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Das Immobilien-Lexikon für Abkürzungen [Teil 4]

Das Immobilien-Lexikon Für Abkürzungen [Teil 4]
Beitragsserien: Abkürzungslexikon

In der Immobilienbranche gibt es zahlreiche Abkürzungen, die in Artikeln, Broschüren oder auch in Gesprächen mit Architekten oder Unternehmern verwendet werden. Wer kann da den Überblick behalten? Damit Sie nicht mehr im Dschungel  der Abkürzungen verloren gehen, haben wir eine Beitragsreihe für Sie entwickelt, die alle wichtigen Abkürzungen erklärt.

Teil 4 beschäftigt sich mit dem Immobilienrecht und der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen:

VOB

VOB ist die Abkürzung der Vergabe- und Vertragsordnung, deren Klauseln sich in A, B und C unterteilen. Das Klauselwerk ist weder Gesetz noch Rechtsverordnung und enthält dennoch wichtige Regularien für öffentliche Bauvorhaben.

Die dreiteilige VOB wurde vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) im Auftrag des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschusses für Bauleistungen (DVA) herausgegeben.

VOB/A

Die VOB/A ist ein Teil der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Sie beinhaltet das Verfahren für die Vergabe von Bauleistungen, vertragliche Bedingungen und Fakten zur Gewährleistung.

Vor allem im öffentlichen Bereich findet dieser Teil der VOB Verwendung und enthält im Wesentlichen alle Bestimmungen und Anordnungen, die in der Vergabe von Bauleistungen relevant sind. Für private Bauherren ist dieser Bestandteil der VOB von minderer Bedeutung. Bei der Vergabe öffentlicher Bauleistungen ist die VOB/A jedoch ein ausschlaggebendes und bezeichnendes Dokument.

VOB/B

Facility ManagementDer Begriff der VOB/B hat sich aus der Verdingungsordnung für Bauleistungen heraus entwickelt und beschreibt ausführliche Rahmenbedingungen für die Durchführung von Bauaufträgen. Detaillierte Regelungen schaffen Sicherheit. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da es bei Bauvorhaben um vergleichsweise große Beträge geht und Leistungs- oder Zahlungsstörungen erhebliche Auswirkungen auf den Bauherren und die ausführenden Firmen haben.

Neben der Frage der Ausführung der Gewerke, der Abnahme und der Zahlungsverpflichtung, beziehungsweise des Fälligkeitsdatums, ist die VOB/B auch ein Rahmen für die Verjährung bei Mängeln der Leistung. Standardmäßig sieht sie eine Verjährung beziehungsweise Garantie von lediglich vier Jahren vor. Der Bauherr sollte insbesondere diesen Punkt bedenken und überlegen, ob er nicht eine Gewährleistung von fünf oder zehn Jahren vereinbaren kann.

VOB/C

VOB/C ist die Abkürzung für die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), Teil C. Während Teil A die Vergabe öffentlicher Aufträge regelt und Teil B die Allgemeinen Vertragsbedingungen rund um die Bauausführung zum Gegenstand hat, werden in der VOB/C die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen gesammelt. Hier geht es darum, wie die einzelnen Bauleistungen korrekt auszuführen sind und VOB-konform abgerechnet werden. In Teil C der VOB werden einschlägige technische Vorschriften auch jeweils für die einzelnen Gewerke aufgeführt.

Die Teile B und C der VOB sind eng miteinander verknüpft, da die VOB/C in Streitfällen auch als Auslegung für die im Bauvertrag geregelten Inhalte herangezogen wird. Charakteristisch für die VOB/C ist, dass die dort enthaltenen Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) zudem Grundlage der Normierung sind: Die ATV werden nämlich auch als DIN-Normen herausgegeben. Hier gibt es allgemeine Regelungen in der DIN 18299 (Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art), aber auch spezifische Vorgaben, welche die einzelnen Gewerke betreffen. Beispiele aus dem umfangreichen Werk der VOB/C sind neben vielen anderen die Bestimmungen zu Beton- und Stahlbetonarbeiten, zu Gas-, Wasser- und Abwasser-Installationsarbeiten innerhalb von Gebäuden sowie zu Blitzschutzanlagen.

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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