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BAIT: Was sich in den Köpfen ändern muss

BAIT: Was Sich In Den Köpfen ändern Muss

„Habe ich meinen Haustürschlüssel wirklich eingesteckt?“  – wie oft hat diese Frage schon dazu geführt, stehen zu bleiben und die Taschen abzuklopfen,  um  mich zu vergewissern, ob ich abends wieder ins geliebte Heim kommen kann.

Dieser Effekt tritt meist erst nach dem Schließen der Tür ein. Eine Art Pawlowscher Reflex.  Wenn ich dann feststelle, dass der Schlüssel tatsächlich nicht eingesteckt ist, habe ich gleich zwei Probleme:
Der Schlüsseldienst muss geholt werden, es beschäftigen mich auch noch den ganzen Tag über die Gedanken daran, und der Ärger über mich selbst.

Thomas Giebel ist als Security Operations Manager bei der dwpbank in München tätig. 2018/2019 leitete Thomas Giebel das interne Projekt „Ausrichtung der IT auf die BAIT“ und begleitete die externe Prüfung im Rahmen der Erstellung des Controlling Reports. Seinen beruflichen Werdegang startete er in der BayernLB als Bankkaufmann und setzte dort seine Karriere in der IT-Anwendungsentwicklung fort. In den letzten Jahren war er in der Leitung von verschiedenen IT-Einheiten und als Anwendungsmanager tätig.

Thomas Giebel

Thomas Giebel

Was sind die Alternativen?

Eine Alternative wäre, mir immer wieder vorzuhalten, dass ich ja täglich den Schlüssel eingesteckt hab und dass das zu einer festen Gewohnheit des Alltagsablaufs geworden ist. Also: diese unsicheren Gedanken verdrängen, gar nicht erst nachschauen,  um diesen unangenehmen und verspäteten Effekt zu vermeiden. Nur das schützt vor dem Ernstfall nicht.

Checkliste

Eine andere Alternative wäre ein Mechanismus, der hilft, vor Verlassen der Wohnung bereits zu kontrollieren, ob ich alles habe. Zum Beispiel die Tür von Innen abzusperren, so dass ich morgens den Schlüssel benötige, um überhaupt die Tür zu öffnen.

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ – wirklich?

Nun ist der allbekannte Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ längst abgedroschen und in die Ecke verbannt. Schließlich wünschen wir uns alle eher eine stärkere Vertrauenskultur in unserem persönlichen und Arbeitsumfeld und weniger Kontrollmechanismen. Kontrollen gelten da meist als innovationsverhindernd.

Vertrauen aber funktioniert dort, wo Sicherheiten existieren. Unsicherheiten führen zu einer Misstrauenskultur. Standardisierte Sicherheiten geben Raum für mehr Flexibilität, da man sich von der Angst, etwas zu vergessen, lösen kann und den Kopf für Wichtiges frei hat.

Mit Einführung der Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) hat der Gesetzgeber Vorgaben geschaffen, die es der Geschäftsleitung ermöglichen, die Prozesse des eigenen Unternehmens im Griff zu haben und sicher zu sein, dass sie geregelt ablaufen und eingehalten werden.

Wo es bisher hieß „wir haben vermutlich mal alles“, steht nun die Frage im Raum: „wie stellen wir sicher, dass wir alles haben?“ – nicht zur Verunsicherung, sondern mit dem Ziel, feste Prozesse zu haben, die so geregelt sind, dass nichts durchrutscht.

Freiheit als Schlüssel

Hier ist ein neues Denken gefordert, da eben nicht nur die reine Erfüllung der Vorgaben betrachtet wird, sondern zugleich auch festgelegt werden muss, wie dafür gesorgt wird, dass die Vorgaben verlässlich eingehalten werden und rechtzeitig erkannt wird, wenn etwas fehlt, „bevor die Tür zuschlägt“.

Vertrauen
Dies erfordert zunächst Kreativität, macht aber letztlich die Köpfe dauerhaft frei von dem Gedanken „habe ich alles?“.  Habe ich konsequent ein internes Kontrollsystem eingerichtet, kann ich mich darauf verlassen und mich den Kernaufgaben widmen und beruhigt der nächsten Prüfung ins Auge schauen.

Die Mitarbeiter zu überzeugen, dass nun kein neuer Kontrollwahn die Bank beherrscht, ist entscheidende Aufgabe der Führungskräfte. Kontrollwahn wäre – um zum obigen Bild zurückzukehren – wenn ich alle paar Minuten nachsehen, ob ich den Schlüssel wirklich habe. Aber aus dem Haus zu gehen, mit dem Wissen, dass ich ihn haben muss, schafft ein Klima innerer Freiheit.

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