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Assistenz 4.0 – Lean und Kaizen im Office Management

Assistenz 4.0 – Lean Und Kaizen Im Office Management

Lisa-Katherina Schutter ist seit 12 Jahren als Assistentin im internationalen Top Management der Automobilzulieferbranche tätig. Sie kennt die Herausforderungen von Organisation und Management und hat die Vorteile von Lean für das Office Management erkannt. Im Interview berichtet sie über die Notwendigkeit neuer Strukturen und über die Vorteile, die durch Lean und Kaizen für die Assistenz bestehen.

Lisa-Katherina Schutter ist seit 2012 als Executive Assistant des Geschäftsführers Passive Safety & Sensorics bei der Continental AG in Frankfurt tätig. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Organisation des Kalenders des Executive Vice Presidents inklusive Koordination weltweiter Reisen und Tagungen im In- und Ausland sowie deren Vor- und Nachbereitung im globalen Team. Das Planen von Kommunikationspaketen (Dokumenten- und Infomanagement) an den weltweiten Standorten obliegt ihr, damit verbunden das Schaffen nachhaltiger, transparenter Strukturen im globalen Back Office der Business Unit mit weltweit 23 Sekretariaten.

Lisa-Katherina Schutter

Lisa-Katherina Schutter

Wettbewerbsfähige Unternehmen müssen neue Strukturen schaffen

Warum spielen Lean und Kaizen Ihrer Meinung nach insbesondere im (Geschäftsleitungs-)sekretariat internationaler Konzerne eine entscheidende Rolle?

Meeting BüroDas Berufsbild der Assistentin hat sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt. Und das war erst der Anfang. Assistenz 4.0 ist das Stichwort. Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir den Wertschöpfungsgrad gerade in den indirekten, den administrativen Bereichen, erhöhen. Wir Assistentinnen sind hierbei eines der wichtigsten Zahnräder im Unternehmen – die Schaltstelle der Informationen. Bei uns im Office, der Stabfunktion zwischen Chef und globalem Team, laufen alle Kanäle zusammen. Strukturen schaffen, die richtigen Infos weltweit, sofort und systematisch bereit zu stellen, ist die Kunst.

In Zeiten der Digitalisierung, einer enormen Taktung und des weltweit vernetzten Arbeitens, ist leanes Arbeiten nicht mehr wegzudenken. Zu erkennen, was ist an der eigenen Arbeit Wertschöpfung und was Verschwendung, ist der erste Schritt. Die Vorstände und Geschäftsführer internationaler Konzerne sind in der Regel 75 Prozent und mehr ihrer Arbeitszeit auf Reisen – die Bereitstellung aller relevanten Informationen 24/7 ist Grundvoraussetzung. Die Fähigkeit, aktuelle Informationen jederzeit an allen weltweiten Standorten abrufbar zu halten, wird mehr geschätzt denn je.

Das Denken in Standards ist unerlässlich.

Lisa-Katherina Schutter, Continental AG

Hierbei helfen leane Methoden und das Wissen um Kaizen und seine Wirkungsweise ungemein.

Was gefällt Ihnen am Arbeiten mit Lean und Kaizen besonders? Was ist anders?

Ganz klar: Das Arbeiten mit Standards. Und zwar Standards, die sich weltweit im Team leicht ausrollen und von allen umsetzen lassen. „Poka Yoke“ ist hier das Stichwort. Wer mit Kaizen startet, unterläuft erstmal einer kleinen Japanisch-Kunde. Und das Denken in Ursachen statt in Lösungen. Es sei denn, es brennt gewaltig. Dann ist natürlich erst einmal „löschen“ angesagt. Aber generell gilt: Erst wenn wir im Team die Ursache eines Problems finden, können wir es nachhaltig beheben. Wir Menschen sind tendenziell immer schnell darin, Lösungen zu finden. Die Krux ist aber, die Ursache des Problems zu erkennen, „an der Wurzel zu packen“ und dieses dann systematisch und nachhaltig zu eliminieren, sodass wir nicht in drei Monaten vor dem gleichen Thema stehen. In Summe würde ich sagen, die Herangehensweise ist anders. Und die Kommunikation hat sich verändert. Am Ende ist Kaizen – egal in welchem Bereich – eine Philosophie, die man lebt oder nicht.

Systematisches Arbeiten hat mit Lean endlich einen Namen

Wie kamen Sie mit Lean und Kaizen in Berührung?

Sekretariat und AssistenzLean im Sinne von struktur-orientiert war ich schon immer. Dank meines jetzigen Arbeitgebers weiß ich, dass das, was ich da mache, einen Namen hat. Wer in der Automobilbranche tätig ist, wie ich es seit über zehn Jahren bin, kommt an den Themen Lean und Kaizen nicht vorbei. Durch meinen Arbeitgeber, Continental AG in Frankfurt, hatte ich die einmalige Chance, gleich zwei Monate nach meinem Start im Konzern das interne Lean-Programm für Verschlankung im Office Bereich, genannt Lean Administration, Continental Business System, mit Kollegen an verschiedenen Standorten weltweit zu durchlaufen. Seit meinem Masterprojekt vor vier Jahren lebe ich das Thema „systematisches, standardisiertes Arbeiten“ in meinen Teams voll aus und dadurch wesentlich leichter. Mich persönlich hat es enorm bereichert und gefreut, dieses Wissen und die positiven Erfahrungen mit anderen Assistenzen zu teilen. Dabei ist es egal, auf welcher Ebene die Assistentin zu Hause ist – auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene, im Middle Management oder als Team Assistentin.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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