Überspringen zu Hauptinhalt

Ausbilden für die ungewisse Zukunft

Ausbilden Für Die Ungewisse Zukunft

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch, die Wirtschaft ist disruptiven Trends ausgesetzt. Ganze Branchen werden durch neue Geschäftsmodelle, Technologien und die demografische Veränderung auf die Probe gestellt. Die Zukunft ist für viele Unternehmen ungewiss. In Zeiten, in denen der Wandel zur Konstante wird, ist es besonders wichtig, agil und innovativ zu bleiben. Dafür müssen Betriebe auf gut ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können, die sich an immer neue Situationen anpassen können. Wie bildet man für eine ungewisse Zukunft aus? Ein paar Ansatzpunkte.

Diese Trends fordern das Personalwesen

Die Herausforderungen von Morgen greifen Betriebe an. Von innen und außen. Diese drei Phänomene erzeugen die brisantesten Problemstellungen:

Disruptive Geschäftsmodelle

Sie heißen Uber, Airbnb und Alibaba. Diese Start-ups gehen von Null auf Hundert und krempeln ganze Branchen um. Einen Fahrdienst zu gründen, ohne ein einziges Fahrzeug zu besitzen, wäre vor zehn Jahren wohl noch niemandem eingefallen. Aber jetzt stellen solche Geschäftsmodelle selbst alteingesessene Gewerbe wie die Taxiunternehmen vor große Probleme. (Und das nicht nur in Deutschland.) Dabei müssen es aber nicht zwingend Start-ups sein, die mit neuen Produkten eine Industrie erschüttern. Beispiele wie Tesla oder Apple zeigen, dass auch branchenfremde Großunternehmen mit genügend Innovationsgeist und einem Blick über den Tellerrand den erfolgreichen Quereinstieg wagen können. Viele Firmen sind auf solche Revolutionen nicht vorbereitet, nicht agil genug um auf Angriffe reagieren zu können. In Zukunft werden eine innovationsfreudige, kreative Belegschaft und ein für neue Ideen offenes Betriebsklima eine größere Rolle spielen.

Bild eines 3D-Druckers

Bildnachweis: prescott09 – de.fotolia.com

Während die Digitalisierung bereits jede Menge spannender Geschäftsmodelle hervorbringt, stehen die 3D-Drucker bereits ebenfalls in den Startlöchern.

Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche

Bild von Drohnen, die Pakete ausliefern

Bildnachweis: chesky – de.fotolia.com

Viele Prozesse werden automatisiert und intelligenten Robotern überlassen. Bei Amazon sollen beispielsweise in Zukunft auch Drohnen Pakete ausliefern. Damit verändern sich auch Aufgaben von Arbeitnehmern, die in Zukunft verstärkt Prozesse definieren und überwachen werden. 

Industrie 4.0 ist derzeit ein Modewort der deutschen Wirtschaft. Ob der Prozess der Digitalisierung wirklich einen Namen braucht, sei dahingestellt; Fakt ist aber, dass sich alle Wirtschaftsbereiche digital vernetzen, was Arbeit nachhaltig verändert. Arbeitnehmer sind nicht mehr an Standorte gebunden sind, neue Kommunikationsformen setzen sich durch und weichen betriebliche Hierarchien auf, Mitarbeiter haben neue Ansprüche an Arbeit und mehr. Auch die Produktion verändert sich. Mensch und Maschine arbeiten zusammen, Roboter übernehmen einfachere Tätigkeiten, werden intelligenter und kommunizieren mit Kunden, Kollegen und untereinander. All das verändert bereits jetzt die beruflichen Anforderungen an Arbeitnehmer und Führungskräfte. Denn auch einfache Arbeiten werden komplexer, spezialisierter und erfordern neues Fachwissen, was besonders für den IT-Bereich gilt. Führung verändert sich von der traditionellen Leitung in Richtung des Unterstützens und Coachens. Das ist eine große Herausforderung, gerade für viele ältere Arbeitnehmer, die sich auf die Technologie, aber auch junge Nachwuchskräfte, die mit der Digitalisierung aufwuchsen, einstellen müssen.

