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BCBS 239: Data Governance als Chance verstehen

BCBS 239: Data Governance Als Chance Verstehen

Im Januar 2013 setzte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht seine Regulierung BCBS 239 auf.

Der Grund: Während der Finanzkrise zeigte sich, dass die Risiko-IT vieler Banken nicht ausreichend gut performte. Daten wurden über viele heterogene Einzelsysteme verteilt erzeugt und konnten nicht zuverlässig für die Steuerung finanzieller Risiken konsolidiert werden. Die Konsequenz waren Fehlbewertungen, denen in Zukunft vorgebeugt werden soll. Seit Anfang des Jahres sollen die elf Grundsätze des BCBS 239 nun zumindest von systemrelevanten Instituten umgesetzt werden. Weitere Banken sollen Stück für Stück nachziehen. Für viele Institute stellt die Umsetzung eine Herausforderung dar. Die Gewinner werden dabei die Banken sein, die die Neuordnung ihrer Data Governance als Chance verstehen.

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BCBS 239: Elf Grundsätze sollen die Data Governance der Banken regeln

BCBS 239 hat einen bindenden Charakter. Es verlangt verbindliche Qualitätsanforderungen an die konzernübergreifende Erfassung, Definition und Verarbeitung risikorelevanter Daten. Die Ansprüche an Datenqualität und Risikoreports sind hoch. Erwartet wird zudem, dass Regularien wie die MaRisk auf Grundlage des BCBS 239 angepasst werden. Die Umsetzung der Anforderungen muss am Ende gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde nachgewiesen werden.

Illustration of Spreadsheet data and business charts in glowing wireframe style

Bildnachweis: Kheng Guan Toh | de.fotolia.com

Mit der Regulierung BCBS 239 werden insgesamt elf Grundsätze aufgestellt, die sich im Groben auf die Unternehmensführung der Banken, deren IT-Infrastruktur, die Risikodatenaggregationskapazitäten sowie die Risikoberichterstattung beziehen.

 

Die Inhalte sind in drei Teilbereiche gegliedert:

1. Gesamtunternehmensführung und IT-Infrastruktur

Statistik Iran

Bildnachweis: Sergey Nivens | de.fotolia.com

Die Governance des Unternehmens soll durch strengere Prinzipien zur Unternehmensführung reguliert werden. Eine Datenarchitektur sowie eine IT-Infrastruktur sollen aufgebaut werden, die bei Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung auch in Stressphasen oder Krisen zuverlässig ist.

2. Risikodatenaggregationskapazitäten

Bildnachweis: Silvano Rebai | de.fotolia.com

Risikodaten sollen genau und verlässlich generiert werden, um Anforderungen im Berichtswesen gerecht zu werden.Die Aggregation der Daten soll zudem möglichst automatisiert erfolgen, um Fehlerwahrscheinlichkeiten zu minimieren. Alle wesentlichen Risikodaten müssen vollständig sein. Sie müssen geordnet nach Kategorien zur Verfügung stehen. Unter anderem werden Geschäftsfelder, Konzerngesellschaften, Art der Vermögenswerte, Branche und Region als Kategorien genannt. Die Daten müssen immer aktuell sein und ad-hoc abgefragt werden können – zum Beispiel durch die Aufsicht.

3. Risikoberichterstattung

Bild einer Uhr und eines Terminkalenders vor blauem Hintergrund

Bildnachweis: bluedesign | de.fotolia.com

In Risikomanagementberichten müssen die Daten genau und präzise vermittelt sowie Risiken akkurat wiedergegeben werden. Außerdem muss ein Risikomanagementbericht umfassend sein und alle Risikobereiche einer Bank abdecken. Die Berichte müssen klar und prägnant formuliert Leicht verständlich, aber umfassend genug, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Die Häufigkeit der Berichte wird geregelt und wie diese an zuständige Stellen verbreitet werden.

Zudem regelt das Papier in einem weiteren Abschnitt die Grundsätze der Überprüfungen durch die Aufsichtsinstanzen, welche Instrumente dabei zum Einsatz kommen und wie die Zusammenarbeit zu gestalten ist. Die neuen regulatorischen Anforderungen sollten alle global systemrelevanten Banken bis zum Beginn dieses Jahres umgesetzt haben.

Weitere Banken sollen nun nach und nach folgen, wobei die als weniger relevant eingestuften Institute nur ausgewählte Anforderungen an die Risikoberichterstattung erfüllen müssen. Teilweise ist die Umsetzung eine große Herausforderung für die Konzerne, denn sie müssen neben einer neuen Data Governance ihr Datenmanagement, ihre Systemarchitektur und ihre Berichterstattung neu aufstellen – und dabei viele Prozesse automatisieren.

Datenqualität als Chance: Warum Data Governance einen Mehrwert schafft

Im Großen und Ganzen stellt die Umsetzung von BCBS 239 aber eine große Chance für die Banken dar. Denn mit dem Aufbau einer gut strukturierten Data Governance und der Sicherstellung einer hohen Datenqualität erfüllen sie nicht nur regulatorische Anforderungen. Denn diese Faktoren können auch den wirtschaftlichen Erfolg erhöhen.

Zum Beispiel können die finanziellen Folgen von Krisensituationen schneller und genauer erfasst werden. Die erhöhte Aktualität in der Risikoberichterstattung und die verbesserte Datenqualität führen demnach zu einer besseren Risikosteuerung, denn sie bieten eine effiziente und zuverlässige Informationsbasis. Eine klare Data Governance hilft, Fehler im Datenmanagement zu vermeiden. Mangelhafte Daten wirken sich negativ auf Geschäftsprozesse aus und verursachen wirtschaftliche Schäden.

Bild: Datenbaum wächst über Datenträgern, symbolisiert künstliche Intelligenz.

Nicht zuletzt sind gute Daten ein wichtiges strategisches Asset. FinTech-Unternehmen, deren Produkte oder Geschäftsmodelle rein auf einfach nutzbaren Daten basieren, zeigen das heute immer häufiger.

Viele Banken sehen BCBS 239 demnach als Chance, ihr Datenmanagement gründlich umzukrempeln. Statt zu versuchen, die Anforderungen mit minimalem Aufwand zu erfüllen, wird aus dem Prozess ein großes Business-Intelligence-Projekt, das auf die Sicherung echter Wettbewerbsvorteile abzielt.

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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