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Das Klimaabkommen ist tot – lang lebe das Klimaabkommen?

Das Klimaabkommen Ist Tot – Lang Lebe Das Klimaabkommen?

Zugegeben, ganz gestorben ist das Klimaabkommen von Paris keinesfalls. Jedoch wurden kürzlich die vielen interessanten Dinge, die die aktuelle US-Regierung tut, für wenigstens eine Woche überschattet von einer besonderen Entscheidung: Dem Ausstieg aus dem Weltklimaabkommen von Paris. Direkt nach dem Nato-Gipfel, auf dem sich einige achtbare Politiker und der US-Präsident trafen, um über ihr Bündnis zu diskutieren, verkündeten die Vereinigten Staaten den Austritt aus einem Abkommen, das außer Nicaragua (denen es nicht weit genug ging) und Syrien (die andere Probleme haben) die ganze Welt unterzeichnet hat. Auch Nordkorea, Russland oder Saudi-Arabien.

Zum Aufregen hier das Video:

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https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=v_yIrCFNc74

Aber ist der Ausstieg der Vereinigten Staaten aus diesem Abkommen wirklich so schlimm? Oder wird in Internet, Zeitungen und Fernsehen derzeit – gelinde gesagt – übertrieben

Das Pariser Klimaabkommen: Erstklassige Show oder ernsthafter Schutz?

2015 gingen die Bilder noch um die Welt: Jubelnde Politiker lagen sich in den Armen und ließen sich in Siegerpose abfotografieren. Denn: Es war geschafft. Auf 32 Seiten bekannten sich 195 Staaten der Welt zu den Klimazielen von Paris.

Gleichmaßen groß war die Empörung nach dem Ausstieg der USA, angefangen bei Angela Merkels Bierzeltrede, bei der sie die Verlässlichkeit der USA als Partner anzweifelte, über den Französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der mit den Worten „Make our planet great again“ amerikanische Wissenschaftler einlud, nach Frankreich auszuwandern, bis hin zum Vatican, der ebenfalls seine Enttäuschung bekräftigte.

Macrons Einladung an die amerikanische Wissenschaft:

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https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=v8dyGTXgWHI

Die wichtigsten Eckpunkte des Klimaabkommens:

  • Die globale Erwärmung soll auf unter 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden.
  • Die nationalen Klimaaktionspläne, die nicht ausreichen würden, um dieses Ziel zu erreichen, sollen bei Folgeverhandlungen angepasst werden. Ohne diesen sogenannten „Hebemechanismus“ würde die Erderwärmung 2,7 Grad betragen.
  • Maßnahmen zur Förderung der Klimaresistenz, zum Beispiel Anpassung der Landwirtschaft an sich verändernde Klimazonen oder Ausbau von Deichen, um dem steigenden Meeresspiegel zu begegnen.
  • Senkung und schrittweise Eliminierung der Treibhausgasemissionen.
  • Die Industrieländer sollen ab 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Klimaschutzes zu Verfügung stellen. (Wie es danach weitergeht soll dann neu verhandelt werden, ab 2026 sollen aber jedenfalls auch die reicheren Entwicklungsländer einen Betrag leisten.
Atomkraftwerk

Die Kritik am Abkommen von Paris

Man mag es ja bei der überschwänglichen Verteidigung des Abkommens heute fast vergessen: Aber das Pariser Klimaabkommen wurde von vielen auch hart kritisiert. Da jedes Land über einen Klimaaktionsplan selbst definieren konnte, wie es seine Ziele erreicht, war die Unterzeichnung des Vertrags zunächst eher eine symbolische Zustimmung. Doch ohne sofortige und weitreichende Maßnahmen, sind die Ziele eigentlich kaum zu erreichen.

Außerdem steckt der Teufel – wie bei vielen solchen Verträgen – eher im Detail. So verpflichtet sich China beispielsweise, bis 2030 seinen CO2-Ausstoß um 60% zu reduzieren. Allerdings gemessen am Bruttoinlandsprodukt! Damit dürfte wegen des enormen Wirtschaftswachstums in dem Land dessen absoluter Ausstoß bis 2030 weiter ansteigen. Ähnliches gilt für Indien.

Vielleicht hat der amerikanische Präsident also dadurch, dass er nun eine Jetzt-Erst-Recht-Reaktion aus Europa, aber auch gerade von Ländern wie Indien und China provoziert, sogar etwas Gutes für den weltweiten Klimaschutz getan. Denn auch innerhalb der USA haben sich bereits jetzt die wirtschaftlich stärksten Bundesstaaten sowie einige Städte dazu bekannt, die Klimaziele weiter zu verfolgen. Und ganz nebenbei können wir an dieser Stelle auch zum Thema Symbolpolitik zurückkehren: Denn die US-Regierung hat sich im Termin vertan. Eine Kündigung des Klimaabkommens wäre frühestens im November 2020 vollzogen, also nach der nächsten US-Wahl. Die nächste Regierung könnte sie also einfach wieder rückgängig machen.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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