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Das Gasheizkraftwerk (GHKW) – Beitrag zur Energiewende

Das Gasheizkraftwerk (GHKW) – Beitrag Zur Energiewende

Wir hatten die Gelegenheit im Vorfeld des 7. Energie-Symposiums Kraftwerke: Erzeugungs-Mix der Zukunft mit Frank Meier zu sprechen. Herr Meier wird im Rahmen dieser Veranstaltung über das Praxisprojekt „Neubau eines Gasmotorenheizkraftwerks in Kiel – innovativ und flexibel“ sprechen. Im nachfolgenden Gastbeitrag beleuchtet Herr Meier die Herausforderung, ein erdgasbasiertes Gasheizkraftwerk (GHKW) als Nachfolger eines Kohlekraftwerks zu etablieren und zu realisieren.

Die Stadtwerke Kiel planen ein erdgasbasiertes Gasheizkraftwerk (GHKW) als Nachfolgeanlage für das heutige Kohlekraftwerk (GKK). Die geplante Anlage setzt in Sachen Flexibilität, Nutzungsgrad und Umweltfreundlichkeit neue Maßstäbe. Das GKK erreicht 2018 das Ende der technisch-wirtschaftlichen Lebensdauer. Im Anschluss soll das GHKW den Betrieb aufnehmen und mit 20 Gasmotoren eine thermische wie auch elektrische Leistung von jeweils 190 Megawatt (MW) erbringen.

Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG, verfügt über eine mehr als 23-jährige Erfahrung in der Energiewirtschaft. An ein Studium der Wirtschaftswissenschaften schlossen sich verschiedene kaufmännische Tätigkeiten im Beteiligungsmanagement und der Stromerzeugung der früheren PreussenElektra sowie Leitungsaufgaben bei der Steuerung des europaweiten Energiegeschäfts von E.ON Energie und als Mitglied der Geschäftsführung des deutschlandweiten E.ON-Vertriebs an.

Der geplante Neubau umfasst ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 290 Mio. € und ist das größte Investitions- und Innovationsprojekt in der Geschichte der Stadtwerke Kiel. Die Einsatzflexibilität des GHKW wird durch einen 42.000 Kubikmeter Wasser fassenden und 60 Meter hohen Wärmespeicher sowie einen Elektrodenkessel mit bis zu 35 Megawatt Leistung erweitert. Hiermit entkoppelt das Unternehmen die Stromerzeugung vom Fernwärmebedarf. Denn der Speicher kann das für die Fernwärme erzeugte heiße Wasser zwischenlagern, wenn es nicht unmittelbar benötigt wird. Im Zusammenspiel mit dem Elektrodenkessel kann auch bei geringem Wärmebedarf in Kiel überschüssiger Öko-Strom aus dem Netz abgenommen werden. Mit dem sogenannten „Power-to-Heat“-Verfahren heizt der Kessel wie ein Durchlauferhitzer Wasser auf und verwahrt dieses im Wärmespeicher. Der Elektrodenkessel nimmt auch am Regelenergiemarkt teil und trägt bei schwankender Erzeugung regenerativer Energien zur Stromnetzstabilität bei. Mit dem 115 Grad Celsius heißen Wasser aus dem Wärmespeicher kann die Versorgung der etwa 70.000 Kieler Fernwärmekunden bis zu acht Stunden gewährleistet werden.

Bedeutung des GHKW für die Kieler Stromversorgung

Das Gasheizkraftwerk ist eine elementare Voraussetzung zur langfristigen, sicheren und ökologischen Fernwärmeversorgung in Kiel und ein bedeutsamer Beitrag zur Energiewende. Denn das GHKW wird 70 bis 80 Prozent weniger CO2 ausstoßen als das bisher betriebene Kohlekraftwerk.

Die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK) hat einen sehr hohen Primärenergieausnutzungsgrad von über 90 Prozent und einen elektrischen Wirkungsgrad von 45 Prozent. Zudem kann die Anlage aufgrund des modularen Konzepts innerhalb weniger Minuten hochfahren und so höchst flexibel auf die Anforderungen des heutigen Energiemarkts reagieren. Die einzelnen Motoren sind für mehrere Starts pro Tag ausgelegt und können voneinander unabhängig betrieben werden.

So kann das GHKW im Bedarfsfall kurzfristig Strom zur Stabilisierung der öffentlichen Versorgung bereitstellen. Wird diese sogenannte Sekundärregelenergie durch den zuständigen Netzbetreiber abgerufen, so muss die Leistung der Anlage auch bei Anlagenstillstand innerhalb von fünf Minuten bereitgestellt werden. Dies gewährleistet nicht nur die Teilnahme am Regelenergiemarkt sondern auch eine hohe Ausfallsicherheit.

Das geplante Gasmotorenkraftwerk wird durch vorhandene dezentrale Heizkraftwerke und Heizwerke ergänzt. Hierfür stehen ein Heizkraftwerk, drei Heizwerke sowie ein Müllheizkraftwerk zur Verfügung. Dies gewährleistet auch bei einem Ausfall des größten Erzeugers die Fernwärmeversorgung in Kiel.

Die Stadtwerke Kiel haben seit 2007 unterschiedliche Varianten für eine zukunftsfähige Wärme- und Stromversorgung für die Region untersucht. Das nun in Kiel geplante neue Gasheizkraftwerk ist die Antwort der Stadtwerke auf die Energiewende und unterstützt darüber hinaus auch die Ziele der Klimaschutzstadt Kiel.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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