 2020: Zukunft der Elektromobilität

Wird sich die Elektromobilität in Deutschland mittelfristig durchsetzen oder ist sie zum Scheitern verurteilt?
Jetzt kostenlos herunterladen!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

Wie sieht die Zukunft der Energiewirtschaft aus?

Werfen Sie gemeinsam mit unseren Experten einen Blick auf die Zukunft der Branche und erkennen Sie eigene Handlungsmöglichkeiten!

Jetzt herunterladen!