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Amazon und die Lebensmittel: Neue Projekte des Online-Händlers

Amazon Und Die Lebensmittel: Neue Projekte Des Online-Händlers

Schon beim Start von Amazon Fresh fragten wir uns, ob der amerikanische Online-Händler nun zur Konkurrenz für die deutsche Lebensmittelbranche wird. Amazon Fresh ist ein Lieferdienst für Lebensmittel, der dieses Jahr in Deutschland an den Start gehen sollte. Bisher ist das allerdings noch nicht geschehen, obwohl eigentlich zumindest in Berlin als Starttermin der September ins Auge gefasst wurde. Daneben waren auch das Ruhrgebiet und München im Gespräch. Ob der Händler mit seinem Dienst wirklich 40.000 Arbeitsplätze in Supermärkten gefährdet, finden wir nun erstmal nicht heraus, denn dessen Start wurde auf 2017 verschoben. Trotzdem sind die Amerikaner bereits jetzt dabei, neue Konzepte im Bereich des FMCG-Handels zu entwickeln. Und beweisen damit gefährliche Kompetenz.

Amazon Business: B2B-Plattform nun auch in Deutschland

Mit Amazon Business wurde vor wenigen Tagen nun auch der Amazon-Ableger für Geschäftskunden nach Deutschland gebracht. Der Dienst startete bereits im April 2015 in den USA und beliefert dort 400.000 Unternehmen. Die Hälfte der Lieferungen wird dabei durch Amazon-Händler durchgeführt. Mit Amazon Business bringt der Online-Händler eine riesige Produktpalette an den Start. (Er selbst spricht von über 100 Millionen Produkten! Inwieweit diese Zahl die tatsächliche Auswahl widerspiegelt, sei dahingestellt.) Und darunter sind nicht nur Artikel aus dem Nonfood-Bereich. Nach Angaben der Lebensmittel Zeitung werden unter der Kategorie „Service“ zudem 80.000 Produkte aus dem Lebensmittelbereich vertrieben; neben einem naheliegenden Trockensortiment unter anderem auch Tiefkühlware.

Mit diesem Dienst ist Amazon vor allem ein Konkurrent für Großhändler wie Metro, denn es werden besondere Preisangebote und Mengenrabatte für Gewerbekunden gemacht. Dazu gibt es noch einige Funktionen, die man beim „normalen“ Amazon nicht bekommt:

 

Unternehmen bekommen in dem Shop Nettopreise angezeigt und können Produkte ohne Umsatzsteuer kaufen. Die Lieferung ist bei Bestellungen über 29 Euro zudem kostenlos.

 

Bei Amazon Business gibt es auch die Option auf Rechnung mit 30-Tage-Frist zu bestellen. Man kann Auftragsnummern vergeben, um die Rechnungslegung zu optimieren und Lieferzeiten zu verfolgen. Natürlich können Geschäftskunden auch hier die Amazon Prime Versandvorteile nutzen.

 

Man kann über ein Analyse-Tool Einblicke in sämtliche Einkäufe und Ausgaben gewinnen und die Daten variabel visualisieren. Und falls man ein Einkaufssystem, eine ERP- oder eProcurement-Lösung nutzt, kann man die eigene Plattform mit Amazon Business verknüpfen. Für einige davon gibt es bereits Standardlösungen.

Alles in allem eine fortschrittliche B2B-Plattform, die zusätzlich noch von allen weiteren bekannten Amazon Services profitiert. Auch wird für Business keine eigene Plattform aufgebaut, sondern der Service wird einfach in die normale Seite von Amazon integriert. Das ist insofern ein Vorteil, dass Anwender sich in dem System von vornherein einfach zurechtfinden, da ja heute die meisten Menschen die Plattform bereits durch ihre Privatkäufe kennen.

Amazon Go: Supermarkt ohne Kasse

Weitere Schlagzeilen machte Amazon mit der neuen App Amazon Go. Mit der App können (bisher) Firmenmitarbeiter am Unternehmenseigenen Shop in Seattle Lebensmittel einkaufen. Aber ohne Kasse, Schlange stehen und bargeldlos. Sie checken sich einfach mit der App ein, wenn sie den Laden betreten, nehmen sich ihre Produkte und gehen wieder. Sofern das Konzept sich als Erfolg erweist, könnte Amazon in den USA über 2.000 markeneigene Supermärkte eröffnen.

Im Video wird das Amazon Go Konzept genauer erklärt:

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https://www.youtube.com/watch?v=NrmMk1Myrxc

Amazon Handelsmarken im Lebensmittelbereich

Mit Handelsmarken hat Amazon ja schon länger experimentiert, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Neu ist, dass der Händler nun auch im Lebensmittelbereich auf Eigenmarken setzen möchte. Das wurde im Mai 2016 angekündigt. Begonnen wird mit Kaffee und Babynahrung: Unter den Labels „Happy Belly Coffee“ und „Mama Bear“ werden nun eigens für Amazon hergestellte Produkte auf den Markt gebracht – allerdings zunächst nur für Prime-Kunden. Mit den Produkten scheinen die Amerikaner bislang gut zu fahren, nachdem sie gerade mit ihren Elements-Windeln in der Vergangenheit negative Schlagzeilen machten: Die Mama Bear Produktbewertungen sind mit durchschnittlich 4,3 Sternen bisher deutlich positiv.

Fazit: Amazon zeigt gefährliche Kompetenz

Die Nachrichten rund um Amazon Business und Go schreckten nicht umsonst viele Leute in der Branche auf. Denn mit den neuen Konzepten zeigt Amazon Kompetenz, die den Online-Händler zu einem gefährlichen Konkurrenten werden lassen könnte. Das bezieht sich nicht nur auf die Kompetenzen im Bereich Preis und Logistik, für die Amazon sowieso bekannt ist; denn mit dem Bereich Handelsmarken und Innovationen im stationären(!) Handel werden auch die Kernkompetenzen der traditionellen Lebensmittelhändler angegriffen. Wie ernst es Amazon natürlich meint mit seinen Experimenten, steht auch in diesem Fall wie immer auf einem anderen Blatt.

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Bilder: Beitragsbild: Visitor7 (CC BY-SA 3.0), eigene Screenshots

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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