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Virtual Reality: Chance für die Personalentwicklung

Virtual Reality: Chance Für Die Personalentwicklung

Dass das Corporate Learning Forum 2017 eine sehr interaktive Veranstaltung war, haben wir bereits erwähnt. Eine der Attraktionen des Forums waren definitiv die VR-Anwendungen, die wir zwischen den Sessions in der Lobby testen konnten. Dabei entpuppte sich die Virtual Reality als eine Lösung für das betriebliche Lernen, die nicht nur größere Unternehmen interessieren dürfte. Am Rande der Veranstaltung sprachen wir mit Claus Divossen vom Ersten Deutschen Fachverband für Virtual Reality über die Chancen der Technologie, sich in der Wirtschaft durchzusetzen, und die Möglichkeiten, die Unternehmen derzeit haben, eigene Programme und Trainings zu entwickeln.

Der Erste Deutsche Fachverband für Virtual Reality

Hallo Herr Divossen, wir haben Sie auf dem Corporate Learning Forum getroffen, wo Sie als Vertreter des Ersten Deutschen Fachverbands für Virtual Reality (EDFVR) einige sehr spannende Virtual-Reality-Anwendungen vorgestellt haben. Können Sie unseren Lesern zunächst Ihre Organisation vorstellen? Was ist der EDFVR?

Hallo Herr Erle, vielen Dank nochmal für die Gelegenheit, uns auf dem Corporate Learning Forum vorstellen zu dürfen. Meine Firma senselab.io ist eins der Gründungsmitglieder des EDFVR. Mittlerweile sind wir fast 150 Mitglieder aus ganz Deutschland. Ziel des EDFVR ist es, die Mitglieder untereinander, aber auch nach außen, zu vernetzen sowie die Entwicklung und die Verbreitung von Virtual- und Augmented-Reality in Deutschland zu fördern.

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Rückblick Corporate Learning Forum 2017

Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
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In unserem Gespräch auf dem Forum haben Sie sehr von der Technologie geschwärmt. Woher diese persönliche Überzeugung und wie sind Sie eigentlich mit dem Thema VR in Berührung gekommen?

Ich bin schon in den 90er Jahren auf Virtual Reality aufmerksam geworden. Damals gab es schon mal eine Welle von VR-Produkten im Consumer/Endanwender-Bereich, und Filme wie der Rasenmäher-Mann und natürlich Matrix haben die Idee bekannt gemacht. Es gab aber noch viele Probleme, die mit dem damaligen Stand der Technik einfach noch unlösbar waren. Zudem war die Technik extrem teuer. Und so ist diese Welle wieder abgeflaut. Ganz verschwunden ist Virtual Reality ist aber nie: Sie war jedoch Firmen vorbehalten, die sehr große Budgets dafür aufbringen konnten, wie zum Beispiel für die Konstruktion im Automotive-Bereich. Erst das über Kickstarter finanzierte Headset Oculus Rift hat wieder frischen Wind in die Branche gebracht. Die Übernahme durch Facebook für einen Betrag von 2 Milliarden Dollar hat dann eine ganze Branche wachgerüttelt und so den heutigen Stand der VR-Technik und die erschwinglichen Preise möglich gemacht. Ich war und bin immer noch fasziniert von der Idee, uns von den Beschränkungen der realen Welt lösen zu können und alles nur Erdenkbare virtuell zu erschaffen. Zwar gibt es diese künstlichen Welten nur im Computer, aber die Erlebnisse, die wir dort sammeln, sind für uns völlig real. Seit 2015 widme ich mich daher voll und ganz diesem Thema und habe in diesem Jahr auch die Firma senselab.io gegründet.

Zwar gibt es diese künstlichen Welten nur im Computer, aber die Erlebnisse, die wir dort sammeln, sind für uns völlig real.

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Chancen der Virtual Reality in der Personalentwicklung

Auf dem Corporate Learning Forum ging es in erster Linie um das betriebliche Lernen. Warum ist die Technologie für das Thema so gut geeignet. Und könnte sie noch für weitere Märkte relevant werden?

