skip to Main Content

Bezahlbares Wohnen in Stuttgart ist (k)eine Unmöglichkeit

Bezahlbares Wohnen In Stuttgart Ist (k)eine Unmöglichkeit

Auch in Stuttgart ist fehlender Wohnraum ein großes Thema. Inwiefern ist die Regierung daran schuld, dass bezahlbare Wohnungen rar sind und von welcher Stadt könnte sich die Baden Württembergische Landeshauptstadt ein Scheibchen abschneiden? Frank Peter Unterreiner beantwortet diese und weitere Fragen im exklusiven Interview.

Frank Peter Unterreiner ist Herausgeber des „Immobilienbrief Stuttgart“ und Mitgesellschafter des Immobilienverlags Stuttgart. Er arbeitet seit 1985 als freier Journalist und Buchautor, seit 1992 auch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Betriebswirt konzipierte 1996 die Immobilienmarkt-Verlagsbeilagen der FAZ und war bis 2012 für deren Redaktion verantwortlich.

Ferner ist er Kolumnist der Fachzeitschrift „Immobilienwirtschaft“ und Mitautor des Fachbuchs „Immobilienmarkt und Immobilienmanagement“.

Wohnen in Stuttgart wird nie bezahlbar?

Wie kann Wohnen in Stuttgart (und der Region) für Studierende und Familien wieder bezahlbar werden?

Die Preise sinken nur, wenn das Angebot größer wird – so einfach ist das, und so schwierig. Denn dazu müssen neue Baugebiete auf der Grünen Wiese ausgewiesen werden, was politisch nicht einfach durchzusetzen ist. Und das Nachverdichten und Aufstocken von Gebäuden muss leichter möglich werden. Hier müssen großzügiger Befreiungen erteilt und das Baurecht einfacher werden. Warum müssen auch beim Ausbau eines Dachgeschosses für das ganze Haus überdachte Fahrradabstellplätze nachgewiesen werden? Das ist in den Innenstädten oftmals nicht möglich. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass das Bauen an sich, auch aufgrund gesetzlicher Auflagen, sich in den vergangenen Jahren deutlich verteuert hat. Preiswert dürfte das Bauen nicht mehr werden. Zwangsläufig wird dadurch in den Großstädten wie Stuttgart der Wohnflächenverbrauch pro Kopf weiter sinken.

Stuttgart

Die Schuld des Staates

Und wie bewerten Sie dabei den „sozialen Wohnungsbau”? Ist er praktikabel oder eher politisches Wunschdenken?

Die Daseinsvorsorge für die wirtschaftlich Schwächeren ist Aufgabe der öffentlichen Hand, dafür kassiert sie Steuern und Gebühren. Vom sozialen Wohnungsbau hat der Staat sich jedoch vor vielen Jahren verabschiedet, am heutigen Mangel trägt er die Schuld. Die Steuereinnahmen sind hoch wie nie, das Wirtschaftswachstum für 2018 soll so gut ausfallen, dass von einer „Hochkonjunktur“ die Rede ist. Stuttgart hatte 2017 einen Haushaltsüberschuss von zirka 300 Millionen Euro. Die Voraussetzungen sind also da, dass wieder mehr sozialer Wohnungsbau geschaffen wird, wenn das auch nicht von heute auf morgen geht.

Jede Wohnung wird gebraucht

Welche Wohnprojekte in Stuttgart machen Ihnen Hoffnung in Bezug auf die Zukunft der Landeshauptstadt?

Jedes, weil wir jede einzelne Wohnung brauchen. Und wir benötigen preiswerten Wohnraum ebenso wie teuren.

Zürich
Kopenhagen

Was Stuttgart von Zürich und Kopenhagen lernen kann

Und zuletzt: Welche andere Stadt innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik könnte Stuttgart als Vorbild dienen?

Jede, die auf Basis eines Masterplans Stadtentwicklung aus einem Guss betreibt und bei der die Genehmigungsprozesse effizienter sind. Selbst der katholische Stadtdekan forderte jüngst einen Aufbruch in der Stuttgarter Planungspolitik. Im Ausland fallen mir spontan Zürich und Kopenhagen ein, die viel mutiger sind als wir, da sie mehr Höhe und Dichte zulassen.

Erfahren Sie mehr!

Am 30. Januar 2018 begrüßen wir die Entscheider der Immobilienwirtschaft auf unserem Immobilienforum Stuttgart. Renommierte Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie lokale Branchengrößen zeigen konkrete Immobilientrends und -konzepte auf und diskutieren über die Landeshauptstadt als erstklassigen Standort.

Immobilien Spektrum

Immobilien Spektrum

Erhalten Sie in unserem Immobilien Spektrum exklusive Beiträge führender Immobilien-Experten zu den neusten Entwicklungen der Immobilienbranche wie Mikrowohnen, Coworking und Hochhausbau.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top

4 rechtliche Themen, die Sie im Blick haben müssen

Erhalten Sie einen kompakten Überblick von sieben Experten zu den vier wichtigsten Rechtsthemen im Bau- und Immobilienbereich, angefangen von der BauGB-/BauNVO-Novelle 2017 bis hin zur Umsatzsteuer.

Jetzt herunterladen!

Bleiben Sie up-to-date in Sachen Bau- und Immobilien-Recht