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Datenverwendung in der Immobilienwirtschaft

Datenverwendung In Der Immobilienwirtschaft

Im Februar 2017 haben wir bereits über das PropTech interfacMA berichtet. Jetzt konnten wir  exklusiv und noch detaillierter mit einem der Gründer über dieses junge Unternehmen sprechen. Andreas Angerer berichtet in diesem Interview, was das Ziel seines PropTechs ist, ab wann mit ROI gerechnet werden kann und was die Zukunft der Immobilienwirtschaft bringen wird.

Andreas Angerer besitzt langjährige interdisziplinäre Berufserfahrung in der Immobilienwirtschaft. Neben den Bereichen der wohnungswirtschaftlichen Bestandsentwicklung und Finanzierung, dem Immobilienverkehr sowie der bautechnischen und kaufmännischen Immobilienbewertung, eignete er sich umfangreiche Kenntnisse in der Prozesssteuerung an. Dieser Werdegang und seine Affinität zu IT-Technik machen ihn bei der interfaceMA zum Initiator für den Einsatz neuer Technologien in der Immobilienwirtschaft.

Andreas Angerer

Andreas Angerer

Das Innovative an interfacMA

Wer ist die interfacMA und was macht sie Ihrer Meinung nach so innovativ?

Die 2013 gegründete interfaceMA GmbH entwickelt aktuell mit 13 Angestellten, vier Werkstudenten sowie nachhaltiger Unterstützung der Gesellschafter Lösungen für die aktuellen Anforderungen der Immobilienbranche.

Mit anwenderfreundlichen und hoch flexiblen Modulen für das mobile, georeferenzierte und prozessorientierte Datenmanagement revolutionieren und vernetzen wir die vorhandenen relationalen Verwaltungssysteme.

Unsere Dynamik, der Einsatz neuster und nachhaltiger Technologien und die Gewährleistung der hohen Datensicherheitsanforderungen unserer Kunden, gepaart mit weitreichenden speziellen Marktkenntnissen, macht uns zur realen Alternative zu Softwarehäusern wie SAP, IBM und ESRI.

Data-Science

Datenverwendung in der Immobilienwirtschaft

Daten sind das neue Öl, heißt es. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden bei dieser Aufgabe?

Die Diskussion um den Wert und die Bedeutung von Daten in unserer immer stärker  technologisierten Welt ist nicht neu, jedoch versperrt sie häufig den Blick auf ihre potenzielle Wertschöpfungskraft im Unternehmen.

Die Datenerhebung und –haltung unterliegt häufig einem starken prozessbedingten und regulatorischem Bezug. Sie dient also primär der geschäftsbereichsbezogenen Datenverarbeitung und der damit verbundenen definierten Leistungs- und Kostenstelle im Unternehmen, speziell in großen Unternehmen. In diesem Fall stellen die Datensätze also nur den Mittel zum Zweck dar. Die Herausforderung besteht nun darin, die richtigen Fragen zu formulieren und die Bereitschaft mitzubringen, ein unternehmensbezogenes „Data-Governance“ aufzubauen.

Leider autorisieren Unternehmen häufig nur dann neue Regeln für die eigene Informations-verwaltung, wenn ein ungünstiges Ereignis stattgefunden hat, beziehungsweise regulatorische Ansprüche es erfordern. Informationsverwaltung sollte jedoch stattdessen Teil der Firmenarchitektur sein und sich in die Art und Weise eingliedern, so dass auf sie jegliche IT und Datenverarbeitung entworfen und implementiert werden kann.

 

Immobilien-Trends

 

Bei unseren Kunden finden wir mehrheitlich gewachsene Software-Systemumgebungen vor, welche auf mehrere unabhängige, tabellenbasierte, relationale Datenbanken zugreifen. Diese parallel zu einander bestehenden Datenquellen sind, wenn überhaupt, nur auf das notwendigste durch Schnittstellenabfragen verbunden. Dieser Umstand sowie die starren Datenbankstrukturen in relationalen Systemen erlauben es, den Unternehmen nur bedingt die potenzielle Energie, welche sich durch eine systemübergreifende und beziehungsentkoppelte Datenanalyse und Darstellung ergeben könnte, einzuschätzen. Auch wird eine erhebliche Anzahl von lohnenden Daten verschenkt, da diese nicht als klassischer Datensatz erkannt werden. So findet Kommunikation und Prozesssteuerung häufig noch durch die Medien E-Mail und Telefon statt beziehungsweise werden Informationen als individueller Freitext ohne Richtlinienkonzept erfasst und gespeichert.

