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Was ist eigentlich… Business Model Innovation?

Was Ist Eigentlich… Business Model Innovation?

Ein Unternehmen ohne Innovationen wird nicht überleben. Meist denken wir dabei an Produktneuheiten oder neue Dienstleistungen – doch Business Model Innovation, also das Transformieren des Geschäftsmodells, ist viel profitabler.

Die Chancen für Erfolg stehen derzeit gut: Die Welt dreht sich immer schneller, die Wirtschaft hat sich in den letzten Dekaden rasant verändert. Die Globalisierung, technische Innovationen und ein geändertes Kundenverhalten bieten den perfekten Spielraum für neue Geschäftsideen. Gleichzeitig gibt es am Markt immer mehr Unternehmen, die sich stark ähneln. Die Zeit für Veränderung ist also gekommen! Was genau Business Model Innovation bedeutet und was Sie von innovativen Unternehmen wie Apple lernen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Business Model Innovation – eine Definition

Die Business Model Innovation (BMI) beschreibt den Prozess, mit dem ein Unternehmen bewusst sein bestehendes Geschäftsmodell verändert, um Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen. Dabei geht es also nicht darum, einzelne Produkte oder Dienstleistungen neu zu erfinden, sondern das gesamte Geschäftsmodell zu überdenken oder zu erneuern.

Business Model Innovation ist ein ständiger Prozess, der größer und kleiner sein kann. Selbst kleine Veränderungen können dem Kunden einen großen Mehrwert bieten. Es gilt die agile Arbeitsweise: „Trail and Error“ oder, wie man im Deutschen sagt, „Versuch macht klug“. Schnell starten, aus Fehlern lernen, weitertesten, stetig verbessern.

Dabei geht es nicht darum, ein besonders neues, innovatives Produkt zu entwickeln. So hat zum Beispiel IBM nicht den Computer erfunden, Apple nicht die MP3-Technologie und Amazon nicht den Online-Buchhandel. Sie alle haben nur Bestehendes neu kombiniert und erfolgreich gemacht.

Warum Business Model Innovation so wichtig ist

Nokia, Kommodore und Kodak haben alle etwas gemeinsam: Sie waren erfolgreiche Unternehmen, bis sie verpasst haben, die Abbiegespur zu nehmen, um ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Warum auch? Es lief doch alles hervorragend. Man könnte quasi sagen: Ihr Erfolg war der Feind ihres morgigen Erfolgs.

Damit Ihrem Unternehmen nicht das gleiche Schicksal ereilt, ist es wichtig, auch in erfolgreichen Zeiten immer wieder Verbesserungen anzustreben. Welche das sein können, dabei helfen die Konzepte, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

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Business Model Innovation Konzepte

Es gibt mehrere Konzepte, die Sie bei der Business Model Innovation unterstützen können. Sie bilden einen Leitfaden, an dem Sie sich orientieren können. Die zwei bekanntesten sind:

4-Dimensionen-Konzept der Universität St. Gallen

Dieses Konzept basiert auf vier Dimensionen, die alle Startpunkt für innovative Handlungen sein können:

  • WER ist die Zielgruppe?
  • WELCHE Vorteile haben Kunden und Partner, die im Wertschöpfungsprozess eingebunden sind?
  • WIE ist das Unternehmen aufgebaut und liefert es Mehrwerte?
  • WIE verdient das Unternehmen Geld?

Von Business Model Innovation spricht man dann, wenn wenigstens zwei dieser Dimensionen verändert werden.

Business Model Canvas

Dieses Konzept ist umfassender als das erste, erlaubt dadurch aber auch eine genauere Beschreibung der Funktion eines Unternehmens. Es basiert auf neun Blocks:

  • Kundensegment: Welche Personen, Organisationen und Märkte sollen erreicht werden?
  • Wertversprechen: Welches Problem meines Kunden löse ich?
  • Kanäle: Über welche Sales- und Marketing-Aktivitäten komme ich mit dem Kunden in Kontakt?
  • Kundenbeziehungen: Welche Beziehungen habe ich zum Kunden?
  • Einkommensquellen: Welches Einkommen habe ich von wem?
  • Hauptressourcen: Welche Ressourcen brauche ich für mein Geschäftsmodell?
  • Hauptaktivitäten: Welche Prozesse sind notwendig?
  • Haupt-Partnerschaften: Wer sind meine wichtigsten Partner?
  • Kostenstruktur: Wofür gebe ich Geld aus?

An dieser Stelle haben wir das Busines Model Canvas bereits ausführlicher beschrieben.

55 Business Model Innovation Pattern Cards

Laut einer Studie der Universität St. Gallen beruhen die meisten Geschäftsmodellinnovationen auf einer Rekombination von lediglich 55 Mustern (Pattern). Ein Beispiel ist der Verkauf von günstigen Geräten, aber im Vergleich dazu teuren Nachfüll-Produkten, wie HP Inkjet-Drucker oder Nespresso-Maschinen.

Daraus ergibt sich dann für Business Model Innovation folgendes Vorgehen aus vier Schritten:

  • Initiierung: Das Geschäftsmodell wird analysiert
  • Ideation: Entwicklung neuer Ideen mithilfe der 55 Business Cards
  • Integration: Jetzt gilt es zu prüfen, ob das Modell in der Praxis funktioniert. Testen & lernen.
  • Implementierung: Hier ist besondere Vorsicht geboten. Da der Mensch Veränderungen grundsätzlich skeptisch gegenübersteht, sollten alle Zielgruppen rechtzeitig abgeholt werden.

Beispiele gelungener Business Model Innovations:

Apple: Kunden wollen Erlebnisse, keine Technik

Das bekannteste Beispiel für eine Geschäftsmodellinnovation ist wohl der Technikriese Apple. Ende der 1990er Jahre stand das Unternehmen schlecht da, ihr Produkt, ein PC mit eigener Software, verkaufte sich im Vergleich immer schlechter. Nach der Jahrtausendwende dann die Revolution: 2001 erschien der iPod und iTunes, 2007 das erste iPhone. Die Geräte veränderten für immer unsere Vorstellung von Hardware. Es ging nicht mehr um ein Gerät, mit dem ich Musik abspielen oder mit dem ich telefonieren kann. Vielmehr ging es um das Erlebnis: Mit iTunes habe ich quasi von überall die Möglichkeit, Musik und Apps aus dem Internet herunterzuladen. iTunes veränderte auch die gesamte Musikindustrie, da es den Nutzern ermöglichte, einzelne Songs und nicht mehr ganze Alben zu kaufen.

Business Model Innovation, Beispiel Apple

Disney: Eine Marke, statt nur Prinzessin

Business Model Innovation, Beispiel Disney

Was Disney macht, klingt erst einmal nicht so spektakulär: Märchenfilme. Doch dem Unternehmen geht es nicht nur darum, Geschichten mit Happy End zu erzählen, sondern eine Marke aufzubauen. Die Schultüte mit Eiskönigin Elsa-Motiv, Clownsfisch Nemo als Plüschtier, eine Kette mit Bambi-Anhänger: Wer Kinder hat, der weiß, dass es fast kein Vorbeikommen an Disney gibt. Spielzeug- und Kleidungshersteller zahlen für die Lizenzen viel Geld. Wie gut die Marke Disney funktioniert, ist besonders im Disneyland erlebbar: Begeistert lassen sich hier Jung und Alt mit Cinderella fotografieren, schütteln Mickey Mouse die Hand und geben natürlich viel Geld für Souvenirs aus.

Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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