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Brexit! Welche Stadt wird das neue London? Teil 1: Dublin

Brexit! Welche Stadt Wird Das Neue London? Teil 1: Dublin
Beitragsserien: Brexit! Welche Stadt wird das neue London?

In Frankfurt wird der Brexit unter der Immobilien- und Finanzbranche bereits heiß diskutiert. Was würden Standortverlagerungen in die Stadt am Main bedeuten? Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es im Ausland auch Konkurrenten gibt. Die wichtigsten heißen Dublin, Paris, Luxemburg und Amsterdam. In unserer Artikelreihe möchten wir die Konkurrenten einzeln unter die Lupe nehmen und nach und nach einen Vergleich anstellen. Im ersten Teil der Serie blicken wir auf Dublin.

Dublin

Ja, Frankfurt ist klein im Gegensatz zu London, aber für Dublin gilt dasselbe. Die irische Hauptstadt hat ungefähr 530.000 Einwohner, dafür aber einen hervorragenden Ruf: Sie ist unter den angesehensten Städten der Welt auf Rang 22 und auf Platz 33 bei der Lebensqualität. In einer Studie unter 19.000 Bewohnern der G8-Staaten wurde die Stadt als sehr progressiv eingeschätzt, mit gut entwickelten Institutionen und günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Außerdem hat Dublin den Ruf, eine sehr schöne Stadt zu sein.

Dublin

Einwohner:
Global Financial Centres Index:
Mercer Quality of Living Reports:

 

527.612 (Stand 2011)
Rang 39
Rang 33

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Steuern und Regulierung

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Finanzplatz
Image


Infrastruktur

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Finanzplatz

In Dublin arbeiten 35.000 Menschen im Finanzsektor, die meisten davon im International Financial Services Centre. Irland ist zudem der siebtgrößte Anbieter von Finanzdienstleistungen in Europa, mit über 500 internationalen Finanzinstitutionen und jährlichen Steuerabgaben von rund 2 Milliarden Euro. Auch der Irish Stock Exchange und der Irish Enterprise Exchange befinden sich in Dublin. Ersterer gehört zu den 10 größten Handelsplätzen in Europa, ist aber dennoch deutlich kleiner, als die Deutsche Börse.

Steuern & Regulierung

Mit einer Unternehmenssteuer von 12,5 Prozent hat Irland schon lange Firmen wie Google, Apple oder Facebook ins Land gelockt. Insgesamt beschäftigten ausländische Unternehmen dort 160.000 Menschen – das ist jeder zehnte Arbeitsplatz! Grund war nicht nur der niedrige Steuersatz, sondern auch das irische Steuerschlupfloch mit dem schönen Namen „Double Irish“. Der Name kommt daher, dass Firmen mit zwei irischen Tochtergesellschaften unversteuerte Einnahmen nach Irland weiterleiten konnten – und von dort nochmal in eine der echten Steueroasen wie Panama, Liechtenstein & Co. Dieses Schlupfloch sollen die Iren nun allerdings auf Druck der anderen Industrienationen sowie der EU schließen.

Infrastruktur

Dublin ist nicht nur das Finanzzentrum Irlands, sondern auch einer der wichtigsten Standorte für IT-Firmen und der Pharmaindustrie. Laut einer PWC-Studie war die Stadt 2011 der zweitattraktivste Standort für Firmen-Hauptquartiere in Europa. Sie ist Hauptstadt, wodurch dort viele weitere wichtige Institutionen sitzen. Nicht zu vergessen: Auch in Irland wird Englisch gesprochen und es bestehen viele kulturelle Ähnlichkeiten zu England. Die verkehrstechnische Anbindung der Stadt ist passabel: Sie hat einen internationalen Flughafen, der 10 Kilometer vom Stadtkern entfernt liegt und auch einen Hafen. Außerdem ist sie das Zentrum des irischen Straßennetzes. (Andererseits ist sie aber auch das Zentrum des irischen Straßennetzes.) Auf einen Boom ist Dublin allerdings schlecht vorbereitet: So seien die Mieten unhaltbar hoch, es gebe ein großes Verkehrsaufkommen und kaum verfügbare Büroimmobilien an guten Standorten. Auch Wohnraum und Plätze an Schulen sind knapp. Insgesamt ist die Infrastruktur der Stadt schlecht für einen Brexit aufgestellt.

Fazit

Dublin ist zwar nicht die schönste Stadt der Welt (das ist Frankfurt), aber bietet eine hohe Lebensqualität und einen hervorragenden Regulierungsrahmen als Bankenstandort. Allerdings ist fraglich, ob die Infrastruktur der irischen Hauptstadt ausreicht, um zu viele Standortverlagerungen zu bewältigen.

 

Im nächsten Beitrag der Serie: Paris

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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