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel ist eine weitere Herausforderung an die betriebliche Realität. Denn mit der alternden Gesellschaft werden auch Belegschaften durchschnittlich älter. Gleichzeitig dringt aber eine junge Generation auf den Arbeitsmarkt, die in der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen wird. Denn sie ist damit aufgewachsen und bringt intuitives Wissen mit, dass sich ältere Arbeitnehmer teilweise erst mühsam aneignen müssen. Auch die Konventionen ihres persönlichen (und dann geschäftlichen) Umgangs unterscheiden sich zwischen den bald vier Generationen im Betrieb – vom persönlichen Gespräch über die E-Mail zur WhatsApp-Nachricht. Wenn zwischen den Generationen dann kein Verständnis geschaffen wird, sind da Konflikte absolut möglich. Es wird Aufgabe der Personalarbeit, die unterschiedlichen Generationen möglichst gut zusammenzubringen und gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Ansichten zu schaffen. Denn dann können sie aus der Vielfalt Kapital schlagen. Und gerade bei jungen Mitarbeitern kann (und sollte) man damit in der Ausbildung beginnen.

digitale Kommunikation

Selbst die E-Mail ist für viele schon eine veraltete Kommunikationsform. Und auch bei Messenger-Diensten verändern sich bereits die Konventionen von Kurznachrichten mit Emoticons zu aufgenommenen Sprachnachrichten. Wie passt man die betriebliche Realität an, wenn alle Generationen unterschiedliche Korrespondenz bevorzugen?

Ansätze für eine Ausbildung der Zukunft

Um diesen Trends zu begegnen wird auch die Ausbildung in Zukunft eine Schlüsselfunktion einnehmen. Sie sollte Schwerpunkte darauf legen, junge Fachkräfte auf die neue Arbeitswelt vorzubereiten. Das bedeutet, dass neben Kernqualifikationen auch IT-Kenntnisse und Soft Skills extrem relevant werden. Ob des demografischen Wandels ist es zudem sinnvoll, die Ausbildung bereits früh mit der betrieblichen Personalentwicklung zu verzahnen.

 

Spezialisiertes Fachwissen und IT-Kenntnisse

Da in der digitalisierten Arbeitswelt Aufgaben immer komplexer werden, ist es notwendig, die Ausbildung an der Spezialisierung der Jobs zu orientieren. Dazu bemühen sich viele, Berufsschulunterricht noch praxisnäher zu gestalten und neue Ausbildungsinhalte einzuführen. Gerade IT-Kenntnisse gehören diesbezüglich bereits jetzt zu den am stärksten nachgefragten Bereichen.

 

Aufwertung der Ausbildung und Andocken an Personalentwicklung

Berufsbilder werden sich mit dem technischen Fortschritt immer häufiger und schneller wandeln. Es wird also nicht mehr reichen, Auszubildende „nur“ zu spezialisieren. Stattdessen ist es eine Idee, Ausbildung stärker mit der Personalentwicklung zu verzahnen. Sie kann eine Orientierungsfunktion für Nachwuchskräfte und Unternehmen bieten sowie als Schnittstelle zur betrieblichen Laufbahnplanung und Führungskräfteentwicklung dienen. Außerdem kann die Ausbildung bereits auf die Lernumgebung eines Unternehmens vorbereiten. Das ist wichtig, da in Zukunft das lebenslange Lernen und digitale Angebote bei der betrieblichen Weiterbildung eine immer größere Rolle spielen werden.

 

Stärkere Konzentration auf relevante Soft Skills

Stichwort lebenslanges Lernen: auch das will gelernt sein. Einerseits sollten Betriebe intern ein Klima schaffen, dass Weiterbildung fördert, andererseits braucht es pädagogisch gut geschulte Ausbildungskräfte, die Jugendlichen den Wert des Lernens näher bringen können. Neben der Bedeutung des Lernens entstehen verstärkt Bedarfe an Soft Skills, die in der neuen Arbeitswelt das Fundament eines innovationsfähigen Betriebs sein werden: Auszubildende müssen darauf vorbereitet werden, in projektbezogenen (und bunt gemischten) Teams zu arbeiten, unter dem Einsatz moderner Kommunikationsmittel und in einer offenen Arbeitsatmosphäre. (Die Voraussetzungen dafür müssen aber auch in vielen Unternehmen erstmal geschaffen werden!) Dafür muss nicht nur der Einsatz „neuer“ Medien geschult werden, sondern auch Medienkompetenz, Teamarbeit, Toleranz und Verständnis. Auch die Ausbilder selbst müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen.

beitragsbild-corporate-learning-forum-2017

Rückblick Corporate Learning Forum 2017

Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen

HR Inside

Profitieren Sie von den Fachartikeln und Veranstaltungsempfehlungen rund um HR, Personalentwicklung und Ausbildung, um sich und Ihre Kollegen auf New Work und die Arbeitswelt 4.0 vorzubereiten.

Jetzt herunterladen!