Agile Methoden – worauf es wirklich ankommt

Fotolia_109899629, Bianca Prommer

In unserem Tatendrang und dem Wunsch nach schnellen Erfolgen begegnen viele Unternehmen Konzepten wie SCRUM, Design Thinking und weiteren. Wie aber finden wir bei einer Vielzahl dieser Methoden die richtige Vorgehensweise und welche drei Faktoren sind wichtig für den langfristigen Erfolg? Unsere Expertin verrät, warum Sie um eine maßgeschneiderte Lösung nicht drum herum kommen.

Bianca Prommer ist Inhaberin der Firma GrowFACT und als Trainerin, Beraterin und Vortragende auf die Schwerpunkte Innovationskultur und Unternehmenswachstum durch Innovation und Strategie spezialisiert. Neben dem berufsbegleitenden Studium „Leadership and Innovation“ in Graz, absolvierte die Referentin auch eine psychologische Ausbildung. Denn bereits in den ersten Innovationsprojekten als Führungskraft bei MAGNA POWERTRAIN AG & Co KG war klar, dass Methodenwissen über Design Thinking, SCRUM oder Lean allein nicht zum Erfolg führen kann. „Innovation hat mit Veränderung zu tun und Veränderung mit dem Menschen.“

Agile, Scrum, Design Thinking, Lean Startup – diese Begriffe erfreuen sich besonders in innovativen Zeiten der Digitalisierung besonderer Beliebtheit. Zurecht. Immerhin besteht eine Notwendigkeit für agiles Vorgehen, weil die Essenz von Innovation heutzutage indiskutabel ist.

In digitalen Zeiten ist Schnelligkeit gefragt

Assistenz 4.0In einer schnelllebigen Welt, in der unser Wettbewerb uns in jedem Moment aus dem Markt kicken kann, müssen wir schnell sein. Geschwindigkeit und Beschleunigung von Innovationsprozessen spielen eine essentielle Rolle, damit Entscheidung und Umsetzung noch schneller passieren kann.

Und genau an diesem Punkt kommen uns die genannten Konzepte entgegen. Sie lassen sich immerhin leicht überstülpen, jedes Unternehmen kann sich aufgrund der Post-Its beklebten Flächen nun modern schimpfen. Und weil modern sein modern ist, gibt es bereits einen Urwald von Konzepten, aus dem es gilt, wie aus einem Labyrinth, den richtigen Ausweg zur Innovation zu finden.

Auswege, Methoden und Konzepte gibt es viele und alle haben ihre Berechtigung, aber nicht jede Methode kann immer effizient angewendet werden. Die Integration von sogenannten Blaupausenkonzepten und das anschließende Hoffen auf Erfolg hat eine erfolglose Aussicht. Weil wir dabei zwei wichtige Faktoren für den langfristigen Erfolg übersehen:

1. Die Individualität – Jedes Unternehmen ist anders und braucht ein maßgeschneidertes Konzept

Unternehmenskultur, Werte, Traditionen und Unternehmenshistorie machen jedes Unternehmen zu einer individuellen Organisation. Alle Unternehmen formen Teams, Klima, Prozesse und Hierarchien. Und auch wenn Unternehmen schneller und moderner werden wollen, dürfen diese oldschool facts nicht vernachlässigt werden. Sie machen Unternehmen und Ressourcen aus und haben dabei absolut ihre Daseins-Berechtigung. Ein Unternehmen war bis jetzt damit vielleicht sogar ganz erfolgreich. Vielleicht braucht es diese Traditionen und Prozesse sogar um Standards, Normen und Auflagen zu erfüllen.

Und wenn dann plötzlich alles anders werden soll, weil das ein Blaupausenkonzept so sagt, kann das schnell zu einem Scheitern führen. Weil dabei meist auch der zweite wesentliche Faktor vergessen wird:

Wenn plötzlich alles anders wird, obwohl eigentlich alles funktioniert hat, werden Normen, Auflagen, Audits, etc. eingeführt, die Menschen hemmen. Sie behindern die wichtigste Ressource im Unternehmen.

2. Der Mensch – Die wichtigste Ressource im Unternehmen muss ins Boot geholt werden

Durch die Änderung, die agile Innovationsmethoden mit sich bringen, verändert sich die Organisation mit der sich viele Mitarbeiter identifizieren und wo sie einen Großteil Ihres Alltags verbringen. Wie jeder weiß, bringen Veränderungen Ängste, Hindernisse und Blockaden mit sich. Und das, obwohl eigentlich schnelle Entscheidungen, beschleunigte, innovative Prozesse und Co-Working angestrebt werden. Der Output ist oft das Gegenteil, weil der Mensch das ausschlaggebende Kriterium für eine funktionierende Methode ist.

Methoden funktionieren nicht von selbst und können nicht standardisiert in individuelle Belegschaften eingebracht werden. Der Mitarbeiter muss auf diese Reise mitgenommen werden.

Omnichannel, Kommunikation, Erfolg, SchlüsselfaktorenWie Sie das machen?

Stellen Sie sich und Ihren Führungskräften und Mitarbeitern folgende drei Fragen:

Warum?

Warum wollen wir agiler werden? Welche Gründe gibt es hierfür? Was motiviert uns dazu? Was treibt uns an? Hier gilt es, in sich zu gehen, in die Organisation zu gehen und nachzuforschen, warum Agilität benötigt wird.

Wie?

Wie soll Agilität erreicht werden? Mit welchen Ressourcen? Was verstehen Sie überhaupt unter Agilität? Wichtig ist, dass jeder unter dem Begriff eine Vorstellung bekommt und weiß was damit gemeint ist.

Was?

Und nun entscheiden Sie erst, was Sie machen werden. Welche Konzepte sind passend für Ihre Gründe aus Punkt 1 und 2?

Mein Tipp:

Wählen Sie pragmatisch aus den einzelnen Methoden aus, was Sie benötigen. Meist ist ein Mix aus den Methoden passend für die individuellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens und Ihrer Menschen, Ihrer Mitarbeiter!

Design Thinking, SCRUM und AGILITÄT?

Warum es egal ist, ob Sie Design Thinking, SCRUM oder andere Ansätze einführen erklärt Ihnen Bianca Prommer ausführlich im Rahmen ihres Vortrags bei der Leitveranstaltung Production Systems in Stuttgart. Informieren Sie sich jetzt über alle Vorträge und Experten der Konferenz.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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