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Blockchain & Mobile-Payment: Warum sich Firmen vor dem Winner-takes-all-Prinzip fürchten müssen

Blockchain & Mobile-Payment: Warum Sich Firmen Vor Dem Winner-takes-all-Prinzip Fürchten Müssen

Facebook, Amazon, Google… Dass das Tech Business häufig stark zum Winner-takes-all-Prinzip tendiert, ist weithin bekannt. Ob bei Social Media, Suchmaschinen oder im E-Commerce – hier entwickeln sich Quasi-Monopole, obwohl es formal gesehen auch Konkurrenz gibt. Amazon CEO Jeff Bezos sagt ganz offen, dass Amazon irgendwann „alles“ verkaufen will. Alles. Einen Anteil an jedem Handel, der irgendwo getätigt wird, möchte Amazon abgreifen, indem irgendwann alle Händler gezwungen sind, über Amazon zu verkaufen.

Das Winner-takes-all-Prinzip bei digitalen Services

Was in der herkömmlichen Wirtschaft selten und mit größeren Anstrengungen verbunden ist, geht bei rein digitalen Angeboten fast automatisch: Unternehmen wie Facebook und Google haben in ihrem jeweiligen Kerngeschäft so große Marktanteile, dass man die Konkurrenz schon fast nicht mehr Konkurrenz nennen kann. Und das hat auch einen handfesten mathematischen Grund, der eigentlich gar nicht neu ist, aber durch das Internet verstärkt wird: Es geht um den sogenannten Matthäus-Effekt. Dieser ist nicht etwa nach unserem Rekordnationalspieler benannt, sondern nach dem fast genauso berühmten Bibelautor. Der schrieb nämlich Folgendes:

Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.

Dieses Prinzip ist in neuerem Deutsch bekannt als das „Rich-get-richer-Prinzip“. (Die nächsten zwei Abschnitte werden eventuell etwas zäh, dafür bitten wir um Entschuldigung.) Ein amerikanischer Soziologe operationalisierte dieses Phänomen anhand von Zitierhäufigkeiten in der Wissenschaft. Demnach werden bekanntere Autoren häufiger zitiert als unbekannte – und damit sukzessive immer bekannter. Aus dem Prinzip ergeben sich in der Regel Pareto-Verteilungen, bei denen wenige Akteure jeweils einen Großteil der verteilten Einheiten besitzen. Das können zum Beispiel um Marktanteile in der Wirtschaft sein oder die Verteilung von Bevölkerungsanteilen auf Städte gegenüber dem Land. Auch in solchen Systemen greift der Matthäus-Effekt, wenn wir uns einmal die Tendenzen zur Landflucht anschauen.

Basierend auf diesen simplen und eigentlich sehr intuitiven Regeln erforschte später der ungarische Mathematiker Albert-Laszlo Barabási, auf welche Weise sich Netzwerke über die Zeit ausdehnen. Und damit sind wir beim Internet angekommen!

Barabásis Prinzip der „skalenfreien Netze“ erklärt, wie in einem Netzwerk große Knotenpunkte dazu neigen, immer mehr Verbindungen auf sich zu vereinen und durch eine immer bessere Vernetzung immer näher an jeden einzelnen Punkt im Netzwerk heranzuwachsen. Auf Deutsch heißt das: Facebook kennt jeder – und fast jeder ist bei Facebook.Und da dort sowieso fast alle Ihre Freunde und Bekannten sind, würden auch Sie sich eher dort anmelden, als bei Google+. (Unterstellung.)

In einem Netzwerk wie dem Internet, wo so gut wie alle Teilnehmer auf alles zugreifen können, wird dieser Effekt noch auf die Spitze getrieben. Und da müssen wir aufpassen! Denn gerade auf dem Payment-Sektor könnten sich hier ganz schnell ähnliche Tendenzen ergeben.

Blockhain und Payment: Der Status quo

Derzeit haben wir bei zwei wichtigen Zukunftstechnologien noch jeweils eine relativ grüne Wiese, besonders in Deutschland. Die Blockchain, die beim Bezahlen Gatekeeper oder Mittelsmänner wie Banken überflüssig machen könnte, kommt gerade erst im Bewusstsein der Wirtschaft an. Zwar gibt es neben den bekannten Bitcoins noch viele andere erprobte Use Cases. Doch in den meisten Branchen ist den meisten Entscheidern noch gar nicht klar, wieviel disruptives Potenzial die Technologie eigentlich mit sich bringt. Entsprechend viel Raum bleibt derzeit zum Experimentieren.

Bei der zweiten Technologie handelt es sich um die „smarten“ Bezahlmethoden, deren Markt zumindest in Deutschland noch sehr fragmentierten ist. Es gibt viele Anbieter und Technologien, aber wenige, die wirklich bekannt sind. Kunden fehlt auch (noch) das Vertrauen, wenn sie zum Beispiel mit dem Smartphone bezahlen sollen. Die Bedenken gehen in Richtung Sicherheit und Datenschutz. Auch hier ist also noch Raum für Experimente.

Winner-takes-all beim Bezahlen?

Gerade wegen dieses Status quo müssen aber alle, die sich mit Bezahlverfahren befassen möchten, ungemein aufpassen. Wir sehen nämlich an Amazon, Google und Facebook, dass digitale Plattformen und Dienstleistungen, *wenn* sie sich erst einmal gut entwickeln, nur schwer aufzuhalten sind. Wer beispielsweise zuerst über die Blockchain zur richtigen Zeit eine einfache Handelsplattform für X (Für Strom, für Immobilien, vielleicht sogar für Geld?) bauen wird, der muss sich über Konkurrenz keine Sorgen mehr machen. Und wer ein universales Payment-Verfahren auf die Beine stellt, das einfach ist und sicher (zugegeben, das ist nicht ganz so leicht zu realisieren…) der könnte hier schnell ein ähnliches Quasi-Monopol haben. Deshalb gilt es nun für alle, die etwas mit Payment zu tun haben, die Augen offen zu halten und *jetzt* aktiv zu werden. Oder die Disruption geht von einem anderen Unternehmen aus.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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