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Crime as a Service: Geldwäsche online

Crime As A Service: Geldwäsche Online

Geldwäsche online: Kriminalität leicht gemacht

Er klingt überspitzt, aber der Begriff „Crime as a Service“ wurde 2014 in einer Pressemitteilung von Europol auf den Plan gerufen. Darin beziehen sich die Beamten auf eine besorgniserregende Entwicklung: Im einem „virtuellen Untergrund“ würden spezialisierte Kriminelle Software-Lösungen entwickeln. Gemeint ist das Darknet. Die Lösungen würden bereitgestellt für Leute, die gerne eine kriminelle Online-Karriere einschlagen möchten, aber nicht über das nötige technische Know-how verfügen. Die Beamten sprechen von einer „komplexen Herausforderung“ für die Strafverfolgung. „These days, almost anyone can become a cyber-criminal,“ diagnostizierte Europol Director Rob Wainwright.

Gerade die Geldwäsche ist ein Verbrechen, das seit Jahren immer mehr in den Online-Bereich abwandert.

Aus alten Filmen und Serien kennen wir noch die Mafia-Methoden, bei denen Geld über Ladengeschäfte, Versicherungen oder im Kasino gewaschen wurde. Diese Zeiten hören langsam aber sicher auf. Heute braucht der Boss nicht mehr in seiner Metzgerei oder Pizzeria nach dem Rechten sehen. Stattdessen werden immer häufiger digitale Systeme genutzt, die teilweise anonymisierten Zahlungsverkehr zulassen.

hacker

Beliebte Methoden der Online-Geldwäsche:

  • Zum Beispiel versuchen Betrüger häufig, Bankkunden per E-Mail für vermeintliche Jobs anzuwerben. Diese sollen ein Bankkonto eröffnen, auf das die Täter regelmäßig Geld überweisen. Die Kunden sollen dieses dann weiterleiten, dürfen aber einen Teil für sich behalten. Reagieren sie diese auf die unseriösen Angebote, machen sie sich der Mittäterschaft schuldig, denn das Geld kommt ja bereits aus illegaler Quelle.
  • Es kommt aber noch besser: Für weniger naive Menschen halten Kriminelle eine Methode parat, die kaum zu durchschauen ist. Denen überweisen sie einfach Geld und melden sich dann im Nachhinein. Es habe sich um ein Versehen gehandelt, sagen sie dann, und, ob man das Geld nicht weiter überweisen könne.
  • Ein weiteres großes Thema ist das Online-Glücksspiel. Kriminelle Organisationen kaufen oder gründen Online-Casinos, betreiben diese über Firmen im Ausland. Meistens in Steueroasen. Da die Kommunikation mit diesen für die Behörden fast unmöglich ist, lässt sich kaum nachprüfen, woher deren Einnahmen kommen.
  • Micro-Laundering: Bei dieser Option werden Online-Bezahldienste genutzt, um über eine komplexe Abfolge vieler kleinerer Zahlungen das Geld stückweise zu seinem Bestimmungsort zu bringen. Durch diese Methode kann die eigentliche Quelle der Gelder weitestgehend unkenntlich, der Täter anonymisiert werden. Für Banken ist diese Methode nur sehr schwer zu erkennen, da von so gut wie jedem Bezahldienst Gebrauch gemacht wird, den man sich vorstellen kann. Außerdem geht das Geld ja in mehreren unscheinbaren Beträgen beim letztendlichen Empfänger ein.

Terrorismus und organisierte Kriminalität: Banken sind verpflichtet, etwas zu tun

Diese und weitere Methoden werden für Kriminelle immer leichter umsetzbar. Gleichzeitig ist für Banken Geldwäsche online allerdings immer schwerer erkennbar. Und das ist ein Problem. Denn das Geldwäschegesetz verpflichtet die Institute, dagegen vorzugehen. Für die Behörden ist das ein wichtiges Thema, denn hier geht es um die Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und organisierter Kriminalität.

Damit sind auch Banken zum Aufbau interner Sicherungssysteme angehalten, die allerdings mit den Persönlichkeitsrechten ihrer Kunden kollidieren können. Konzepte wie „Know Your Customer“ oder die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden werfen vor diesem Hintergrund Fragen auf.

Paragraph, Fragezeichen

Roundtable Geldwäscheprävention in Frankfurt

Bei unserer Expertenrunde am 8. Februar in Frankfurt am Main gehen wir durch alle wichtigen Themenfelder der Geldwäscheprävention.

  • Wie ist der Stand der Gesetzgebung?
  • Was sind die Best Practices bei der Zusammenarbeit mit den Behörden?
  • Welche Präventionskonzepte gibt es für die Praxis?

Alle Informationen zur Veranstaltung finden sie im Programm.

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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