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Die Digitalisierung ist kein Trend

Die Digitalisierung Ist Kein Trend

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung kann man nicht mehr im Futur sprechen. Sie ist kein Trend, sondern längst Realität! Was das für die Immobilienbranche bedeutet und ob PropTechs sich zukünftig durchsetzen können, erklärte uns Kai Zimprich im exklusiven Interview.

Kai Zimprich ist seit 2015 Head of Digital Services Germany bei Jones Lang LaSalle SE. Er ist verantwortlich für die strategische und operative digitale Transformation von JLL in Deutschland sowie für das Daten Management.

Von 2012 bis 2015 war Herr Zimprich in der Rolle als Head of Online Markets EMEA verantwortlich für die Strategie, die Implementierung und die Evolution der JLL eigenen Gewerbeimmobilienplattformen und dem damit verbundenen Auf- und Ausbau der operativen Business-Infrastruktur zum Betrieb in der Region EMEA.

JLL Kai Zimprich

Kai Zimprich

Die Umwälzung der Immobilienbranche

Wie beurteilen Sie den Einfluss der Digitalisierung auf die Immobilienwirtschaft? Welche Umwälzungen wird sie bringen?

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung kann man nicht mehr im Futur sprechen. Sie ist kein Trend, sondern längst (Unternehmens-)Realität, auch in und im Alltag von Immobilienunternehmen. 3D-Visualisierungen, virtuelle 360°-Besichtigungstools, Datenanalyse-Software oder Programme zur digitalen Gebäudeverwaltung steigern bereits heute Effizienz und Produktivität deutlich und liefern gleichzeitig Mehrwerte für Kunden. 3D-Druck im Bauhauptgewerbe, Robotik im Logistikimmobilienbereich oder die Generierung von neuen Daten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning befinden sich bereits in der nächsten Phase der Professionalisierung und werden weitere Herausforderungen für die tradierte Immobilienwirtschaft mit sich bringen.

Die Digitalisierung beschränkt sich allerdings nicht auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien und daraus entstehende neue Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Tools. Sie sind am Ende vor allem Mittel zum Zweck. Wichtiger ist es, Digitalisierung stets als essentiellen Teil der Unternehmensstrategie zu verstehen und nicht zum Beispiel als IT-Strategie.

Die Unternehmensorganisation muss sich den „digitalen“ Anforderungen – sukzessive – anpassen

Digitalisierung als Teil der Unternehmensstrategie was heißt das genau?

Den digitalen Wandel einzuleiten, heißt nicht, die IT-Abteilung aufzustocken, Mitarbeiter mit Smartphones auszustatten oder schleunigst digitale Tools zu implementieren. Die Antwort auf das „Was“ muss der Antwort auf das „Warum“ folgen. Warum hat der digitale Wandel Einfluss auf unsere Geschäftszwecke? Warum beeinflusst der digitale Wandel die Anforderungen unserer Kunden an uns? Warum erhalten Daten eine neue Bedeutung? Die Antworten sind somit immer im Kontext der gesamten Unternehmensstrategie zu formulieren.

Entsprechend muss sich die Unternehmensorganisation den „digitalen“ Anforderungen – sukzessive – anpassen. Erstens im Hinblick auf die internen Strukturen. Hier sind Klarheit, eine logische Verteilung von Zuständigkeiten und damit verbunden die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen notwendig. Zweitens im Hinblick auf den Kunden, dessen digitaler „Erwartungshaltung“ sich jedes Unternehmen stellen muss. Es geht also um die durchgängige Vernetzung aller wesentlichen Bereiche des Unternehmens. Nur so lassen sich rasch Antworten auf neue Kundenbedarfe, erweiterte Informationen oder verbesserte Services zur Verfügung stellen. Veränderte Kundenbedürfnisse helfen gleichsam, überkommene Dienstleistungsstrukturen aufzubrechen und interne Silos zu reduzieren.

