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Connected Cars: Zukunft oder Fluch der Automobilbranche?

Connected Cars: Zukunft Oder Fluch Der Automobilbranche?

Das Mobilitätsverhalten auf der ganzen Welt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Durch die Digitalisierung werden Vernetzungen ermöglicht, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Damit entstehen aber auch neue Anforderungen. Es scheint, als würde bald nicht der Verkauf des Fahrzeuges, sondern Mobility-Services – Dienstleistungen, die Fahrer und Insassen unterstützen – Gewinn erzeugen. Aus diesem Grund setzen sowohl Automobilhersteller als auch Internetgrößen wie Google und Apple vorranging auf Connected Cars und die dazugehörigen Technologien.

Wie die Digitalisierung die Automobilbranche erschüttert

Das Wettbewerbsumfeld hat sich damit entscheidend geändert. Nicht nur die unterschiedlichen Automobilhersteller konkurrieren miteinander. Es ist vor allem der Kampf gegen die eben genannten Internetgiganten, der den Markt momentan dominiert. So entwickelt Google eigene autonome Fahrzeuge, Amazon baut ein Konzept für den individuellen Gütertransport in Großstädten auf und auch Uber und Airbnb erschaffen eigene Ökosysteme für Personen- und Warentransporte. Der Trend bewegt sich vom ursprünglichen Besitzen hin zum Teilen. Auch die etablierten Autohersteller haben die Trendwende erkannt und entwickeln neue Mobilitätsstrukturen. So bieten unter anderem Daimler und BMW weltweite Carsharing-Angebote an.

Doch einen entscheidenden Vorteil haben Apple und Google. Sie können den Fahrern und Insassen nicht nur erhebliche Mehrwerte durch ihre Apps liefern, sie kennen sich zudem aus mit der Verknüpfung von Daten und wie man diese mit anderen Anwendungen nutzen kann. Und genau um diese Daten dreht sich der Kampf. Nur mit ihnen kann ein Connected Car dem Menschen die Vorteile bieten, die das Leben erleichtern.

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Ein vernetztes Auto kann Leben retten

Ein vernetztes Auto bietet in Zukunft nicht nur Entertainment-Angebote wie zum Beispiel das Streamen von Videos. Es kann auch die Fahrtüchtigkeit mithilfe von Müdigkeitssensoren testen, die Mobilität durch hochaktuelle Verkehrsinformationen managen, den Fahrer vor Gefahren warnen sowie einen Notruf im Falle eines Unfalls aussenden. Nicht nur so kann ein Connected Car zukünftig für Sicherheit auf den Straßen sorgen. Wenn die Daten der Fahrzeuge ausgewertet werden, können außerdem Falschfahrer auf der Autobahn aufgehalten werden, indem andere Autofahrer gewarnt werden oder indem das falschfahrende Auto einfach durch Fernsteuerung automatisch gestoppt wird.

Auch die Lebensqualität und die Gesundheit können durch die vernetzten Automobile profitieren. So kann die Datenanalyse der zahlreichen Fahrtrouten in der Innenstadt dazu genutzt werden, um die Belastung mit Feinstaub oder Abgasen zu Stoßzeigen zu minimieren.

Beim Fahren Einkaufen, Termine planen und E-Mails schreiben – das vernetzte Fahrzeug macht’s möglich!

Die Big Data kann aber auch für Service- und Marketingzwecke genutzt werden. Nur wenn das vernetzte Fahrzeug detaillierte Informationen über den Fahrer besitzt, kann es auch Entscheidungen abnehmen. So kann ein Connected Car beispielsweise Ausflugsziele vorschlagen und rechtzeitig darauf hinweisen, die Reifen zu wechseln. Dabei kann es sogar eine passende Filiale vorschlagen, die kurzfristig noch Termine frei hat. Diese smarte Wartung sowie die Diagnose des Fahrzeuges ist das am stärksten wachsende Connected Car Segment. Das Umsatzwachstum lag 2015 bei über 200 Prozent. Auch der Fahrende selbst kann bewertet werden. Mittlerweile gibt es ein Versicherungsformat, bei dem die Beiträge nach dem Fahrstil festgelegt werden: Pay-how-you-drive.

