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HEATCRETE! Wie ein kleines Start-up mit einem Betonspeicher die Energiewende zementiert

Gerade 12 Personen arbeiten beim norwegischen Unternehmen EnergyNest. Dennoch ist dem Start-up in Kooperation mit der deutschen HeidelbergCement AG nach eigenen Angaben ein „Durchbruch“ in der Speichertechnologie gelungen. „HEATCRETE“ heißt das Zauberwort: ein Spezialbeton, der sich als Thermobatterie zum Speichern von Wärme einsetzen lassen soll. Der Speicher soll günstig und effizient sein, was auf dem Weg zur Energiewende einen Schritt darstellen würde, den bisher so niemand gehen konnte.

Abwärme als Energie nutzen: Interessant für Industriebetriebe

Die Idee ist einfach, aber eine große Hoffnung: EnergyNest hat einen Spezialbeton entwickelt, der große Wärmemengen für eine lange Zeit speichern kann. In einem Beispiel heißt es, die Verlustrate läge pro Tag bei nur einem Prozent und es werde eine Wärmewirkungsgrad-Rate von 95 Prozent erzielt. Der Beton ist durchzogen von Stahlrohren, durch die Wasserdampf oder ein wärmeleitendes Öl geleitet werden kann, die auf ungefähr 450 Grad aufgeheizt werden.  Die Hitze lässt sich für Stromerzeugung nutzen oder aufbewahren, um sie später einzusetzen – beispielsweise in der Nacht.

Gerade für die Industrie ist das ein interessantes Konzept, denn in der Abwärme, die durch deren Prozesse entsteht, steckt viel Energiepotenzial. Viele Unternehmen wissen nicht einmal, wieviel Energie sie damit gewinnen könnten, obwohl sich mit der Reintegration der Abwärme in die eigenen Prozesse viel Geld sparen ließe.

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https://www.youtube.com/watch?v=O5SfUtGPmBA

So funktioniert der Betonspeicher von EnergyNest.

Betonspeicher nach dem Lego-Prinzip

Der Betonspeicher aus Norwegen könnte Betrieben, aber auch Kommunen und anderen Einheiten unterschiedlichster Größe als Speicherkonzept gut zu Gesicht stehen. Denn in der Größe ist er sehr flexibel. Er ist in Form 40 Fuß langer, rechteckiger Blöcke aufgebaut, die sich modular zusammensetzen und erweitern lassen. Jeder Block hat bei optimalen Bedingungen eine Speicherkapazität von bis zu 2 Megawattstunden. Damit kann je nach Bedarf die Größe der Anlage modifiziert werden. Die Größe sei fast „beliebig“, die Macher sprechen in einer Pressemitteilung von einer Skalierbarkeit bis in den Gigawatt-Bereich.

Ein häufig genanntes Beispiel: um eine Stadt wie Hamburg für eine Nacht zu versorgen, bräuchte es einen Speicher, der ungefähr das Volumen eines Containerschiffs hat.

Die einzelnen Betonblöcke kosten nur rund 50.000 Euro und sollen eine Lebenszeit von über 50 Jahren haben. Damit ist das eine sehr günstige Alternative im Vergleich zu anderen Speicherkonzepten. Da die Herstellung der Module nicht sehr komplex ist, könnte zudem ihr Erntefaktor höher als bei vielen anderen Speichertechnologien liegen. Nicht zuletzt ist die räumliche Flexibilität ein Vorteil, denn die Speicher können nah am Einsatzort hergestellt werden und lassen sich auch einfach draußen platzieren.

Pilotprojekt in Abu-Dhabi

In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird seit 2008 das City-Projekt Masdar vorangetrieben. Die „Ökostadt“ soll vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden und ein Forschungsort sein, der sich ausschließlich Konzepten der ökologischen Nachhaltigkeit widmet. In Zusammenarbeit mit dem Masdar Institute weihte EnergyNest dort im November 2015 sein Pilotprojekt ein, mit dem die Energie aus dem Sonnenwärmekraftwerk „Beam Down“ gespeichert werden soll. Im Rahmen des Projekts wurden zwei Speichermodule mit einer Kapazität von einer Megawattstunde thermischer Energie platziert. Das Projekt wurde von der internationalen Klassifikationsgesellschaft DNV GL geprüft und zertifiziert.

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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