Drittens dürfen über allen Diskussionen um Big Data & Co. nicht die Mitarbeiter selbst vergessen werden. Zum einen, was neue Stellenprofile und eine Erweiterung hin zu digital ausgerichteten Aufgabenbereichen angeht. Zum anderen, was die bereits vorhandenen Mitarbeiter betrifft – Stichwort Change Management. Es gilt, die Kollegen in den Wandel einzubinden. Hierfür sind Wertesysteme notwendig, in denen sich jeder einzelne Mitarbeiter wiederfindet und die von oben (vor)gelebt werden.

Der digitale Wandel betrifft sämtliche Unternehmensbereiche – nicht nur die mit „Kundenkontakt“ – und in vielen Bereichen steht unsere Branche erst am Anfang.

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Ist Digitalisierung irgendwann am Ende?

Wenn wir jetzt erst am Anfang stehen wie lange wird es noch dauern, bis der digitale Wandel abgeschlossen ist?

Beim digitalen Wandel handelt es sich nicht um ein Projekt mit definiertem Start- und Endpunkt. Vielmehr ist er als Prozess zu verstehen, der nicht in einer Parallelwelt stattfindet, sondern als Bestandteil der Unternehmensstrategie integriert und gelebt werden muss. Ob man daher überhaupt davon sprechen kann, dass der Wandel irgendwann abgeschlossen sein wird, bezweifle ich. Welche technischen Möglichkeiten uns in den nächsten 10 Jahren zur Verfügung stehen und welchen Einfluss diese dann auf unsere Prozess-, Ablauf- und Unternehmensstrukturen haben werden, ist heute nur sehr schwer abzuschätzen.

Klar ist aber, dass insbesondere die technischen Veränderungen immer rasanter ablaufen und man sich ihnen flexibel und pragmatisch stellen muss. Dabei werden diejenigen Unternehmen profitieren, die sich rasch an die immer neuen Rahmenbedingungen anpassen können. Wer dazu in der Lage ist, hat gute Chancen, sein Geschäftsmodell und sein Unternehmenswachstum nachhaltig zu sichern beziehungsweise auszubauen, auch um sich weiterhin von der Konkurrenz abzuheben. Noch besser werden diejenigen dastehen, die selbst (digitale) Innovationen liefern und erfolgreich in „tradierte“ Strukturen integrieren, um sie aufzubrechen und zu optimieren.

 

PropTechs: Freund oder Feind?

Apropos Konkurrenz PropTechs haben anscheinend die Zeichen der Zeit erkannt. Werden sie die Branche aufmischen und gar zur gefährlichen Konkurrenz für die „Alteingesessenen“ werden?

PropTechs sollten in der Tat von etablierten Unternehmen nicht ignoriert werden, denn man kann viel von ihnen lernen. Basierend auf neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gestalten sie den digitalen Wandel aktiv mit und schließen so unter anderem bestehende Lücken im Dienstleistungsbereich. Alleine damit fordern sie die tradierten Player heraus. Sie agieren unabhängig von bestehenden Systemen und auch „Gewohnheiten“ am Markt und stellen tradierte Herangehensweisen in Frage. Zudem sind sie deutlich flexibler und damit dynamisch in ihrer Umsetzung von Innovationen, neuen Produkten oder Dienstleistungen.

Aber nichts auf der Welt ist Weiß oder Schwarz. Weder wird die Immobilienbranche so bleiben (können), wie sie heute aufgestellt ist, noch werden PropTechs in „Führung“ gehen. Worauf es ankommt, ist, sich auf seine Kernkompetenzen zu besinnen und zu konzentrieren. Das gilt für Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft genauso wie für PropTechs. Durch die richtigen Partnerschaften und Kooperationen zwischen Immobilienunternehmen und PropTechs  kann hingegen der jeweilige Aufwand reduziert und gleichzeitig der Mehrwert auch im Sinne der Kunden erhöht werden – ohne jeweils das Rad neu zu erfinden.  Gleichzeitig wird damit eine Win-Win-Situation geschaffen, weil die jeweiligen Stärken des Partners gemeinsam in den Vordergrund gestellt werden.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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