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Bezahlbares Wohnen – so geht Böblingen dieses Thema an

Bezahlbares Wohnen – So Geht Böblingen Dieses Thema An

Nicht nur in den Großstädten, auch in deren Umkreis wird Wohnraum immer teurer. Die Kreisstadt Böblingen liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Stuttgart – wir haben mit dem Geschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft über bezahlbares Wohnen gesprochen. Er berichtet, welche Projekte geplant sind und wo er Herausforderungen beim Wohnungsbau sieht.

Rainer Ganske ist seit 2017 Alleingeschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft mbH. Sein umfangreicher Erfahrungsschatz entstammt den früheren Tätigkeiten: Nach dem beruflichen Einstieg als Leiter eines Baurechts- und Bauverwaltungsamtes gründete er die KWE Kommunale Wohnbau Ehningen GmbH und machte diese als Geschäftsführer über 20 Jahre zu einem der größten Bauträger im südlichen Stuttgarter Raum. Nach mehreren Jahren als Berater wechselte er als Vorstand zur GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG, wo er auch Vorstand und Geschäftsführer zahlreicher Tochterunternehmen des Konzerns mit deutschlandweitem Tätigkeitsfeld war.

Rainer Ganske

So wird in Böblingen bezahlbarer Wohnraum geschaffen

Bezahlbarer Wohnraum – wie funktioniert das in Böblingen?

Seitens der Stadt Böblingen wurde eine Verpflichtung für Projektträger eingeführt, die zur Realisierung ihres Bauprojekts geändertes Planrecht benötigen. Dabei wird eine Quote von 20 Prozent geförderter Wohnraum bindend vorgeschrieben, die allerdings auch mittelbar belegt werden kann.

Ganz wesentlich und selbst aktiv ist die Stadt Böblingen und ihre Tochter, die Böblinger Baugesellschaft mbH. Nach einem umfangreichen Strategiewechsel und einer Neuausrichtung des Unternehmens investieren wir in erheblichem Umfang in den eigenen Bestand. So wurden von uns aktuell fertiggestellt, beziehungsweise sind im Bau und in der Genehmigungsphase 188 Mietwohnungen, davon 131 geförderte Mietwohnungen. Dies ist für die Böblinger Baugesellschaft nur möglich, da sie an anderer Stelle wirtschaftlich erfolgreich Bauträgerprojekte, aber insbesondere auch große städtebauliche Vorhaben im Umlaufvermögen umsetzt.

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Diese Bauprojekte für mehr Wohnraum sind in Böblingen geplant

Welche Projekte sind in Böblingen geplant? 

Visualisierung Seecarre Böblingen

Visualisierung Seecarre, Foto: ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart

Mit einem Baubeginn spätestens im Frühjahr kommenden Jahres rechnen wir im Bereich des Projekts „Seecarré“. In diesem neuen Quartier entstehen neben 40 Eigentumswohnungen und kleineren gewerblichen Flächen auch 70 Mietwohnungen für den Bestand des Unternehmens, wovon 50 im geförderten Bereich realisiert werden sollen. Weitere 27 Mietwohnungen, davon 23 gefördert, sind im Bereich der Konrad-Zuse-Straße in Böblingen vorgesehen.

Projekt Pier Böblingen

Visualisierung PIER, Foto: kadawittfeld architektur

Nicht unerwähnt sollen die beiden großen Projekte „PIER“ und „City Center“ bleiben: Beim städtebaulich herausragenden Projekt „PIER“, unmittelbar an der Harfenbrücke des Flugfelds, realisiert unsere Gesellschaft eine Gastronomiemeile entlang des Langen Sees mit darüberliegenden Büroflächen und einer Gesamtnutzfläche von 7.400 qm. Hinzu kommen 164 Wohneinheiten, die komplett zum See und zur Böblinger Stadtsilhouette ausgerichtet sind.

