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Senator Dr. Andreas Dressel über die Zukunft Hamburgs und bezahlbaren Wohnraum

Senator Dr. Andreas Dressel über Die Zukunft Hamburgs Und Bezahlbaren Wohnraum

Auch Hamburg hat mit Flächenknappheit und bezahlbarem Wohnraum zu kämpfen. Wir haben mit Senator Dr. Andreas Dressel darüber geredet, was er und die Politik leisten können, um diese Probleme zu bekämpfen und was Hamburg als Stadt geplant hat, um auch Geringverdienern Wohnraum in der Metropole zu ermöglichen.

Dr. Andreas Dressel studierte Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg und promovierte dort 2003. Von 2002 bis 2004 war er im Rechtsreferendariat in Hamburg und Los Angeles tätig. Seit 2004 ist er Jurist im höheren Verwaltungsdienst der Freien und Hansestadt Hamburg. 2018 wurde er zum Senator der Freien und Hansestadt Hamburg berufen.

Was die Politik leistet

Mietpreisbremse, Grundsteuerreform und Co.: Was kann die Politik wirklich leisten, um bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen?

Politik kann auf vielfältige Weise darauf Einfluss nehmen, damit das Wohnen bezahlbar bleibt. Deswegen hat der Hamburger Senat 2011 eine große Kehrtwende beim Wohnungsbau gemacht. Flächen für den Wohnungsbau werden heute nicht mehr nach Höchstpreis vergeben, das beste Konzept entscheidet. Es wurde durchgesetzt, dass überall in der Stadt wieder Sozialwohnungen gebaut werden, auf die über 40 Prozent unserer Haushalte einen Anspruch haben. Wir wollen, dass sich auch in Zukunft eine Erzieherin oder der Busfahrer eine Wohnung in Hamburg leisten kann. Unser städtisches Wohnungsunternehmen SAGA hat den Wohnungsbau deutlich intensiviert und baut nun jährlich 2.000 neue Wohnungen. Damit all dies gelingt, brauchen wir den Schulterschluss mit der Wohnungswirtschaft. Der Erfolg der Wohnungsbaupolitik beruht darauf, dass über alle Regelungen, die den Wohnungsbau beeinflussen können, zuvor im Bündnis für das Wohnen ein umfassendes Einvernehmen hergestellt wurde. Hier können auch Probleme angesprochen werden und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden. Uns ist wichtig, dass Politik, Verwaltung und wohnungswirtschaftliche Akteure an einem Strang ziehen.

hamburg

Bezahlbarer Wohnraum im Hamburg

Und welche Rolle spielt der Finanzsenator in Hamburg beim Thema bezahlbarer Wohnraum?

Unser Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) überblickt das gesamtstädtische Angebot an freien und entwicklungsfähigen Flächen, kauft und verkauft Grundstücke unter strategischen, dem Gemeinwohl der Stadt verpflichtenden Gesichtspunkten. Dabei reicht die Spannbreite der zu entwickelnden Grundstücke von Einfamilienhausgrundstücken bis hin zu großen Konversionsflächen. Zu den typischen Entwicklungsaufgaben gehören die Freimachung sowie die Mitgestaltung des Bebauungsplanverfahrens und die Erschließung als Grundeigentümer. Durch die Bereitstellung von Wohnbauflächen leistet der LIG einen wesentlichen Beitrag zur Bereitstellung von ausreichendem, bezahlbarem und ansprechendem Wohnraum in Hamburg. Damit trägt die Finanzbehörde aktiv dazu bei, bezahlbaren Wohnraum überall in der Stadt zu schaffen.

Im Hinblick auf die anstehende Grundsteuerreform hat sich die Hamburger Finanzbehörde schon früh in die Diskussion eingebracht. Die Kommunen brauchen die Einnahmen aus der Grundsteuer. Die Neuregelung darf aber nicht zulasten der Menschen gehen, die in nachgefragten Großstädten leben. Wir machen uns dafür stark, eine Regelung zu finden, welche die Mieterinnen und Mieter sowie die Immobilienbesitzer möglichst wenig belastet und die zudem auch mit Blick auf die entstehende Bürokratie für die Finanzverwaltungen, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, zu verantworten ist.

Wo und wie Hamburg noch wachsen kann

Woran arbeitet die Stadt Hamburg momentan, um das Problem des fehlenden Wohnraums zu lösen?

BauenEine große Herausforderung ist die Bereitstellung von ausreichend Flächen. Hamburg hat seit 2011 den Neubau von über 83.000 Wohnungen genehmigt, allein im letzten Jahr wurden über 11.000 neue Wohnungen genehmigt. Perspektivisch wird Hamburg über eine Million Wohnungen brauchen. Hamburg als Stadtstaat steht dabei vor besonderen Herausforderungen, wir sind nicht auf der grünen Wiese: Die Stadt wächst, nicht nur der Wohnungsbau benötigt Flächen, auch die Wirtschaft benötigt Gewerbeflächen, um zu wachsen oder sich weiterzuentwickeln. Und nicht zuletzt brauchen wir gute Natur- und Freiflächen, damit die Stadt lebenswert bleibt. Was aber nicht wächst, ist die Fläche. Hier gilt es, Flächenreserven klug zu heben, auch einmal neue Wege zu denken. Das kann zum Beispiel bedeuten, kreative Mischnutzungen zu ermöglichen und auszuprobieren. Man muss auch offen sein für außergewöhnliche Wege und auch einmal einen zweiten Blick auf Flächen wagen.

Bei allem müssen wir immer auch im Blick haben, dass es nicht nur darum geht, den Wohnungsbau weiter auf dem hohen Niveau fortzuführen. Das Wachstum der Stadt erfordert auch ein Mitwachsen der notwendigen Infrastruktur, sei es im Bereich Mobilität, bei Betreuung und Bildung und bei der Freiraumqualität der Stadt.

Ein ganz wesentliches Thema sind zudem weiterhin die Baukosten, welche die Miethöhen stark beeinflussen. Hier arbeiten wir mit unserem Wohnungsunternehmen SAGA daran, über Systemhäuser frei finanzierte Mieten deutlich unterhalb der aktuellen Miethöhen anbieten zu können. Wir wollen Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen und vereinfachen sowie insgesamt die Baukosten deutlich senken.

Diskutieren Sie mit Dr. Dressel über die Zukunft der Hansestadt

Auf dem Immobilienforum Hamburg haben Sie am 26. Februar die Chance, unter anderem mit Dr. Andreas Dressel und weiteren Immobilienexperten der Hansestadt über die Zukunft der Metropole zu diskutieren. Seien Sie dabei und hören Sie spannende Vorträge, kontroverse Diskussionen und vernetzen Sie sich mit der Hamburger Immobilienbranche.
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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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