Compliance Risk Culture Monitoring: Lernen Sie mehr über diese Methode

Kuenstler

Jan-Erik Künstler gibt uns in diesem Interview einen Überblick über die Compliance Risk Culture Monitoring Methode und erläutert welche Herausforderungen und Chancen die Methode hat. Lernen Sie an einem Best Practice Beispiel der ING-DiBa wie Sie die Methode einsetzen können.

Jan-Erik Künstler ist Leiter im Compliance und verantwortet seit 2011 die Organisationseinheit Compliance der ING-DiBa AG in Frankfurt am Main. Bereits vor Schaffung der MaRisk-Compliance-Funktion beschäftigte er sich intensiv mit dem Themenkomplex Compliance-& Risikokultur. Die ING-DiBa ist auf Grund ihrer Zugehörigkeit zur ING maßgeblich auch durch die niederländische Aufsicht geprägt, die sich intensiv mit kulturellen Fragestellungen auseinandersetzt.

Risiko- und Compliancekultur

Herr Künstler, die Begriffe Risikokultur und Compliancekultur werden immer wieder mit der gleichen Bedeutung genutzt. Können Sie hier Klarheit schaffen?

Diese Beobachtung ist aus meiner Sicht völlig zutreffend. Dabei ist ein bewussterer Umgang mit diesen Begrifflichkeiten notwendig, wenn man nicht aneinander vorbei reden möchte. Kernkomponenten der Compliancekultur sind die Einhaltung der internen und externen Vorgaben. Kernkomponente der Risikokultur hingegen sind Abwägungsfragen beispielsweise wieviel Risikoappetit habe ich.

Anders ausgedrückt, die Compliancekultur begrenzt die Risikokultur.

Viel Risikoappetit kann in Ordnung sein. Spätestens aber, wenn es gegen die erwähnten Vorgaben verstößt, ist es dies nicht mehr. Dies beweist auch, dass sowohl die Compliance- als auch die Risikokultur wichtig für ein Unternehmen sind.

Lernen Sie mehr über die Methode Compliance Risk Culture Monitoring

Können Sie uns die Methode „Compliance Risk Culture Monitoring“ näher erläutern?

Anschließend an die vorangegangene Frage: Die Methode zahlt auf beide Kulturen ein. Daher auch der Name, welcher beide Begrifflichkeiten beinhaltet. Die „klassischen“ Kontrollen im Compliance-Umfeld wurden um die Compliance Risk Culture Monitoring Interviews ergänzt. Um was geht es dabei? Fehlverhalten basiert oft auf Unzulänglichkeiten in den folgenden Feldern:

Leadership

Communication

Decision making

Enforcement

Stellen Sie Fragen!

Im Kern der Methode stehen Einzelinterviews, welche eineinhalb bis zwei Stunden dauern. Dabei werden die genannten Themengebiete mittels bestimmter Fragen in den Mittelpunkt gestellt. Wie gehst Du mit Fehlern Deiner Mitarbeiter/Kollegen um? Hast Du den Eindruck, dass Du jederzeit Kritik äußern kannst? Wie würden Deine Mitarbeiter diese Fragen beantworten? Durch Fragen wie diese bekommt der Compliance-Officer einen noch tieferen Einblick in die Organisation und kann dies der Gruppe der Interviewten widerspiegeln. Abgeschlossen wird die Methode dann mit einem ausführlichen Feedback Gespräch mit allen Interviewten zusammen und einem schriftlichen Bericht.

ING DiBa

Definieren Sie Ihren Zeitplan

Welche Herausforderungen gibt es bei der Durchführung dieser Methode?

Wie so oft ist Zeit ein kostbares Gut. Die Vorbereitung der Interviews mittels Desk-Research, daraus abgeleitet das Zusammenstellen der Fragen, die Interviews, die Nachbereitung eines jeden Interview, das Feedback Gespräch und zum Abschluss der schriftliche Bericht. Das alles kostet viel Zeit. Umso bemerkenswerter ist es, wenn der Vorstand den Compliance-Kollegen die Zeit dafür einräumt und sich damit letztlich auch zur Methode bekennt.

Best Practice

Welche Erfahrungen und Mehrwert sehen Sie im Compliance Risk Culture Monitoring?

Best PracticeEs handelt sich um ein sehr fokussiertes Gespräch mit den Entscheidungsträgern des Unternehmens. Bedeutet, auch unsere Vorstände haben diese Methode bereits durchlaufen. Letztlich beeinflusst man auch den „tone of the top“. Ist dies kausal nachweisbar? Bisher nicht, zumindest nicht mit den von uns eingesetzten Methoden. Aber wir schaffen mit einer solchen Methode Awareness für Themen und fördern die Gesprächskultur zu diesen Themen. Da immer zwei Compliance-Officer das Interview führen, ist auch gute Teamarbeit gefragt. Und last but not least geben wir den Interviewten Verbesserungsvorschläge mit. Zusammenfassend eine Methode die mich überzeugt hat und die ich allen Compliance-Kollegen empfehlen kann.

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