Was Virtual Reality für mich auszeichnet, ist die Möglichkeit, mit der computergenerierten Welt zu interagieren – und das auf eine sehr direkte, körperliche Art und Weise, indem ich Dinge von allen Seiten erkunden und in die Hand nehmen kann. Der Ausdruck „begreifen“ beschreibt doch sehr schön, wie sehr der Mensch diesen direkten Kontakt mit den Konzepten von Wissen und Verständnis verbindet. Erst dadurch, dass ich etwas selbst erkunden, ausprobieren, anwenden kann, wird es für mich verständlich und real. Virtual Reality ist das erste Medium, das es mir erlaubt, nicht nur abstrakt mit Mausklick oder Tastatur zu agieren, sondern direkt, räumlich und mit meiner eigenen Handlung. Dieser direkte Kontakt ist es, der ein tiefgreifendes Verständnis vermitteln kann.

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Ob Sie es glauben oder nicht, aber hier wird gerade im Team ein Atomkraftwerk gerettet.

Ein weiterer Aspekt, der Virtual Reality auszeichnet, ist das Eintauchen in eine neue Welt, eine neue Umgebung. Wenn wir Dinge einmal gelernt haben, verbinden wir das resultierende Wissen häufig mit der Situation, in der wir uns dabei befanden. Allein das Erinnern an diese Situation hilft uns, Wissen wieder abzurufen. Ein kleines Beispiel: Befindet sich das Türschloss Ihrer Haustür auf der linken oder rechten Seite? Wie rufen Sie diese Erinnerung ab? Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause und öffnen die Tür. Voila! Ich bin sicher, sie haben die Situation vor Augen und kennen die Antwort. Das funktioniert auch in der Virtuellen Realität, Sie erinnern sich an die Situation und das Wissen ist sofort wieder da.

Virtual Reality: Auch etwas für kleinere Unternehmen?

Denken Sie in Sachen Einsatz bei der Arbeit, dass Virtual Reality nur etwas für die ganz großen Konzerne ist? Oder könnten auch kleinere und mittlere Unternehmen – oder gar Selbständige – davon profitieren?

Bisher war VR den großen Firmen vorbehalten, schon allein aufgrund der Kosten, die für Hardware sowie für die Entwicklung individueller Software-Lösungen anfielen. Die Hardware ist aber keine Hemmschwelle mehr, die einfachsten Anwendungen sind schon mit einfachen, Smartphone-basierten VR-Brillen umsetzbar, für interaktivere Anwendungen reicht ein Gaming-PC mit angeschlossenem VR-Headset. An den Software-Lösungen wiederum arbeitet die Branche gerade mit Hochdruck.

Wir bei senselab.io entwickeln zum Beispiel ein Framework für Trainingslösungen, das speziell ausgerichtet ist auf die Abläufe im Technischen Training in der Industrie. Eine Partner-Firma im EDFVR hat sich spezialisiert auf die Produktion von 360°-Trainingsvideos, die für die Vermittlung von Soft-Skills zum Einsatz kommen. Ein weiterer Bereich ist das Erlernen von Grundlagenwissen, z.B. wenn es um den Aufbau von Atomen und Molekülen geht. Sie sehen, die Einsatzmöglichkeiten sind enorm vielfältig.

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Die VR-Lösung von Stihl ist kostengünstig und kommt bereits heute weltweit zum Einsatz. Alles, was Mitarbeiter brauchen, sind eine Cardboard-Brille, ein Smartphone und die online abrufbare Software.

Viele Ideen müssen wir auch einfach noch ausprobieren, nicht für alle Anwendungen wird VR die richtige Lösung sein. Die ganze Branche befindet sich noch in einer Phase des Experimentierens. Daher auch die Zögerlichkeit der Unternehmen beim Einsatz von VR, es gibt einfach noch nicht so viele etablierte Anwendungen. Aber sie entstehen gerade, und es macht mir Spaß, genau hieran mitzuwirken.

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Wenn ich als Unternehmen eine VR-Anwendung entwickeln lassen möchte. An wen kann ich mich da wenden? Es gibt ja bislang keine Großunternehmen die so etwas umsetzen.

Das stimmt, die Großunternehmen wagen sich nur sehr langsam an das Thema heran. Dies ist genau der Punkt, an denen Ihnen der EDFVR helfen kann. Beschreiben Sie uns Ihre Idee oder Ihr Problem, das sie lösen möchten, Ihr Projekt, und wir helfen Ihnen dabei, den besten Partner zu finden, der genau die richtigen Kompetenzen dazu mitbringt.

Vielen Dank für das Interview!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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