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Das bedingungslose Grundeinkommen: Führt kein Weg daran vorbei?

Das Bedingungslose Grundeinkommen: Führt Kein Weg Daran Vorbei?

Zahlreiche Firmenchefs aus dem In- und Ausland wie Elon Musk, Mark Zuckerberg, Bill Gates, Telekom-Leiter Timotheus Höttges und dm-Chef Götz Werner haben sich dafür ausgesprochen: Das bedingungslose Grundeinkommen. Doch was hat es mit diesem Einkommen auf sich, ist es wirklich bedingungslos und überhaupt in Deutschland finanzierbar?

Das Einkommen für alle

ErfolgDas bedingungslose Grundeinkommen (BGE) beschreibt ein Einkommen, das unabhängig von Verdienst, Alter und Geschlecht an eine politische Gemeinschaft ausgezahlt wird. Jeder Bürger hat einen Rechtsanspruch auf dieses Einkommen und es soll die Existenz sichern, ohne dass eine Gegenleistung dafür erwartet wird. Dafür sollen heutige Sozialleistungen wie Kinder- und Arbeitslosengeld entfallen.

Wer zusätzlich über mehr Einkommen verfügen möchte, kann sein Konto durch Erwerbsarbeit aufstocken – ohne dass es Auswirkungen auf das Grundeinkommen hat.

Das Leben wird menschenwürdig

Das bedingungslose Grundeinkommen soll eine individuelle Freiheit schaffen, um so jedem Menschen zu ermöglichen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Niemand müsse dann noch einem Beruf nachgehen, der ihn nicht erfüllt. Vielmehr kann sich jeder selbst verwirklichen mit der Tätigkeit, die ihm zusagt – sei es das Schreiben von Büchern, das Reisen oder das Bauen eines Roboters. Auch soziale Tätigkeiten wie die Kindererziehung oder die Betreuung von Angehörigen, die zurzeit nicht finanziell vergütet werden, würden somit honoriert und führten im Rentenalter nicht zu Nachteilen.

Zusammengefasst schafft das BGE ein Vertrauen in die Gesellschaft und erhöht somit die individuelle Risikobereitschaft. So werden Selbstständigkeit sowie Unternehmergeist gefördert  – eine Tatsache, die Elon Musk und Co. sicherlich gefällt.

Künstliche Intelligenz

Es führt kein Weg daran vorbei?

Zahlreiche Studien belegen, dass die Digitalisierung und vor allem die Weiterentwicklung im Bereich neuronaler Netze und Künstlicher Intelligenzen dazu führen, dass viele Arbeitsplätze wegfallen werden. Gerade aus diesem Grund wird vermehrt über das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert.

Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky sagte auf der CCW 2017 daher, dass wir in 20 Jahren mit einer Art bedingungslosem Grundeinkommen rechnen müssen. Da führe kein Weg dran vorbei!

Zu schön um wahr zu sein?

Doch wie soll das Ganze finanziert werden? Das ist wohl die größte Hürde bei der Einführung eines BGE. Es gibt verschiedene Finanzierungsideen, die von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer über eine Robotersteuer bis hin zur Einsparungen in der Bürokratie führen. Denn die vielen Kosten, die für die Prüfung und Auszahlung von Sozialleistungen entstehen, fallen mit dem bedingungslosen Grundeinkommen bekanntlich weg.

Keep coolNeben der Finanzierung wird oft auch gefürchtet, dass sich die Menschen mit so einem Einkommen von ihrem Job verabschieden oder gar keinen Anreiz mehr haben, nach einem Beruf zu suchen und somit keiner Erwerbsarbeit mehr nachgehen.

Natürlich ist das bei vielen unliebsamen Berufen vorstellbar. Dennoch werden die Menschen durch das BGE nicht auf die Arbeit verzichten, denn für viele ist der Beruf essenzieller Bestandteil des Lebens, der identitätsstiftend ist. Die meisten Menschen können sich ein Leben komplett ohne Arbeit gar nicht vorstellen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Auszahlung des BGE an reiche BürgerInnen. Ist es wirklich gerecht, dass Millionäre oder gar Milliardäre ein Grundeinkommen erhalten?

Wer hat es schon?

Großes Vorbild ist zurzeit Finnland: Das skandinavische Land stellt 2000 Bürgern seit diesem Jahr bis 2018 ein bedingungsloses Grundkommen zur Verfügung. 560 Euro erhalten die Testpersonen ohne etwas dafür zu tun. (Fraglich ist, ob diese eher niedrige Auszahlung wirklich eine menschenwürdige Existenz ermöglicht.)

Nach bereits fünf Monaten im Test-Zeitraum stellte sich heraus, dass die Finnen, die das Grundeinkommen erhalten, nicht faul zu Hause bleiben. Vielmehr berichten die Probanden, dass Sie mehr Lust auf die Suche nach einem Arbeitsplatz haben und auch neue Geschäftsideen zielstrebiger verfolgen.

Das bedingungslose Grundeinkommen wurde auch schon in anderen Ländern und Regionen wie Alaska und Kanada getestet. Und auch Deutschland plant – zumindest in Schleswig-Holstein – dieses Konzept zu erproben. Während die Schweizer erst kürzlich zu 78 Prozent gegen die Einführung des BGE gestimmt haben.

Grundeinkommen-Gewinner berichten über ihr Jahr mit 1000 Euro mehr in der Tasche:

Berlin zahlt es bereits

Während die Jamaika-Regierung im Norden Deutschlands noch plant, wird in Berlin bereits ausgezahlt. Jedoch nicht von der Politik, sondern einem Verein, das per Crowdfunding Spenden sammelt und dann ein 1000 Euro Grundeinkommen verlost – und das für ein Jahr und bedingungslos.

Der Verein „Mein Grundeinkommen“ hat bereits 112 Mal unterschiedlichste Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen beglückt und nur vier davon haben Ihren Job gekündigt. Jedoch nicht, um die Füße hochzulegen, sondern um sich einen Beruf zu suchen, der besser zu ihnen passt. Und auch so berichten die glücklichen Gewinner, dass sie eine innere Ruhe und Sicherheit durch die Auszahlung erhalten haben und daher stressresistenter sind. Die Menschen leben nun gesünder, bilden sich fort, engagieren sich ehrenamtlich oder gründen gar eigene Unternehmen.

Update April 2018

In Finnland wurde das Projekt zum bedingungslosen Grundeinkommen nicht weitergeführt, obwohl es in diesem Jahr auf Arbeitslose ausgeweitet werden sollte, da angeblich das Geld dafür fehle. Auch inhaltliche Probleme könnten für das Aus des Projektes verantwortlich sein. 2019 sollen die ersten Ergebnisse des Tests publiziert werden. Forscher zeigten sich aber enttäuscht, weil zwei Jahre nicht genug Erkenntnisse liefern können. Marjukka Turunen, die das Experiment leitet, berichtet in dem Magazin Zeit aber, dass für sie das Projekt nicht gescheitert sei.

Die digitale Zukunft der bAV

Der Weg zum bedingungslosen Grundeinkommen ist noch fern, sodass eine Absicherung für das Alter immer noch immens wichtig ist.Informieren Sie sich daher über die neusten Entwicklungen der betrieblichen Altersversorgung. Unsere Experten stellen Ihnen auf der Konferenz Die digitale Zukunft der bAV die neuesten Technologien und Strategien vor.
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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