Städtebaulich wichtig ist die Maßnahme „City Center“. Das baufällige, alte und nicht mehr zeitgemäße Einkaufszentrum wurde seitens des Unternehmens erworben und eine entsprechende Neubebauung projektiert. Die heutige geschlossene Riegelbildung zur Wolfgang-Brumme-Allee wird aufgelöst und attraktiver, innerstädtischer und großflächiger Einzelhandel im Erdgeschoss sowie teilweise in den Obergeschossflächen, moderne Büroflächen und 88 Wohnungen gestaltet. Das Mixed-Use-Projekt gibt Antworten auf zeitgemäßes, innerstädtisches Wohnen.

Projekt City Center Böblingen

Visualisierung City Center, Foto: Steinhoff/Haehnel Architekten GmbH

Der Rückbau des City Centers ist für Sommer 2020 vorgesehen. Wir rechnen hier mit einer Zeitdauer von insgesamt rund 3 Jahren für die Realisierung des Projekts. Es ist es geplant, mit dem bereits sich nahezu vollumfänglich im Besitz des Unternehmens befindlichen Einkaufszentrums auf der gegenüberliegenden Seite der Wolfgang-Brumme-Allee in ähnlicher Weise zu verfahren.

Ein weiteres Highlight-Projekt dürfte das Postareal im Eingangsbereich der Stadt und der Schnittstelle vom Bahnhof zur Unterstadt werden. Dieses Projekt ist in das IBA-Netzwerk zur IBA 2017 aufgenommen und befindet sich in der Abschlussphase. Hier soll ein hochverdichteter, moderner Stadtbaustein, der aus einem breit angelegten, partizipatorischen Prozess hervorgehen soll, realisiert werden.

Gesellschaft im Wandel – Wandel bei der Wohnraum-Nachfrage

Was wird aktuell am meisten nachgefragt?

Mit Sicherheit sind dies Mietwohnungen im Bereich des unteren Preissegments und geförderter Mietwohnraum. Von den Wohnungsgrößen macht sich die zunehmende Zahl der Single-Haushalte bemerkbar. Wir sehen hier ein starkes Nachfragepotential, vor allem auch in der Innenstadt.

Gleichzeitig ist als Trend festzustellen, dass Familien lieber auf einige Quadratmeter an Wohnfläche verzichten, um sich eine Wohnung noch leisten zu können, wohingegen die Zahl der Zimmer, die benötigt oder gewünscht werden, stabil bleibt. Also dass die Wohnflächen von 3-Zimmer-Wohnungen oder 4-Zimmer-Wohnungen sich deutlich nach unten bewegt haben.

Herausforderungen beim Wohnungsbau

Abgesehen vom bezahlbaren Wohnraum – vor welchen Herausforderungen stehen Sie?

Zum einen sind dies speziell in Böblingen die städtebaulichen Herausforderungen in der Stadtentwicklung der Vergangenheit. Beispiele in der Unterstadt wie das City Center oder Einkaufszentrum hatte ich genannt.

Zum anderen müssen wir feststellen, dass gerade bei neuen Entwicklungen, insbesondere auch im Bereich der Nachverdichtung, die Herausforderung auch darin besteht, möglichst alle Beteiligten entsprechend mitzunehmen und erhebliche Vorbehalte und Widerstände, die oftmals in der Nachbarschaft vorhanden sind, abzubauen.

Wenn man hier noch einen dritten Punkt nennen darf, sind dies die stark gestiegenen Baukosten, die es immer schwerer machen, zeitgemäßen Wohnraum, sei es im Eigentum oder der Miete, zu vertretbaren Preisen zur Verfügung zu stellen.

Zukunftsperspektiven für die Region Stuttgart

Auch in Stuttgart ist die Nachfrage nach Wohn- und Arbeitsräumen stark gestiegen. Neue Ideen und Innovationen sind gefragt! Darüber diskutieren beim „Immobilienforum Stuttgart“ führende Köpfe der Immobilien-Branche aus Stuttgart und der Region.

Silke Ritter

Wie werden wir künftig leben und arbeiten? Dieser Frage gehe ich hier im Blog nach. Seit 2012 gehöre ich zum Management Circle-Team, zuvor habe ich nach meinem Germanistik-Studium in der PR-Branche gearbeitet. Als Teil der #GenerationY weiß ich nicht nur um die Wichtigkeit von Hashtags und gutem Content, sondern wünsche mir mehr Mut in Unternehmen für die Digitalisierung. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge!

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