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Amazon Fresh: Konkurrent für den deutschen LEH?

Amazon Fresh: Konkurrent Für Den Deutschen LEH?

Besonders im LEH tobt der Wettbewerb zwischen Händlern und Herstellern, Top-Marken und Private Labels. Aber Eigenmarken finden sich längst auch bei Online-Händlern wie Home24 oder Amazon. Gerade die Amerikaner bieten mit Basics, Strathwood, Elements oder Pinzon eine ganze Reihe eigener Marken an. Und mit dem noch relativ unbekannten Pantry-Service für Prime-Kunden macht der Händler sogar dem stationären Handel Konkurrenz. Mit Amazon Fresh will man nun auch hierzulande im großen Stil frische Lebensmittel direkt in die Haushalte liefern. Da das den Markt gehörig aufmischen könnte, lohnt sich ein Blick auf den neuen Dienst.

Einkaufswagen

Es ist noch nicht offiziell bestätigt, aber Amazon Fresh soll schon dieses Jahr nach Deutschland kommen. Ziel könnte zunächst München sein, wo das Unternehmen bereits Verhandlungen mit Lieferanten geführt hat. Den Dienst gibt es in Europa zudem schon – in Birmingham und London können Tiefkühlware und Eiscreme sowie Obst und Gemüse bereits online bestellt werden.

Wie viel Angst müssen wir haben um unseren Supermarkt um die Ecke?

Der Lieferdienst, der in Großbritannien bereits unterwegs ist, kommt Vermutungen zufolge wie in vielen Non-Food-Bereichen mit einer Eigenmarke an den Start, die Amazons Profil – Qualität & günstige Preise – auch in diesem Markt etablieren soll. Schaut man sich Amazons Erfolge auf anderen Sektoren an, könnte das neue Angebot eine gefährliche Konkurrenz für den LEH bedeuten.

Das Besondere an Amazon Fresh

In der Theorie klingt Fresh nach einem fantastischen Dienst. Amazon verspricht Lieferzeiten von einer Stunde und mit dem kabellosen Amazon Dash Device können von zu Hause aus per Barcode-Scan oder Spracheingabe Einkaufslisten erstellt werden, die über W-LAN direkt an Amazon Fresh gesendet werden. Wenn man sich dazu die Möglichkeiten anschaut, die sich hier im Zusammenspiel mit intelligenten Kühlschränken und Amazons Produktempfehlungen ergeben, dann weiß man, dass man in der Zukunft lebt.

Vollautomatisiert und intelligent shoppen – ein Versprechen wie aus der Zukunft

Zusätzlich bietet Amazon Lieferungen zu gewünschten Uhrzeiten, die in Frischhaltetüten direkt ans Haus gebracht werden. Vor Ort sein muss der Kunde nur für teure Bestellungen oder beim Ordern von Alkohol.

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https://www.youtube.com/watch?v=NiwCHutmnws

Die Werbung macht zumindest Lust auf mehr.

In den USA führt Amazon Fresh bereits jetzt über 20.000 Artikel. Zum Vergleich: Im REWE Online-Shop gibt es „nur“ ungefähr die Hälfte davon. Wenn man das zu den 50.000 Produkten im Bereich der haltbaren Lebensmittel addiert, bietet Amazon hier ein mächtiges Sortiment. (Diesbezüglich lohnt sich übrigens ein Blick auf den Dienst Amazon Pantry, bei dem sehr offensiv und auf Hochglanz poliert hauptsächlich führende Marken angepriesen werden.)

Das Ende des deutschen Einzelhandels?

Ja, Amazon Fresh scheint ein toller Dienst zu werden. Aber, ob sich der auch in Deutschland durchsetzen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Zwar fanden Analysten heraus, dass Amazon beispielsweise der günstigste Anbieter von Lebensmitteln in New York City ist, aber die Situation in Deutschland unterscheidet sich davon doch ein wenig.

Denn nirgendwo sonst in Europa ist das Netz von Drogerien und Discountern, Super- und Verbrauchermärkten ähnlich dicht gespannt wie in Deutschland. In weltweit kaum einer Region sind die Margen mickriger und die Verbraucher knauseriger. Zum anderen haben die Chefs vieler Handelsketten die Verwerfungen etwa im Buchhandel genau beobachtet und wollen nun mit Verve verhindern, dass die Onliner ihrer Kundschaft nach den Kochbüchern auch noch die Zutaten liefern. Sie rüsten zum Gegenschlag.

Wirtschaftswoche, November 2015

In der Tat führt allen voran REWE mittlerweile ein beachtliches Online-Geschäft in 70 deutschen Städten. Aber auch Kaufland arbeitet gerüchteweise an einer E-Commerce-Strategie und Lidl geht mit seiner Vorratsbox in die Offensive. Nicht zuletzt muss man sich bei einem Supermarkt an jeder Ecke auch fragen, wie hoch der Bedarf für den Online-Handel mit Lebensmitteln in Deutschland überhaupt ist.

Man vergisst oft: Amazon Fresh kostet in den USA 299 Dollar alleine für die Nutzung.

Und am Ende wäre da ja auch noch die Frage des Preises. Es wird nämlich schnell vergessen, dass Amazon Fresh in den USA erstmal nur Prime Kunden zugänglich ist und die Nutzung stolze 299 Dollar kostet – und das, bevor man überhaupt etwas bestellt hat! Bei den sparsamen deutschen Verbrauchern dürfte eine ähnliche Preissetzung wahrscheinlich weniger gut ankommen.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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