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Daily Shopfloor Management: Mehr als das tägliche Meeting

Daily Shopfloor Management: Mehr Als Das Tägliche Meeting

Die tägliche Anwesenheit der Vorgesetzten auf dem Shop Floor ist ein wichtiger Bestandteil des Lean Management. Die Chefs sollen die Bedürfnisse der Mitarbeiter und deren Probleme besser verstehen können und näher am Geschehen sein, wenn etwas schiefgeht. Aber was genau verbirgt sich hinter Daily Shopfloor Management? Holger Friebe hat uns seine Sichtweise erläutert.

Holger Friebe ist seit 29 Jahren bei der Robert Bosch GmbH. In verschiedenen Führungspositionen im Fertigungs- und Qualitätsumfeld sammelte er wertvolle Erfahrungen im Automobilbereich.
Bereits seit 1993 beschäftigt er sich intensiv mit dem Lean-Gedanken, verstärkt durch Aufenthalte in Japan bei Denso und bei Toyota. Ab 2005 war er dann Teil der zentralen BPS Abteilung (Bosch Production System)mit dem Ziel, die Lean-Prinzipien bei den Führungskräften durch praktische Anwendung zu verankern. Von 2012 bis 2015 war er Wertstrommanager, verantwortlich für die
Fertigungsplanung, -ausführung und Logistik eines Bosch Werks. Seit 2016 promotet er nun BPS weltweit als Senior Bosch Production System Coach für die Powertrain Solutions Division.

Holger Friebe

Holger Friebe

Tägliche Meetings als Bestandteil einer systematischen Prozessverbesserung

Wie sollten diese Meetings im Idealfall in der Praxis gestaltet werden?

Infografik LeanLeider wird der Begriff „Daily Shop Floor Management“ oft ausschließlich mit einem täglichen Meeting gleichgesetzt. Ich verstehe unter Daily Shop Floor Management vielmehr, wie wir unmittelbar bei Abweichungen reagieren oder diese eskalieren, um zeitnahe Unterstützung und Problemlösung zu erhalten. Letztendlich kann ich ein Problem zusammen mit den Fachleuten am besten dann lösen, solange es „heiß“ ist und ich die Entstehung des Problems wirklich nachvollziehen kann. Bei Toyota selbst war einfach zu erkennen, wo der Ort des Problems ist, sobald die Linie stand – man musste nur nach einer Traube von Leuten schauen.

In Japan habe ich Besprechungen oft mehr als formellen Abschluss einer Serie von vorher durchgeführten Maßnahmen erlebt. So verschwindet die Politik und das „Wer hat recht“ aus diesen Besprechungen. Die Dinge sind im Regelfall alle schon im Vorfeld geklärt, womöglich auch in kleinen regelmäßigen geplanten Expertenrunden, falls sinnvoll. Nur da, wo wirklich eine Entscheidung auf unterer Ebene unmöglich ist, muss das Wertstrommanagement entscheiden, nachdem die Zusammenhänge detailliert präsentiert wurden. Dazu ist dann ein regelmäßiges Meeting sinnvoll und wichtig!

Letztendlich werden die dann wirklich notwendigen Besprechungen kurz und auf den Punkt effektiv.

Daily Shopfloor Management: Eine Messgröße zu finden ist schwierig

Welche Kennzahlen sollten ausgewählt werden und wie kann man diese schnell visualisieren?

Lean ManagementEine pauschale Antwort ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Nur falls ich aus einer Kennzahl einen nächsten Schritt wirklich ableiten möchte, macht diese Kennzahl wirklich Sinn. Sie muss zu mir sprechen. Ich frage mich, was ich erwarte und wie ich dementsprechend messen muss, um entscheiden zu können, ob meine Erwartung erfüllt wird oder nicht. Je weniger Kennzahlen desto besser, die dann aber mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Konsequenz verfolgt und verbessert werden.

Was halten Sie von Verbesserungsroutinen und wie entwickelt man diese in der Praxis?

Der Kern eines Produktionssystems sind gelebte Standards. Das gilt für jeden Ablauf, der sich wiederholt, also auch für die Verbesserungsarbeit. Dabei ist aus meiner Sicht das Wichtigste, wie regelmäßig die Führungskraft nachfragt. Alleine das Interesse an einer Antwort zur Frage, „Was haben Sie heute verbessert?“ hilft sehr. Darauf lässt sich dann aufbauen – welche Fragen die Führungskraft am besten stellt und wie auch die untergeordneten Führungskräfte lernen, nachzufragen. So verwandeln sich diese Führungskräfte mehr und mehr zu Coaches!

Achtung: Die Vorgabe von Formblättern kann dieses Nachfragen nicht ersetzen.

Nur über echtes Interesse bleibt die Qualität der Verbesserungsarbeit hoch.

Daily Shopfloor Management als Anstoß für Verbesserungen

Informieren Sie sich jetzt bei diesem Seminar, wie Sie ein durchgängiges Kennzahlensystem als Basis für Leistungstransparenz und messbare Verbesserung implementieren. Holger Friebe und seine Kollegen vermitteln außerdem, wie Daily Shopfloor Management im Rahmen täglicher Prozessstabilisierung und als Anstoß für Verbesserung genutzt werden kann.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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