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Aufsichtsrechtliche Anforderungen an Ihre Risikotragfähigkeit

Aufsichtsrechtliche Anforderungen An Ihre Risikotragfähigkeit

Mit dem neuen Leitfaden Risikotragfähigkeit müssen sich die deutschen Bankinstitute neuen Herausforderungen stellen, allerdings ergeben sich daraus auch neue Chancen. Dr. Tobias Volk von der Deutschen Bundesbank Zentrale hat uns in einem Interview seine persönliche Meinung zum neuen Leitfaden und zur Rolle von ICAAP im SREP verraten. 

Dr. Tobias Volk ist als Bundesbankdirektor seit 2005 in der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt/M. zuständig für die Formulierung bankaufsichtlicher Anforderungen an  Risikotragfähigkeitskonzepte (ICAAP) sowie die internationale Koordinierung auf diesem Gebiet. Er leitet die Baseler Arbeitsgruppe zu Säule 2-Kapitalzuschlägen. Daneben ist er Mitglied der SSM-Arbeitsgruppen zum  ICAAP sowie der Baseler Arbeitsgruppen zu Säule 2 und vertritt die Bundesbank im Fachgremium MaRisk.

Die herausragende Stellung des ICAAP

Herr Dr. Volk, wie beurteilen Sie die Rolle des ICAAP im SREP?

Kredit

Der ICAAP hat im Rahmen des SREP seit jeher eine herausgehobene Stellung. Neben der Einhaltung der Säule 1-Mindestkapitalanforderungen und der aus Säule 3 resultierenden Offenlegungsanforderungen gehört zum Kernbereich des aufsichtlichen Überprüfungsprozesses auch die Beschäftigung mit den institutsinternen Prozessen zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit (ICAAP). Seit 2016 ist auf nationaler Ebene noch ein weiterer, sehr prominenter, Zusammenhang zwischen ICAAP und SREP dazugekommen: Die auf dem ICAAP basierende SREP Kapitalquantifizierung. Hierbei werden die vom Institut im Rahmen des Risikotragfähigkeitsmeldewesens gemeldeten Daten in einem für die Kreditinstitute sehr transparenten Verfahren zu einem Kapitalzuschlag aus Säule 2 verdichtet.

Auch für die direkt durch die EZB beaufsichtigten Institute im SSM hat der ICAAP einen hohen Stellenwert. Nachdem auf SSM-Ebene mit dem ICAAP Guide eine detaillierte einheitliche Erwartungshaltung an die Institute kommuniziert wurde, wird zukünftig auch die Transparenz der SREP-Kapitalquantifizierung zunehmen.

Der Katalysator „Leitfaden Risikotragfähigkeit“

Welche Auswirkungen hat der Leitfaden Risikotragfähigkeit auf die deutschen Bankinstitute?

Auf die operative Tätigkeit der Institute hat der Leitfaden zunächst einmal keine Auswirkungen. Ich rechne damit, dass viele Institute sich im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre zunächst konzeptionell mit dem Leitfaden und etwaigen Anpassungen an ihren institutsinternen Konzepten befassen werden. Die Signale, die hier aus den großen Verbünden der Kreditwirtschaft zu vernehmen sind, stimmen mich sehr zuversichtlich.

Langfristig hoffe ich jedoch auch auf eine Wirkung des Leitfadens Risikotragfähigkeit bis in die operative Tätigkeit der Institute hinein. Insbesondere die ökonomische Perspektive deckt Risiken schonungslos über die Totalperiode auf. Institute erhalten darüber Impulse, die sie auch für ihre Produktbepreisung nutzen können. Im ertragsschwachen deutschen Bankenmarkt kann das ein zusätzlicher Katalysator zur Neuausrichtung einzelner Preismodelle sein.

Auch wenn das hohe geforderte Konfidenzniveau von 99,9% einige Institute zunächst abschrecken wird, die ungewohnt hohen Risikowerte in ihre operativen Steuerungssystemen zu verankern, wird es letztendlich nur eine Zeit der Gewöhnung brauchen, um hier das Eis zu brechen.

Dr. Tobias Volk | Deutsche Bundesbank Zentrale

Normative und ökonomische Perspektive – Best Practice

Können Sie uns Beispiele für konkrete Anforderungen an die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit nennen und diese näher ausführen?

Analyse

Es gibt einige besonders wichtige Neuerungen, die der Leitfaden Risikotragfähigkeit mit sich gebracht hat. Dazu gehört auf jeden Fall, dass von Instituten zukünftig zwei Perspektiven eigenommen werden müssen: Eine normative Perspektive und eine ökonomische Perspektive.

Während die normative Perspektive darauf abzielt, jederzeit, auch unter adversen Bedingungen, die aufsichtlichen und regulatorischen Anforderungen einzuhalten, dreht sich bei der ökonomischen Perspektive alles um die langfristige Sicherung der ökonomischen Substanz eines Instituts.

Vor allem die ökonomische Perspektive mit ihrer Sicht auf die Totalperiode ist hervorragend geeignet, um auch operative Steuerungsimpulse daraus abzuleiten und damit den sog. Säule 2 „use test“ zu erfüllen. Auch wenn das hohe geforderte Konfidenzniveau von 99,9% einige Institute zunächst abschrecken wird, die ungewohnt hohen Risikowerte in ihre operativen Steuerungssystemen zu verankern, wird es letztendlich nur eine Zeit der Gewöhnung brauchen, um hier das Eis zu brechen.

Aktuelle regulatorische Anforderungen

Besuchen Sie unser Seminar „ICAAP – Risikotragfähigkeit im Fokus der Aufsicht“, wo unsere Experten Ihnen innovative Methoden und Instrumente zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit zeigen, die sich in der Praxis bewährt haben.

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