Die interfaceMA unterstützt den Kunden beim Aufbau einer systemübergreifenden sowie objektorientieren, gedoppelten Datenhaltung. Diese ermöglicht es ihm, mehrdimensionale Beziehungen zu erkennen und abzufragen. Ebenfalls ermöglichen unsere Produkte „interfaceMA Erfassung 2.0“ sowie „interfaceMA Prozessmanagement“ beliebige Daten und Prozesse, auswertungs- und richtlinienorientiert zu erfassen und somit eine Transparenz und Steuerung für bisher verborgene Abläufe zu ermöglichen.

Dieser Schritt ist kein Selbstläufer und bedarf dem kontinuierlichen Willen zur Verbesserung, welche jedoch nun nicht mehr dem Zwang der Einzelsystemeinschränkungen und deren Anbietern untergeordnet ist.

Wir sprechen hier jedoch nur von den Primärdaten unserer Kunden, diese können nun um vielfältigste Sekundärdaten verfeinert werden. Dieser Aufgabe stellen wir uns unter anderem durch das „interfaceMA-GIS“ sowie unseren Technologien für automatische Datensammlung.

Als weiteren Schritt in dieser Aufgabenstellung sehen wir Entwicklungen und Kooperationen im Technologiefeld der künstlichen Intelligenz.

Zusammenarbeit mit Kunden

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Kunden? Waren diese sofort von Ihren innovativen Ideen begeistert oder mussten Sie viel Überzeugungsarbeit leisten?

Die Innovationsfreudigkeit im Immobilienmarkt ist ja legendär, da sie lange Zeit so gut wie nicht vorhanden war. Viele der großen Marktteilnehmer unterliegen hohen regulatorischen Verpflichtungen sowie einem hohem Datenschutzanspruch. Einige Prozesse in der Immobilienwirtschaft beinhalten das Zusammenspiel vieler Parteien und gelten unter anderem daher als sehr sensibel.

Trotzdem ist die Begeisterung für unsere innovativen Produkte, welche zudem von Fachleuten aus dem Markt entwickelt werden, so hoch wie nie. Der Weg bis zur Vertragsunterzeichnung ist jedoch,  nicht zuletzt wegen unterbesetzter IT-Abteilungen oder noch nicht ausreichender Business Intelligence, häufig holprig und langwierig. Jedoch dürfen wir uns aktuell über eine Vielzahl von bereits terminierten Implementierungsanfragen freuen. Auch werden gerade nachhaltige Kooperationsvereinbarungen geschlossen, welche die Vermarktungsposition vervielfacht. Die Nachfrageentwicklung bedarf eines schnelleren Unternehmenswachstums, so dass wir für die „Growth-Phase“ gerade nach Investmentkapital suchen.

Startups

PropTechs und ihre ROI

 Und zuletzt eine Frage, die sicherlich alle brennend interessiert: Ab wann kann man als PropTech ungefähr mit „Erfolgen“ rechnen (ROI)?

Hier kann ich nur für uns sprechen. In 4 Jahren konnten wir kontinuierlich, durch Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Mittel sowie einer umfassenden Projektförderung durch die Investitionsbank Berlin, im Profit-Programm wachsen. Aufgrund der flexiblen und modularen Architektur der ganzen Produktfamilie ist es uns möglich, vielfältige Marktsegmente zu bedienen. So werden den bisherigen Produktplatzierungen im Bereich der Immobilienwertermittlung, dem Asset und Property Management und dem bautechnischen Dienstleistungssektor weitere Teilmärkte folgen. Hier sprechen wir nur vom B&B Market obwohl sich schon jetzt etliche B&C Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. In unseren Produktentwicklungen wurde immer auf Mehrsprachigkeit und Internationalisierung Wert gelegt.

Nach einem Investment, welches uns das notwendige Wachstum in der Growth-Phase ermöglicht, sehen wir den ROI kurz- bis mittelfristig eintreffen, verbunden mit einem erheblichen Unternehmenswertzuwachs.

immotech Rückblick

Wird die Immobilienbranche endlich digital?

Erfahren Sie, ob PropTechs dafür sorgen, dass die Immobilienwirtschaft endlich digital wird und welche Techniken für die Digitalisierung eingesetzt werden können.
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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