Trotz oder gerade wegen aller Konkurrenz im Automobilbereich kooperieren immer mehr Automobilhersteller mit Internetfirmen, um umfassende Konsum-Ökosysteme aufbauen zu können. Seit Anfang 2016 sind Volkswagen Fahrzeuge dank der Hilfe von Google und Apple nahezu kompatibel mit dem Smartphone. Auch Volvo setzt auf eine Kooperation, jedoch mit Microsoft. So bietet der schwedische Automobilhersteller Microsoft Office Produkte in seinen Fahrzeugen an. Während der Fahrt können also E-Mails diktiert, Termine erstellt und Skype Telefonate geführt werden.

Doch das Auto kann durch die Vernetzung auch als Werbefläche genutzt werden. Das Fahrzeug kann während der Fahrt darauf hinweisen, dass der Lieblingshändler in der Nähe gerade einen Ausverkauf macht. Außerdem kann per Sprechanlage bereits das gewählte Kleidungsstück bei der Filiale zur Anprobe hinterlegt werden.

20 Prozent würden ihre Lieblingsmarke für eine bessere Vernetzung wechseln

AutokaufZwar sind die meisten Features noch Zukunftsmusik, doch schon dieses Jahr werden mehr als 3 Millionen Connected Cars auf den deutschen Straßen erwartet. Bis 2020 soll sich die Zahl auf 12,4 Millionen vervierfachen. Weltweit werden sogar über 160 Millionen smarte Fahrzeuge erwartet. Globaler Marktführer im Bereich Connected Cars sind momentan die Vereinigten Staaten. Deutschland liegt nach China und Japan auf Platz vier.

Eine aktuelle Branchenstudie von McKinsey & Company zeigt außerdem, dass 13 Prozent der befragten Käufer nicht mehr auf das Internet in ihrem Fahrzeug verzichten wollen und für sie bei einem Neukauf nur noch ein vernetztes Fahrzeug in Frage kommt. Dabei spielt der Autohersteller keine wichtige Rolle mehr. 20 Prozent der Befragten würden die Automarke wegen einer besseren und smarteren Vernetzung wechseln.

Die großen Risiken eines Connected Cars

Überall, wo Big Data im Spiel ist, wird auch die Datensicherheit diskutiert. Sind die in der Cloud gespeicherten Daten, die ein vernetztes Fahrzeug für seine Features nutzt, sicher? Werden die Fahrer kontrolliert und ihre Gewohnheiten an Dritte verkauft? Noch gibt es keine Gesetze, die auf Connected Cars zugeschnitten sind, obwohl beispielsweise Kameras im Inneren des Fahrzeuges die Persönlichkeitsrechte des Fahrers oder der Beifahrer verletzen könnten.

Doch neue Gesetze sind in Deutschland mehr als nur hackerwahrscheinlich. In Amerika wurde bereits der sogenannte Spy Car Act in den Senat eingebracht, um Sicherheitstechnologien im Automobilbereich voranzutreiben, da 2015 zahlreiche Sicherheitslücken aufgedeckt wurden. Den Anfang machte BMW: Angreifer konnten auf das Connected Drive-System zugreifen und verschafften sich dadurch Zugang zum Fahrzeuginneren. Bei voller Fahrt wurde außerdem im Mai 2015 ein Jeep Cherokee gehackt und über Funk ferngesteuert. Und auch in das System einer Corvette konnten zwei Sicherheitsforscher eindringen und erhielten dadurch essentielle Komponenten für die Fahrsicherheit, wie beispielsweise das Gas, die Lenkung und auch die Bremsen. Um dieser räuberischen Übernahme vorzubeugen, müssen vernetzte Fahrzeuge nach der Auslieferung noch weitere Sicherheitsupdates erhalten.

Die Automobilhersteller sind sich jedoch im Klaren, dass die IT-Sicherheit im Connected Car entscheidend ist, da sie die Grundvoraussetzung für das Vertrauen der Fahrer und Insassen bilden. Jede Panne kann einen entscheidenden Vertrauensverlust bei den Kunden herbeiführen und damit andere Unternehmen im Bereich Connected Cars voranbringen.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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