Der Hyperloop, das Fortbewegungsmittel der Zukunft?

Hyperloop

Nach der Automobilbranche und der Raumfahrt will Elon Musk jetzt den Personenverkehr revolutionieren: Der Hyperloop soll in nur wenigen Jahren zu einer ernsten Konkurrenz zum Auto, Flugzeug und zur Bahn werden. Was der Hyperloop genau ist, ob Musks Idee physikalisch überhaupt möglich ist und wo Teststrecken bereits entstehen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Von der Idee zum Wettkampf

40 Menschen reisen in beinahe Schallgeschwindigkeit bei bis zu 1.200 Stundenkilometern in einer Kapsel, die sich auf hohen Pfosten befindet, durch eine luftleere Röhre in 35 Minuten von San Francisco bis Los Angeles. So stellt sich das zumindest Elon Musk vor. Er hat das Konzept des sogenannten Hyperloops 2013 in einem 57-seitigen Konzept vorgestellt. Da er jedoch mit SpaceX die Raumfahrt und mit Tesla die Automobilbranche aufwiegelt, wollte Musk, dass sich diesem Problem ein anderer annimmt. Daher stellte er sein Konzept als Open Source Lizenz vor und löste damit einen regelrechten Hype auf der ganzen Welt aus. Zahlreiche Startups, Hochschulen und Experten forschen und basteln an Musks Idee.

Wie ein Hyperloop genau funktioniert, erfahren Sie im Video:

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https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=QYFniXY96BQ

Die Münchner TU konnte sich in Musks Competition gegen zwei andere Teams durchsetzen:

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https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=U6M_kA_9nHw

Wie funktioniert ein Hyperloop?

Doch wie genau soll diese fünfte Art des Transports nach Auto, Zug, Schiff und Flugzeug aussehen? Vereinfacht gesagt, funktioniert die Technologie wie eine Art Rohrpost auf Stelzen. Diese versorgt sich selbst durch Solarpanels auf den Röhren mit Strom und trotzt jeglichen Wetterverhältnissen wie Regen, Hitze, Frost und sogar Erdbeben.

Wer es etwas genauer mag: In einer Röhre wird die Luft herausgepumpt, sodass der Hyperloop Pod mit etwa 40 Insassen durch Magnete beschleunigt wird und vom Boden abhebt. Somit ist die schwebende Kapsel in der Röhre nicht mehr den verlangsamenden Kräften Reibung und Luftwiederstand ausgesetzt. Dadurch soll der Hyperloop eine Geschwindigkeit von bis zu 1.200 Stundenkilometern erreichen. So zumindest die Theorie, doch momentan sind alle Entwickler noch sehr weit davon entfernt, diese Spitzengeschwindigkeit zu erreichen.

Wo steht die Technologie?

Ist Musks Idee also bloße Vision und physikalisch gar nicht möglich? Dieser Frage gehen mehrere Startups nach. Die zwei bekanntesten sind dabei die Unternehmen Virgin Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies (HyperloopTT):

Virgin Hyperloop One

Das Unternehmen aus Los Angeles sammelte schnell Kapital ein und präsentierte zusammen mit seinen festangestellten Mitarbeitern im Dezember 2017 eine Teststrecke in der Wüste Nevadas, bei der die Test-Kapsel eine Geschwindigkeit von 380 Stundenkilometern erreichte. Bis 2020 möchte das Startup eine kommerzielle Lösung anbieten können.

HyperloopTT

Bei Hyperloop Transportation Technologies arbeiten die Entwickler nebenberuflich an der Revolution des Transportwesens. In der Nähe Ihres Forschungszentrums in Toulouse soll noch 2018 eine 320 Meter lange Teststrecke entstehen. Eine weitere, ein Kilometer lange und auf 5,8 Meter hohe Pylonen gelagerte Strecke soll zudem bis 2019 in Betrieb genommen werden.

Baut Elon Musk doch einen Hyperloop?

Zunächst hatte Elon Musk also geplant, den Hyperloop von anderen bauen und entwickeln zu lassen. Dafür ließ er einige Wettkämpfe auf seinem SpaceX Gelände stattfinden, bei dem sich vor allem Studenten und Ingenieure beweisen konnten. Dafür baute Musk eine Teststrecke von etwa 1,6 Kilometern. Den letzten Wettbewerb konnte die deutsche TU München im Kampf gegen das MIT und die TU Delft für sich entscheiden. Ihr Pod hat eine Spitzengeschwindigkeit von 457 Stundenkilometern erreicht.

Angestachelt durch diese Erfolge entschloss sich der Visonär Musk aber scheinbar doch in das Geschehen einzugreifen und einen eigenen Hyperloop zu bauen. Seine Boring Company arbeitet zurzeit an einem Röhrensystem, was perfekt wäre für diese neue Art des Transports.

 

Fahren wir bald alle im Hyperloop?

Viele Experten sind sich schon jetzt sicher: Der Hyperloop ist möglich. Die Frage, die sich jetzt noch stellt: Wird sich diese Transportart auch wirklich durchsetzen? Denn noch fehlen nicht nur die Röhrensysteme, sondern auch die Bahnhöfe. Auf freien Flächen ist der Bau sicherlich etwas leichter realisierbar. So plant beispielsweise der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman eine fast 1.000 Kilometer lange Hyperloop-Strecke von Riad zur Hafenstadt Dschidda, die in lediglich 76 Minuten absolviert werden soll.

In Mitteleuropa und vor allem in Deutschland ist der Hyperloop aber zurzeit noch eher unwahrscheinlich. Sowohl Hyperloop-Lösungen auf meterhohen Pfosten oder auch unterirdisch sind schlecht realisierbar (oder schlicht zu teuer), was schon unter anderem beim Transrapid zu keiner Realisierung geführt hat. Aber wer weiß, vielleicht schafft Elon Musk es auch diesmal, uns alle zu überraschen.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
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